DSDS 2018: RTL wehrt sich gegen Kritik am Auftritt von Diego

Kritik an Privatsender : Düsseldorfer mit wirrem Auftritt bei DSDS - RTL rechtfertigt sich

Der Auftritt eines Düsseldorfers bei "Deutschland sucht den Superstar" hat einen Shitstorm gegen RTL ausgelöst. Dem Privatsender wird vorgeworfen, dass der Mann vorgeführt wurde.

Er behauptete, in seiner Kindheit gekidnappt und nach Deutschland verschleppt worden zu sein. Außerdem sei er der Sohn von Tupac Shakur, dem ermordeten US-Rapper. Mit diesen Aussagen sorgte Diego aus Düsseldorf am Samtagabend für reichlich Verwirrung beim Publikum. Über RTL brach deshalb ein Shitstorm herein. In den sozialen Medien sprachen Menschen wütend von einem psychisch Kranken, der gar nicht wisse, was er da tue. Sie erhoben schwere Vorwürfe gegen den Sender. RTL mache sich bewusst über kranke Menschen lustig, stelle sie zur Schau.

Hätte der Sender also Diegos Auftritt verhindern sollen? RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer verteidigt den Auftritt. Die Zustimmung seiner Teilnahme basiere "auf der Grundlage, dass jeder Mensch das Recht hat, selbstbestimmt zu leben und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen". Seine Krankheit sei bewusst verschwiegen worden. "Die Entscheidung, seinen Hintergrund nicht von Beginn an öffentlich zu machen, geschah ebenfalls in Absprache mit der betreuenden Einrichtung", erklärt sie. Es diene dem Schutz von Diegos Persönlichkeitsrechten.

RTL musste sich über Diegos Zustand ohnehin bewusst gewesen sein. Denn vor dem Auftritt lag ein langer Weg: "Es gibt ein Bewerbungscasting, zu dem jeder kommen kann. Hier wird eine Vorauswahl für das Jurycasting getroffen, das im TV zu sehen ist", sagt Eickmeyer. Die Jury bekomme nur einen Durchschnitt der Bewerber zu sehen. Danach muss der Kandidat einen Vertrag unterschreiben und RTL wichtige Information wie Erkrankungen offen legen.

Über eine genaue Grenze, ab wann ein Kandidat zu krank für einen Auftritt ist, machte RTL keine Angaben. "Wenn wir den Eindruck haben, dass jemand psychische Erkrankungen hat, gehen wir dem nach. Sollte jemand einen Betreuer haben, geht nichts ohne Einverständnis", sagt Eickmeyer: "Diego lebt in einer Einrichtung, die seine Teilnahme von Beginn an und im weiteren Verlauf eng begleitet und unterstützt hat."

Trotz des wirren Auftritts hat es Diego in den Recall geschafft. Foto: MG RTL D / Stefan Gregorowius

Die Geschichte des Düsseldorfers und "Deutschland sucht den Superstar" wird in die nächste Runde gehen. Denn Diego konnte trotz seines wirren Auftritts die Jury überzeugen. "Diego hat es in den Recall geschafft. Wir werden sehen, wie es weitergeht. Wir gehen respektvoll mit ihm um", sagt Eickmeyer.

(se)
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