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Medienwissenschaftler warnen vor Kunstwelt: Eigenes Dorf für "Big Brother"

Medienwissenschaftler warnen vor Kunstwelt : Eigenes Dorf für "Big Brother"

Berlin (rpo). Bei der Endlos-Schleife der Container-Show sollen die Kandidaten offenbar mehr Auslauf bekommen. Die Fernsehmacher planen ein richtiges kleines TV-Dorf für die "Big Brother"-Teilnehmer. Doch Medienwissenschaftler warnen vor den Folgen der Kunstwelt.

Wie die "Welt am Sonntag" berichtet, sollen auf einer 4.000 Quadratmeter großen Fläche auch Marktplatz, Kirchturm, Geschäfte und Wäldchen entstehen. Dort sollen die "BB-Bewohner" über Jahrzehnte leben können. Familiengründungen seien erwünscht, heißt es in dem Bericht. Die Kandidaten würden vornehmlich Arbeitssuchende sein. Sie sollen dort das Abitur nachholen, eine Meisterprüfung machen oder Sprachen lernen.

Die Reality-Show wird im März 2005 in die Endlos-Schleife gehen. Den bis Ende Februar verbliebenen Kandidaten der aktuellen Staffel soll angeboten werden, gleich dazubleiben.

Kritiker wie der Medienpsychologe Jo Groebel werfen dem neuen Konzept vor, kein Kandidat könne abschätzen, was es bedeute, über viele Jahre in der "Big Brother"-Kunstwelt zu leben. So bestehe die Gefahr, anschließend nicht mehr in die reale Welt einsteigen zu können. Wer da auf die Mündigkeit der Kandidaten verweise, habe "ein eiskaltes Mündigkeitsverständnis".

"Big Brother"-Produzent Rainer Laux wies die Kritik zurück: "Diesen Vorwurf hätte man uns vor der ersten Staffel machen können, aber nicht während der fünften." Jeder Kandidat wisse, was ihn erwarte.

(afp)