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Dschungelcamp 2017: Hanka Rackwitz zwischen Zikaden und Schlangen

Dschungelcamp 2017 : Von Zikaden, Schlangen und Selbstmordversuchen

An Tag 2 im RTL-Dschungel wirkten die Kandidaten, als hätten sie bereits zehn Tage im Camp verbracht: Es wurde übers Essen gemeckert, geheult und geschrien. Unterhaltsam war das nicht.

Sie ist einfach zu viel. Hanka Rackwitz ist zu viel. Zu viel für die Nerven der Camper und zu viel für die Nerven der Zuschauer vor dem Fernseher: An Tag 2 bei "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" wuselte sie verwirrt durch das Camp, sang, plapperte, erzählte Witze, die keiner hören wollte, plapperte, lebte ihre 37.465 Phobien aus. Sie setzte sich (aus welchem Grund auch immer) in voller Montur in den Teich und plapperte weiter. Das ging ihren Mitbewohnern im Camp Rock irgendwann so sehr auf die Nerven, dass sogar der sonst völlig stumme Thomas Häßler sagte: "Schnauze halten."

Weil sie damit aber die wohl auffälligste Figur im Team mit den gelben T-Shirts war, hatten die Produzenten von RTL auch jede noch so kleinste Äußerung von Rackwitz aufgefangen und dem Zuschauer in kleinen Häppchen nach und nach serviert. Das schien ohnehin die Strategie in der zweiten Folge des Dschungelcamps gewesen zu sein. Zu sehen waren im Wesentlichen nur zwei Szenen mit wechselndem Personal: Szenen, in denen Irre Irres tun (Hanka und ihr Wasserbad) und Szenen, in denen gefallene Sterne von ihrem Fall berichten. Weil das weder abwechslungsreich noch gehaltvoll war, war die fast zwei Stunden lange Sendung aber vor allem eines: irre langweilig.

Was Hanka Rackwitz für Camp Rock ist, ist Komiker Markus Majowski für das Base Camp: Immer wieder sah man ihn verwirrt zwischen Liegen und Lagerfeuer umherlaufen, wobei er von seinen Mitbewohnern meist ignoriert wurde. Mitleid musste man deshalb aber nicht mit Majowski haben, der schätzte seinen Status im Team nämlich völlig anders ein. Es sei eine "besondere Fügung", dass sich die Kandidaten um ihn herum so schön formiert hätten. "Es ist toll, wie aufmerksam die Anderen mich wahrnehmen."

Zikaden-Gate im Base Camp

Apropos Wahrnehmung: Dass die bei Majowski eine andere ist als beim restlichen Team, war auch zu merken, als es um das Zirpen der Zikaden im Busch ging. "Ist das ein Feueralarm?", fragte Majowski. Verwirrte Blicke im Camp. "Die Zikaden waren gestern leiser, sie klingen heute elektronisch verstärkt", konstatierte er anschließend im Dschungeltelefon. Damit aber nicht genug der Verschwörungstheorie: Als Majowski wenig später Glühwürmchen im Wald entdeckte ("Die Zikaden sind jetzt im Wald, hängen am Baum und leuchten"), gestand er Marc Terenzi, er habe zunächst gedacht, es handele sich bei dem Getier um Sicherheitsbeamte.

So ‘ne Art Junkie

Wer nicht durch sein besonderes Verhalten auffiel, sprach von seiner Vergangenheit. Und die war bei den meisten Promis düster: Botox-Boy Florian Wess hat mehrere Jahre lang Speed und Ecstasy gleichzeitig genommen "Ich war so ‘ne Art Junkie". Mallorca-Jens Büchner hat einst versucht, sich mit den Herztabletten seines Großvaters das Leben zu nehmen: "Elf Sekunden hat mein Herz nicht geschlagen." Und Fräulein Menke hat sich die Pulsadern aufgeschnitten: "Bin aber wieder wachgeworden und in die Notaufnahme gefahren." Passend dazu gab es Tränen und verständnisvolle Blicke. All das schon an Tag 2 — da fragt man sich, was noch kommen soll. Haben die Promis aus lauter Langeweile ihren für später geplanten emotionalen Ausbruch vielleicht schon vorgezogen? Es scheint fast so.

Wie man ein Menschenfresser wird

Ebenfalls auffallend früh beschwerte sich das Team Camp Rock über das Essen: Reis und Bohnen als einzige Mahlzeit am Tag (von denen die Camper allerdings noch einen großen Teil wegwarfen), seien einfach nicht genug. "Da kann ich echt verstehen, warum Menschen, die im Busch leben, irgendwann anfangen, Menschen zu essen", folgerte Kader Loth. Der Dschungel-Panda mit den dauerschwarzen Augen fiel sonst wenig in der zweiten Folge auf: Auf der Schatzsuche, bei der sie mit Schleim gefüllte Kisten über dem Kopf halten musste, stellte sie sich erwartungsgemäß tollpatschig an und quiekte erwartungsgemäß laut, als besagter Schleim auf sie kippte. Das brachte dann sogar Nicht-Denkerin Sarah Joelle Jahnel zu der Folgerung: "Da habe ich jetzt kein Mitleid, wenn man weiß, was da rauskommt, rennt man doch rechtzeitig weg."

Zwei Männlein stehen Planschbecken

Enttäuschend blieb auch das Prüfungsduell zwischen Alexander "Honey" Keen und Florian Wess. Statt bissigen Schlagabtauschs bekam der Zuschauer zwei verängstigte Männlein zu sehen, die im glasklaren Wasserbecken Angst hatten unterzutauchen. In einem Becken mussten sie in verschiedenen Kammern mit verschiedenen Tieren Sterne aufsammeln. "Das ist echt ein großes Risiko", sagte Keen zu Beginn. Nach mehreren Bekundungen der Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich, man würde schon keine Kandidaten ertrinken lassen, trauten sie sich dann doch. Das Duell ging knapp an Honey.

Am Ende verirrte sich eine Schlange ins Camp. "Es geht um unser Leben", brüllte Hanka melodramatisch, währen Mallorca-Jens und Co. weiter auf ihren Liegen dösten. Es folgte ein letzter Heulanfall, dann endete Tag 2 im Dschungel. Von Hanka wird man auch an Tag 3 wieder hören: Gemeinsam mit Kader Loth wurde sie von den Zuschauern in die Prüfung gewählt. Für das Base Camp müssen Honey und Gina-Lisa Lohfink ins Rennen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Tag 2 im Dschungelcamp 2017

(lai)