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"Die Neue" im ZDF mit Iris Berben

Berlin : Die Angst vor dem Anderssein

Im ZDF-Film "Die Neue" sind zwei völlig unterschiedliche Frauen auf der Suche nach ihrer Identität.

Flüchtlinge, Vertriebene, Migranten - kurzum: Menschen aus fernen Ländern hat es in der Bundesrepublik Deutschland immer gegeben. Längst schon ist sie ein Einwanderungsland. Aktueller denn je ist derzeit das Thema der anderen Religionszugehörigkeiten und der damit verbundenen Probleme. Darum geht es in dem Fernsehfilm "Die Neue", der heute Abend im ZDF zu sehen ist.

Sie ist sportlich und geht im Sportstudio auf das Laufband, sie hat keine Kinder und lebt allein, sie ist tough und hat ihr Leben im Griff: Eva Arendt (Iris Berben) ist eine beliebte Deutschlehrerin an einem Berliner Gymnasium, und für sie läuft alles bestens. "Was gibt uns Goethe heute?", fragt sie ihre Schüler, die daraufhin zwar irgendwas von "Bullshit aus dem Mittelalter" murmeln, sich dann aber natürlich doch mit dem Dichter beschäftigen. Eva lebt als entschiedene Demokratin ganz für ihren Beruf und kümmert sich nebenbei um ihre Mutter, die im Krankenhaus liegt.

Doch als eine neue Schülerin in ihre Klasse kommt, wird plötzlich alles anders: Sevda (Ava Celik) trägt ein Kopftuch, nimmt nicht am Sportunterricht teil und betet heimlich im Keller der Schule. Es kommt zu Auseinandersetzungen zwischen Sevda und ihren Mitschülern, den Lehrern und dem Direktor, der den Schulfrieden in Gefahr sieht.

Eva wendet sich mehr und mehr Sevda zu, vernachlässigt darüber die anderen Schüler und wird zunehmend zu einer Getriebenen, die obendrein in eine Lebenskrise gerät. Aus falsch verstandener Solidarität heraus verliert Eva die Balance sowie die Distanz als Lehrerin.

Beide Frauen sind auf der Suche nach der eigenen Identität und beginnen, ihre bisherigen Prinzipien in Frage zu stellen. "Sie will mit dem Kopf durch die Wand, und wir können nur ein Kissen dazwischen halten", sagt Eva über Sevda.

Es geht in dem Film um Ängste vor dem Anderssein und wie man damit am besten umgehen sollte. Das ist nicht leicht, aber machbar, zeigt "Die Neue". Insofern ist der Film der Türkin Buket Alakus ein Plädoyer für Nächstenliebe und Integration, die nicht als pure Anpassung verstanden werden sollte. Um es mit Goethe zu sagen: Das ist des Pudels Kern.

"Die Neue", ZDF, 20.15 Uhr

(dpa)