Dieser "Tatort" war leider auch keine Hilfe: Land in dieser Zeit

"Land in dieser Zeit" : Dieser "Tatort" war leider auch keine Hilfe

Der Frankfurter Tatort "Land in dieser Zeit" beschäftigte sich mit den Themen Flüchtlinge und Fremdenfeindlichkeit. Leider kratzte der Film von Markus Imboden nur an der Oberfläche und lieferte ärgerliche Klischees.

Worum ging es? Bei einem Brandanschlag auf einen Friseursalon kommt eine junge Frau ums Leben. Schnell fällt der Verdacht auf einen Flüchtling aus Nordafrika, der in der Gegend mit Drogen dealt. Doch das Blatt wendet sich und drei junge Frauen, die der rechten Bewegung "Die Kongruenten" nahestehen, verstricken sich in Widersprüche. Die Kommissare Janneke und Brix ermitteln im rechten Sumpf. Doch für eine Anklage reicht es am Ende nicht.

War es gut? Leider gar nicht. Im Tatort wurde ein Klischee an das andere gereiht. Von den Polizisten einmal abgesehen scheint es vor allem zwei Sorten Deutsche zu geben. Die einen singen mit verklärtem Blick im Clubheim deutsches Liedgut. Die anderen betrinken sich in Rechtsrock-Kneipen und grölen "Heil Hitler". Auch über die Figuren der Migranten, die in "Land in unserer Zeit" gezeigt werden, erfährt man gar nichts. Die Figuren bleiben Holzschnitte. Einen tatsächlichen Beitrag zur aktuellen Debatte oder Denkanstöße liefert der Film in keiner Minute.

Was sollte das denn? Schwer erträglich war die Szene, in der die Muslima Najla von betrunkenen blonden Männern auf offener Straße belästigt und zusammengeschlagen wird. Niemand kommt der Frau zur Hilfe. Sie bleibt alleine und halbtot in der Gosse zurück. Die Szene wurde nebenbei mal so eingeschoben. Auch anschließend verlor niemand ein Wort darüber. Als sei so etwas in Deutschland ganz normal. Eine Provokation oder schlicht eine Frechheit? Eher Letzteres.

Wie geht es weiter? Nach zwei Frankfurter Fällen innerhalb von drei Wochen zum Glück erst irgendwann Ende des Jahres. Denn nach diesem Fall dürften viele Zuschauer etwas Erholung brauchen.

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