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Dschungelcamp 2021 Folge 2: keine Sterne für Frank, Zoe und Mike bei der Dschungelshow

TV-Kritik zur zweiten Dschungelshow : „Schlag deinen Kopf doch vor die Wand, vielleicht geht das“

Die zweite Folge der Dschungelshow verläuft ohne große Überraschungen: Frank Fußbroich spielt sich als Psychotherapeut auf, Zoe Saip zeigt sich von ihrer selbstlosen Seite und Mike Heiter fristet unauffällig sein Dasein im Tiny House.


Psychotherapie bei Frank Fussbroich wäre ein bisschen, wie mit dem Hammer auf ein Problem draufzuhauen und zu hoffen, dass es davon kleiner wird. Der ehemalige Reality-TV-Star ist schon an Tag zwei im Tiny House dauergenervt von seiner Model-Mitbewohnerin Zoe Saip. Unablässig klagt sie darüber, dass sie die erste Prüfung verhauen hat. Aber statt die 21-Jährige zu beruhigen oder sie einfach in Ruhe zu lassen, kommentiert Frank jeden Satz von ihr und zeigt dabei kaum Empathie. So wirkt es zumindest in den Zusammenschnitten von RTL.

„Ich ärgere mich über mich selbst“, sagt Zoe, und verdrückt ein paar Tränen, als ihr einfällt, dass ihr Vater das im Fernsehen mitbekommen könnte.

Laut Frank kein Grund, sich Sorgen zu machen: „Der schaltet doch sowieso nicht ein.“ Zoe: „Aber wenn er was in der Werbung sieht?“ Frank barsch: „Dann schaltet er ab.“ Zoes Lage schätzt er, ohne dass ihn jemand darum gebeten hätte, so ein: „Du hast echt ein Problem.“ Das weiß Zoe schon länger: „Ich bin seit sechs Monaten in Therapie“, erwidert sie. Über so viel Selbstreflexion kann Frank nur den Kopf schütteln. Seine Diagnose: „Du bist kaputt im Kopf.“ Aber er hat einen heißen Tipp für Zoe parat: „Schlag deinen Kopf doch vor die Wand, vielleicht geht das.“

Nach diesem furiosen Auftakt der zweiten Folge werden drei Dinge klar. Erstens: dass sie nicht besser wird. Zweitens: Falls Zoe nachtragend ist, versteckt sie das gut. Sie gibt Frank zwei ihrer Zigaretten ab, damit der 52-Jährige ein Grußvideo von seiner Ehefrau Elke sehen kann. Dabei entpuppt sich drittens, dass Franks Fussbroichs Feedbackmethode nach dem Prinzip Zuckerbrot und Peitsche funktioniert: Nachdem er erst kein gutes Wort für Zoe übrig hatte, lobt er sie nun für ihre Geste und bescheinigt ihr einen tollen Charakterzug. Später mäkelt er wieder an ihrem Aussehen herum und kommentiert jeden Pinselstrich, den sie beim Schminken tut. Sein Fazit: „Du bist doch nicht geschminkt, du bist ganz blass.“ Das 19. Jahrhundert meldete sich daraufhin und forderte seine Feedbackmethode zurück – genauso wie Franks Frauenbild, das Moderator Daniel Hartwich in seinen Ursprüngen 1854 verortet. Aber was erwartet der Zuschauer schon von jemandem, der Fragen wie „Du warst aber ein schwieriges Kind, oder?“ oder „Bist du so, balla balla?“ an eine 21-Jährige für angemessen hält.

Zumindest mehr als das Moderatorenduo um Hartwich und Sonja Zietlow, das die Münder nicht mehr zukriegt, als es vom Dschungelarzt Doktor Bob erfährt, dass Frank eine Low-Carb-Diät macht. „Seit wann?“, ist Zietlows erste Frage. Erst, seit er im Tiny House sei, sagt Doktor Bob und Zietlow atmet auf: „Dann können wir ja noch etwas erwarten.“ Während sie damit Franks Körperproportionen stark abwertet, ist auch Zoes Figur in der Sendung immer wieder Thema. Doktor Bob schwärmt, wie großartig ihr Körper sei, weil sie viel Sport mache und gesund esse. Zietlow spottet: „Sie ist so dünn, weil sie ihre Organe unter den Nägeln trägt“, als Zoe nach der zweiten Dschungelprüfung sagt, sie wolle jetzt als Erstes die Organreste der Tiere unter ihren Fingernägeln entfernen.

Selbst die Prüfung verläuft unspektakulär. Weder Zoe noch Frank oder Influencer Mike Heiter, der in dieser Folge nur auffällt, weil er behauptet, im Westen würde die Sonne aufgehen, holen beim Dekodieren zwei Sterne. Zoe greift zwar, nachdem sie sich eine Minute geekelt hat, doch noch in den Kasten voller Kakerlaken, Würmern und anderem ekligen Getier, doch die Zahlencodes, die sie darin findet, sind entweder Nieten oder sie hat sie sich falsch gemerkt. Jedenfalls lassen sich die verdammten Zahlenschlösser an den verdammten Käfigen mit den verdammten Sternen kein einziges Mal öffnen. Frank hat sogar Schwierigkeiten, die Codes auf den Zahlenschlössern überhaupt einzugeben. „Dass man das Prinzip erklären muss, ist erstaunlich“, sagt Hartwich und Frank grummelt vor sich hin: „Ja, ist traurig.“ Ein bisschen mehr Mitgefühl, schließlich ist es keine schöne Aufgabe, seine Hände in einen Käfig mit Schlangen zu halten und sich mehrere Zahlencodes auf einmal zu merken. Am souveränsten gibt sich Mike Heiter, der nur manchmal vor den Riesenspinnen in seinem Käfig zurückzuckt und knapp am ersten Stern scheitert. „Ich war langsam, aber trotzdem schnell“, resümiert Mike und so ziehen die drei von dannen, ohne die Hoffnung, dass ihnen das Leben im Tiny House versüßt wird.

 Desiree Nick war als Talkgast dabei.
Desiree Nick war als Talkgast dabei. Foto: TVNOW/Stefan Gregorowius

Weil es – nicht nur den Zuschauern – langweilig wird auf den 18 Quadratmetern, schlägt Fussbroich vor, zu tanzen und wackelt mit seinem Hintern in die Kamera, Mike verbringt seine Zeit damit, in den Spiegel zu schauen und Zoe reflektiert, was hätte besser laufen können. Die drei sind netter zueinander, haben sich während der Prüfung angefeuert und kein böses Wort verloren. Dass die Zuschauer Zoe derzeit auf dem dritten Platz sehen und Mike als Sieger, nehmen alle gelassen hin. Und wenigstens eine hält große Stücke auf das junge Model: Desiree Nick, 2004 zur Dschungelkönigin gekürt und als Talkgast zu Besuch bei Zietlow und Hartwich, möchte Zoe gerne vier Wochen bei sich einziehen zu lassen und sie coachen. „Sie steht sich gerade einfach selbst im Weg“, sagt Nick, habe aber großes Potenzial. Fragt sich nur, was Zoe von dieser Idee hält. Zumindest sorgt sie schon jetzt für genügend Gesprächsstoff – auch über ihren Kopf hinweg.

Alle Infos zur Dschungelshow finden Sie hier.