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Die Höhle der Löwen 2018: Glitzer-Pfefferspray zum Staffel-Finale

„Die Höhle der Löwen“ : Glitzer-Pfefferspray zum Staffel-Finale

Zum Finale der diesjährigen „Höhle der Löwen“ buhlen die Investoren noch einmal um die besten Geschäftsideen. Eine Wärmflasche hat es ihnen besonders angetan. Und ein Abwehrspray in Glitzeroptik von zwei Düsseldorfern.

Lina und Hinrich aus Hamburg wollen Fleischessen zu etwas Besonderem machen. Die Idee hinter „Ein Stück Land“: Die Stücke vom Galloway-Rind müssen erst komplett verkauft sein, bevor das Tier geschlachtet und die Teile online verschickt werden. Ihre sympathische Art kommt an, aber ganz überzeugt sind die Investoren noch nicht: Die Pakete werden für durchschnittlich 180 Euro nach Hause geschickt. Ganz schön viel Geld, meinen die Löwen. Die Gründer halten dagegen, dass ähnliche Ware im Supermarkt nicht teurer sei. Und obwohl die beiden derzeit nur etwa 160.000 Euro Umsatz machen, wollen sie 200.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile haben. Georg Kofler bietet das Geld, aber für 35 Prozent der Anteile. Die Gründer lehnen ab und gehen ohne Deal nach Hause.

Auch Julian und Tahnee aus Düsseldorf glauben an ihr Produkt: Sie haben bereits 50.000 Euro in „Safaya“ investiert – und das ist so jung, dass sie es bisher noch niemandem präsentiert haben. Hinter der Marke stehen Sicherheitsproduke für Frauen, die als Lifestyle-Artikel verkauft werden sollen. „Wir machen sie nicht nur schön, sexy und attraktiv, wir bieten Frauen Freiheit und Sicherheit“, sagt die Gründerin. Zum Beispiel: Ein Pfefferspray in der Größe eines Lippenstifts, natürlich in Glitzer-Optik. 100.000 Euro wollen die beiden für 20 Prozent der Firmenanteile. Carsten Maschmeyer und Frank Thelen steigen aus. Dagmar Wöhrl ist trotzdem überzeugt: „Ich bin begeistert, mir gefällt’s“, sagt sie und bietet den Gründern genau, was diese anfangs haben wollten - für den Premium-Markt. Ralf Dümmel sieht die Zukunft des Produkts eher im Drogeriemarkt und bietet das Geld für 25 Prozent der Firmenanteile. Georg Kofler will 150.000 Euro für 30 Prozent geben – und geht trotzdem leer aus. Ralf Dümmel erhält den Zuschlag und ballt die Fäuste. „Ich werde euch beweisen, dass das die richtige Entscheidung ist“, sagt er.

Das Motto von Caroline lautet „Stay real, be true“ – nur folgerichtig also, dass sie ihre Idee „Realtrue“ getauft hat. Die Grafikdesignerin ist an einem See in der Schweiz aufgewachsen, beschreibt Wasser als ihr Element. „Ich bin vom Sternzeichen Fisch“, sagt sie. Sie tritt mit dem Bild eines Fisches vor die Löwen, der am Amazonasbecken lebt und feuerrote Schuppen bekommt, wenn er sich paaren möchte. „Das ist mal ein praktisches Ampelsystem“, meint Carsten Maschmeyer. Die ledrige Haut des Fisches wurde bis vor wenigen Jahren weggeworfen – genau daraus macht „Realtrue“ jetzt aber High-End-Accessoires wie Handtaschen oder Schuhe. Und lässt diese in einer Manufaktur in Italien herstellen. „Man kann ja nicht genug Handtaschen haben“, sagt Judith Williams und springt auf. „Das fühlt sich ja doll an“, meint auch Dagmar Wöhrl. Die Luxusstücke haben aber ihren Preis: 2000 Euro und mehr sollen die Taschen kosten. Die Männer steigen aus – und auch die beiden Frauen schlagen nicht zu. Obwohl sie die Taschen toll finde, aber „der Markt ist wahnsinnig umkämpft“, sagt Judith Williams.

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Make-Up-Artist Frank Hard geht „all in“, wie er sagt. 70.000 Euro hat er bisher in sein Produkt gesteckt. Damit will er Beauty-Produkte an den Mann bringen. „Man Upgrader“ wird direkt an Models im Studio getestet. Make-up, das Frank Hard nicht Make-up nennt, um die Männer nicht abzuschrecken. Stattdessen spricht er von Tagespflege mit Weichzeichner-Effekt. „Männliche Männer können sich auch pflegen“, sagt Georg Kofler. Frank Thelen vergibt 100 von 100 Punkten bei Haptik und Design, steigt trotzdem aus. Er sei überzeugt vom „tollen Produkt“, aber nicht der richtige Partner, meint der Löwe. Auch Dagmar Wöhrl winkt ab: Die Zeit sei noch nicht reif dafür. Die Verkaufszahlen sind tatsächlich überschaubar: In vier Wochen hat er 30 Stück verkauft, möchte trotzdem 75.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile haben. Am Ende bleibt nur noch Kofler übrig: Und der möchte 150.000 Euro für 49 Prozent geben. „Wir starten ja auf der grünen Wiese“, sagt er. Frank Hard schlägt ein: „Wir haben einen Deal.“

Michael und Diana Failer sind eigentlich Zahnarzt und Architektin. Mit „Tonefit“ möchte das Ehepaar aus der Schweiz aber trotzdem ein Sportgerät an die Löwen bringen. Den Gürtel trägt man beim Walken oder Joggen, an seinen Seiten befindet sich jeweils ein Griff, der sich wie bei einem Crosstrainer bedienen lässt. So sollen beim Laufen unter anderem auch Bauch, Brust und Schultermuskulatur gestärkt werden. Das will gleich eine ganze Reihe von Löwen ausprobieren, die Investoren trippeln und traben durchs Studio. Ralf Dümmel bleibt zwar in seinem Sessel sitzen, bietet aber 200.000 Euro für 30 Prozent. Die Gründer schlagen ein.

Den härtesten Kampf des Abends liefern sich die Löwen aber um „Troy“. Das ist nicht nur ein Lied der Fantastischen Vier, sondern auch der Name einer etwas anderen Wärmflasche, die Volker und Benjamin den Investoren präsentieren. Die soll nicht nur doppelt so lange warm halten wie gewöhnliche Modelle, es soll auch unmöglich sein, sich an ihr zu verbrennen. 4000 Stück haben sie davon verkauft. „Sie haben so leuchtende Erfinderaugen“, sagt Carsten Maschmeyer. Er verbinde Wärmflaschen aber immer mit Kranksein, also könne er den Gründern nicht helfen. Ganz anders sieht das Ralf Dümmel: Er bietet 200.000 Euro für 20 Prozent des Unternehmens. Georg Kofler zieht mit und bietet 300.000 Euro für 26 Prozent. Auch Dagmar Wöhrl, bekennende Wärmflaschen-Nutzerin, wirft ihren Hut in den Ring und bietet 200.000 Euro für 15 Prozent – genau das, was die Gründer haben wollten. „Können tun die das alle“, sagt Volker. Am Ende entscheidet das Gefühl, und Dagmar Wöhrl macht das Rennen. Ralf Dümmel kann seine Enttäuschung kaum verbergen und muss erstmal einen tiefen Schluck aus dem Wasserglas nehmen. Der hart umkämpfte Schlusspunkt der aktuellen Staffel - ein heißer Dreikampf um eine Wärmflasche.