"Doppelzimmer für drei" mit Simone Thomalla im ZDF: Komödie mit ernsten Tönen

Berlin: Komödie mit ernsten Tönen

Im "Doppelzimmer für drei" finden drei Freundinnen in Amsterdam zu sich selbst.

Freunde eingängiger, aber dennoch aufbauender Freundinnenfilme dürften sich wohl fühlen bei dieser stark besetzten Komödie mit ernsten Untertönen. Zum einen, weil es sich hier gleich um drei Frauen in den besten Jahren handelt, die einander seit Langem treu und liebevoll-kritisch verbunden sind. Zum anderen, weil mit jeder von ihnen ein Problemkreis angesprochen wird, der Themen und Nöte unserer Alltagsrealität spiegelt.

Da ist zunächst Anne (Simone Thomalla, "Frühling"), die ein grausames Schicksal ereilt. Bei einem Autounfall verliert die Weinspezialistin ihren Ehemann. Und durch das traumatische Erlebnis auch noch ihren Geschmacks- und Geruchssinn. Doch es gibt ja noch die tiefgefrorenen befruchteten Eizellen in Amsterdam. Die erscheinen Anne nun als Gelegenheit, mit 50 endlich Mutter zu werden.

Annes Mitarbeiterin und Kumpel Conny (Nadine Wrietz, "Dieses bescheuerte Herz") kann von Nachwuchs höchstens träumen. Denn Sex hatte die übergewichtige 42-Jährige zuletzt vor Jahren. Aus ganz anderem Holz geschnitzt ist Hilde (Gesine Cukrowski, "Letzte Spur Berlin"): Die Ex-Polizistin hat einen Mann und zwei halbwüchsige Söhne. Doch so langsam vermisst sie ihren Beruf.

Alle drei Frauen begeben sich auf eine Reise ins stimmungsvoll herbstliche Amsterdam. Nach dem Drehbuch von Melanie Brügel erzählt Regisseur Joseph Orr diese Geschichte aus dem deutschen Mittelstand mit Sinn für Pragmatismus, Feingefühl und Humor. Sogar in den Rotlichtbezirk begleitet die Kamera Conny, die dort einen Callboy treffen will. Anne lernt derweil sehr vorsichtig den Holländer Mats (Daniel Boissevain) kennen, verliert aber einige Illusionen.

Cukrowski kann die Probleme ihrer Rollenfigur gut nachvollziehen: "Hilde liebt ihre Familie. Doch nun kommt sie an den Punkt, an dem sie sagen kann: Jetzt bin ich mal wieder dran." Sie selbst genieße allerdings die seltene Idealsituation, Arbeit und Privatleben miteinander verbinden zu können. "Manchmal drehe ich einige Monate gar nicht. Und früher habe ich meine Tochter bei Reisen ins Ausland mitgenommen", erklärt Cukrowski.

"Doppelzimmer für drei", ZDF, 20.15 Uhr

(dpa)