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Düsseldorf: Ein Kommissar für das Ruhrgebiet

Düsseldorf : Ein Kommissar für das Ruhrgebiet

Kai Schumann spielt in der Krimireihe "Heldt" einen Ermittler, der seine Fälle auf eigene Weise löst.

Kriminalkommissar Nikolas Heldt (Kai Schumann) hat eine sehr spezielle Art zu ermitteln. Sein Mitgefühl für das Schicksal anderer lässt ihn oft die Grenzen des Gesetzes übertreten. Wenn der Bochumer Kommissar es für richtig hält, dann geht er jedes Risiko ein. Dabei legt er sich mit Kriminellen genauso an wie mit seinen Kollegen.

Das sind in der neuen ZDF-Krimiserie "Heldt" unter anderem Staatsanwältin Ellen Bannenberg (Janine Kunze) und Hauptkommissar Detlev Grün (Timo Dierkes). Im Gegensatz zu seinem Ermittler sieht dieser in gründlicher und regelkonformer Polizeiarbeit immer noch das Mittel zum Erfolg. Staatsanwältin Bannenberg — blond, aber nicht blöd — müsste ihn darin eigentlich unterstützen, wäre da nicht die hervorragende Aufklärungsquote des intuitiven Kommissars. Deswegen sieht sie manchmal einfach nicht so genau hin: Am Ende sind es nämlich immer die kriminalistischen Erfolge, die Heldts eigenwillige Interpretation von Regeln einigermaßen aufwiegen. Dennoch braucht die Staatsanwältin starke Nerven, um die Verfehlungen von Heldt einigermaßen im Griff zu behalten. Die Serie lebt von der charmanten Mischung gegensätzlicher Charaktere.

Darsteller Kai Schumann (35) beschreibt Heldt als einen "Typen mit Autoritätsproblem und Gerechtigkeitszwang, der verfressen ist, Spielzeug liebt und ein klares, emotional geprägtes Wertesystem hat".

Schumann, bekannt als Dr. Mehdi Kaan in der RTL-Serie "Doctor's Diary" und aus Gastrollen in mehreren "Tatort"-Folgen sowie bei "Alarm für Cobra 11", wuchs in Plauen im Vogtland auf. Das war für ihn aber kein Hindernis, die Rolle des Ruhrpott-Kommissars glaubwürdig zu spielen. Schumann sagt: "Die Figur, das Kind in Heldt, hat mich fasziniert, wie er es schafft, die Welt zu einem Spielplatz zu machen." Außerdem gefällt ihm das Ruhrgebiet: "Es ist rau, roh, dreckig, nicht so glatt gezogen." Viel Lokalkolorit ist in der ersten Staffel jedoch noch nicht zu sehen. Von 42 Drehtagen waren nur drei in Bochum, der Rest in Köln und Umgebung. Schumann erklärt: "Man möchte seine Serie ja gerne irgendwo verorten. Für den Inhalt der Geschichte ist das aber egal." Zunächst sollen die Figuren etabliert werden. Das könnte sich aber in einer möglichen zweiten Staffel ändern. Ob es die geben wird, hängt aber noch von den Einschaltquoten ab.

"Heldt", donnerstags, ZDF, 19.25 Uhr

(RP)