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Dokumentation über "New York Times"

Reporter-Leben unter Trump : Adrenalin des Nachrichtenalltags

Ein Jahr lang begleitete Regisseurin Liz Garbus die „New York Times“. Arte zeigt das Reporter-Leben unter Trump.

(dpa) Der Film hätte auch heißen können: „Ein Hammerjahr“. Oder: „Der pure Wahnsinn“. Die Autoren entschieden sich jedoch bei der vierteiligen Dokumentation, die am Dienstag beim Kulturkanal Arte zu sehen sein wird, für etwas anderes. „Mission Wahrheit – Die New York Times und Donald Trump“. Die Redaktion hat sich von einem Kamerateam ein ganzes Jahr lang bei der Arbeit über die Schulter schauen lassen.

Es war kein gewöhnliches Jahr, das da mit der Kamera festgehalten wurde. Ganz und gar nicht. Für Korrespondenten in Washington war es DAS Jahr ihres Berufslebens. Für Journalisten der „New York Times“ gilt das ganz besonders. „Wir arbeiten jeden Tag fast 24 Stunden, und es ist die anspruchsvollste Story unseres Lebens“, fasst die „Times“-Büroleiterin Elisabeth Bumiller (62) zusammen.

Der Film zeigt, wie etwa die Korrespondentin Maggie Haberman (45), einst Boulevardreporterin in New York und deshalb langjährige Trump-Kennerin, ins Innerste der fragilen Machtzentrale Weißes Haus vorzudringen vermag, wie sie vom Präsidenten selbst auf dem Handy angerufen wird. Wie sie aber auch mit Tränen in den Augen am Telefon hockt, ihr Kind tröstend, das zu Hause in New York auch an diesem Tag vergebens auf Mama wartet. „Ich weiß nicht, wie das hier ausgehen wird. Aber eines Tages werden wir unseren Kindern sagen: Ich war damals in Washington und habe darüber berichtet“, sagt Bumiller, deren Team von Anfang an Vollgas gibt.

Der erzwungene Rücktritt von Sicherheitsberater Michael Flynn, der Rauswurf von FBI-Chef James Comey, der Start von Russland-Sonderermittler Robert Mueller – der Film der Oscar-nominierten Regisseurin Liz Garbus ruft eine ganze Kette von Großereignissen des ersten Amtsjahres von Donald Trump in Erinnerung. Die Reporter der „New York Times“ saßen immer in der ersten Reihe.

Oft auch als Zielscheibe des Hasses, den Trump mit seiner Fake-News-Kamapagne gegen Reporter schürt. Der Film zeigt aber auch: Der Feldzug gegen die Medien ist nicht echt. Maggie Haberman beschreibt, wie eng die Beziehung Trumps zu seiner „Heimatzeitung“ „New York Times“ ist. Steve Bannon schreit Fake News, wenige Minuten, nachdem er nach einem Interview mit einem „Times“-Reporter aus dem Auto stieg.

Die dreieinhalb Stunden nehmen den Zuschauer mit in die Welt einer modernen Redaktion. Bumiller und ihre Leute laden Nachrichten fast in Echtzeit hoch, in Sekundenschnelle springen Fernsehsender und Social Media darauf an. Der Film ist manchmal ermüdend – nicht nur wegen der schwierigen Synchronisation. Aber er zeigt die Kleinarbeit, die die Reporter jeden Tag leisten, die Wände, gegen die sie laufen. Und auch die Pannen, die hin und wieder passieren.

„Mission Wahrheit – Die New York Times und Donald Trump“, Arte, Di., 20.15 Uhr

(dpa)