"Die Bachelorette" 2019: "Es ist einfach nur noch langweilig"

Fünfte Folge der „Bachelorette“ : Es ist einfach nur noch langweilig

Die aktuelle Staffel der Bachelorette ist öde. Und Rosendame Gerda sorgt in Folge 5 am Mittwochabend leider dafür, dass es so bleibt. Da hilft auch nicht, dass sie den ersten Kandidaten in ihr Bett holt.

Für diejenigen, die das Format sowieso hassen, ist es keine Überraschung, für die treuen Zuschauer der Kuppel-Show aber schon eine Enttäuschung: Die Bachelorette ist so langweilig wie nie. Es gibt kaum hinterlistige Lästereien, keine offenen ausgetragenen Konflikte und was ist nur aus den Saufgelagen der Kandidaten früherer Staffeln geworden? Tote Hose, wohin man blickt. Also außer bei einem, aber dazu später mehr.

Selbst die Kandidaten finden es in Griechenland so langsam öde und versuchen in der Nacht der Rosen mit einer Poolparty mal wieder so etwas wie Stimmung in die Bachelorette-Boys-Bude zu bringen. Rumgedruckse und ein paar lahme Gespräche sind das Ergebnis. Dass sich das auch in den nächsten Folgen nicht mehr ändern wird, hat Gerda höchstselbst zu verantworten. Denn in dieser Nacht der Rosen schmeißt sie alle Kandidaten, die noch einen Tick Unterhaltung versprechen könnten, gesammelt raus.

Muskelprotz Oggy Baam muss die Heimreise nach Wesel antreten. Ja, uns ist allen schon klar, dass er am Ende keine Chance gehabt hätte. Aber er war der einzige, der auch mal grimmig sein konnte, während die anderen in der Villa nur ihre Zeit absitzen. Und auf die oft nicht zu Ende gedachten Sprüche des Teilzeit-Philosophen muss man jetzt auch noch verzichten. Gleichzeitig gehen darf Oggys bester Bro, Andreas aus Wermelskirchen. Gerda sieht ihn mehr als Freund, weil sie so viel mit ihm lachen kann. Bedeutet im Umkehrschluss aber auch: Ein lustiger Typ geht und die „Stock-im-Arsch-Typen“, wie Andreas sie nennt, bleiben. Ebenfalls raus ist Daniel. Auf der einen Seite haben seine übertriebene Vernarrtheit in Gerda und die inflationär, lang gezogenen „geeeeeil“ schon etwas genervt. Auf der anderen Seite ist damit auch das letzte Fünkchen Konfliktpotenzial gestorben. Alex, der Sieger der vorigen Staffel, schmeißt in seinem zweiten Anlauf auch noch freiwillig hin.

Das Schlimmste ist aber, dass jetzt schon klar ist, wer am Ende im Finale stehen wird: Keno und Tim. Keno hat den ersten Kuss bekommen, Tim darf als erster bei Gerda übernachten. Gerda muss dafür allerdings so oft mit dem Zaunpfahl winken, dass man schon Zweifel daran bekommen könnte, ob Polizist Tim mit seiner Auffassungsgabe wirklich im richtigen Beruf gelandet ist. Erst massiert sie ihn und sagt, dass sie viel körperliche Nähe braucht. Nach dem gemeinsamen Dinner in ihrer Villa dann der nächste Zaunpfahl-Wink: „Ich bin bereit, für was auch immer.“ Bevor es dazu kommt, muss sie sich allerdings erst an ihn ran kuscheln, sich halbnackt für den Pool ausziehen und selbst beim Kuss die Initiative ergreifen. Irgendwann hat aber selbst Tim den Fall gelöst und es geht ins Schlafzimmer, wo die Kameras draußen bleiben. Zum Glück fasst er die Nacht am nächsten Tag für die anderen Kandidaten zusammen: „Ich bin um 9 Uhr bei ihr rein.“

Wenn sich weder Keno noch Tim einen emotionalen Totalausfall leisten, oder sich einer der anderen Kandidaten überraschend entscheidet, doch noch bei der Sendung mitzuwirken, ist das Finale damit schon jetzt gebucht. Die paar unheimeligen Homedates und pseudo-traumhaften Dreamdates könnte sich RTL auch sparen und gleich zur Vergabe der letzten Rose zu kommen, die noch halbwegs spannend werden könnte. Oder um es anders zu sagen: Bitte vorspulen!

Obwohl man dann immerhin die Chance verpassen würde, endlich mal irgendetwas über die Bachelorette zu erfahren. Denn die trägt auch kaum zur Unterhaltung bei – von den Bikini-Nahaufnahmen für die männlichen TV-Zuschauer mal abgesehen. Eigentlich sind Kandidaten in diesen Formaten ja immer sehr extrovertiert und haben viel von sich zu erzählen. Gerda hingegen hat sich am Anfang in einem Einspieler mal kurz vorgestellt und das war’s gefühlt dann auch. Na gut, beim Flaschendrehen haben wir erfahren, dass sie ihr erstes Mal mit 21 hatte und noch keinen Dreier. Das zählt jetzt aber auch nur begrenzt als Unterhaltung.

Die Unterhaltungen mit den männlichen Kandidaten zählen auf jeden Fall auch nicht als solche. Die Gespräche bestehen Woche für Woche nur aus belanglosem Smalltalk. Immer wieder dreht es sich nur darum, dass sich alle mehr Zeit wünschen, um einander kennenzulernen. Ja, dann tut‘s doch auch endlich mal! Dafür ist das Format doch da. Und ganz vielleicht, wäre es dann auch wieder unterhaltsam.

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Erste Zungenküsse im Bachelorette-Roulette

Von Julia-Marie Schüßler

veröffentlicht am 8. August

So schnell kann’s gehen: In der vierten Folge der aktuellen Staffel von „Die Bachelorette“ ging Gerda Lewis zum ersten Mal auf eine ausschweifende Zungenreise mit Keno Rüst. Den Heimflug mussten Harald Kremer und Luca Gottzmann antreten.

Der erste Kuss – Von hundert Personen würden ihn 99 vermutlich als feucht, unbeholfen und irgendwie eklig beschreiben. Fakt ist aber: Egal, wie schräg er war, die meisten vergessen ihn nie. Der erste Kuss im RTL-Format „Die Bachelorette“ ist auch in jeder Staffel ein emotionales Highlight – er sorgt vor allem für Entsetzen bei den ungeküssten Kandidaten. Verständlich wäre das, wenn es sich bei ihnen um pubertierende Jungs in der freien Wildbahn handeln würde. Denn da ist es doch schon ziemlich uncool, wenn die Auserwählte, die einem gestern noch schöne Augen gemacht hat, auf einmal den besten Kumpel knutscht. Bei den vermeintlich erwachsenen Bachelorette-Teilnehmern ist so ein Verhalten einfach nur peinlich. Denn in dem Fall muss man ganz klar sagen: Spiel nicht verstanden, ab nach Hause.

Andererseits ist dieses Gerda-Roulette auch irgendwie verwirrend, versetzt es die großen Jungs doch häufig in längst vergangene Zeiten. Bei der aktuellen Folge am Mittwochabend ging es für sechs Kandidaten mit Gerda Lewis an den Strand. Ein riesengroßer Planschspaß mit Tretboot und Luftmatratzen in Pizza-Optik. Die Bachelorette befahl: „Dann könnt ihr euch auch direkt ausziehen.“ So schnell konnte der Zuschauer gar nicht gucken, da waren auch schon alle halb nackig. Auch wenn eigentlich gar keine Hemmungen mehr fallen mussten, wollte Gerda „Ich habe noch nie“ mit den Jungs spielen. Das ist ein Trink-Spiel. Wer das Gesagte getan hat, muss Alkohol trinken. Und Gerdas erste Frage ging auch direkt in die Vollen. Denn was interessiert Frau auch mehr an dem potentiellen neuen Partner als, ob er schon einmal einen Dreier hatte. Luca und David stießen kichernd darauf an.

Der Zuschauer erfuhr noch weitere Dinge, die er nicht wissen wollte. Gerda hatte zum Beispiel noch nie draußen Sex und ihr erstes Mal hatte die selbst ernannte „Spät-Sünderin“ mit 21 Jahren. Auch hat die heute 26-Jährige beim Sex schon einmal einen Höhepunkt vorgetäuscht, David ebenfalls. Das fanden einige seltsam. Beschwipst waren später aber alle.

Insgesamt spielt Alkohol bei und für die Bachelorette eine herausragende Rolle. Von der ständigen Produktplatzierung eines bekannten alkoholischen Getränks mal abgesehen, sind alle inklusive Gerda sehr trinkfreudig. Ganz vorne mit dabei ist Harald Kremer. Sei es bei der Männlichkeits-Challenge in der zweiten Folge oder bei „intimen“ Gesprächen in der Jungs-Villa: Harald schmeckt‘s. Nur dieses Mal wohl etwas zu gut. Er wurde ausfallend, gar übermütig. Es endete in einem Gerangel zwischen zwei Halbstarken, Harald landete im Pool. Im anschließenden Interview ging es in die nächste Runde. Da Harald aber generell nichts mit hässlichen Menschen zu tun habe, könne er Luca zukünftig auch problemlos aus dem Weg gehen. Super. Problem gelöst. Aber bekanntlich sieht man sich ja immer zweimal im Leben.

So gesehen passt Harald sehr gut zu Gerda, denn die stößt gerne auf alles mit einem Sektchen an. Nach dem Strandausflug mit den Jungs durfte Keno Rüst für einen aufregenden Austausch mit Gerda bleiben. Kurz zusammengefasst: Da sie sich so unglaublich vertraut sind, sich gefühlt schon Jahre kennen und dieses Date mit das Romantischste war, was Gerda jemals hatte, gab es den ersten Kuss in der diesjährigen Staffel. Das war nicht nur einer und auch kein zaghafter Bussi, sondern eine richtige Knutscherei und Fummelei. Der Zuschauer wartete nur darauf, dass aus dem Off jemand wie Oggy Baam ruft: „Nehmt euch ein Zimmer.“ Der kam zwar nicht, Gerda hatte aber Durst und beendete so die Zungenspielchen. So trank man ein Glas Wein auf diesen besonders tollen Abend und Keno bekam als „Kirsche auf der Torte“ die erste Rose überreicht.

Dass Oggy dieses Kuss-Spektakel mit Anfeuerungsrufen unterstützt, ist eine schöne aber unrealistische Vorstellung. Denn man mag von ihm halten, was man will, aber das Spiel hat er verstanden. Er will dort keine Freunde finden, er klopfte Keno auch nicht anerkennend für seine Mundakrobatik auf die Schulter. In seiner gewohnt vornehmen Art wollte er dem Kuss-Casanova am liebsten eine Hantel an den Kopf werfen. Oggy will Gerda für sich und macht sich dafür auch überdurchschnittlich oft zum Affen. Auf einem City-Trip mit Gerda und zwei weiteren Jungs pflückte er Gerda eine Blume, malte ein außergewöhnlich hässliches Porträt der 26-Jährigen und versprach seinen Bart abzurasieren. Denn so mag ihn die Bachelorette nun einmal lieber. Im Gespräch mit „Bruder“ Andreas Ongemach kamen Oggy Zweifel. Sollte Gerda ihn nicht eigentlich so mögen, wie er ist? Oggy setzte dann aber doch den Rasierer an und machte einen Zwergen-Aufstand für ungefähr zehn gelassene Haare. Für ihn war das der ganze Bart. Vollkommen affig.

Ein Dinner-Date mit Blick über Athen bekam nach dem City-Trip dann aber nicht Oggy sondern Marco Schmidt. Auch wenn es der 26-Jährige lieber mag im Gehen zu reden, war er auch im Sitzen ganz schön redefreudig. Marco berichtete von seiner traurigen Vergangenheit, Gerda sah Parallelen in ihrem eigenen Werdegang. Die Bachelorette war zu Tränen gerührt und sieht Marco nun mit anderen Augen: „Das hat uns echt nach ganz oben katapultiert.“ Große Aufmerksamkeit schenkte Gerda aber auch einem Kätzchen, das sich vor die Kameras mogelte.

Zeit zu zweit hatte die Bachelorette außerdem mit Florian Hausdorfer beim Sky Diving, Florian strahlte dabei „aus allen Löchern“. Ein „crazy mind fuck“ war das vor allem für Daniel „Danger“ Chytra. Denn er ist ja schließlich der Mann für die Luft, besonders für heiße Luft. Davon bekam der Zuschauer in dieser Folge glücklicherweise außergewöhnlich wenig in den Gehörgang gepustet. Aber natürlich bestand er auf ein Gespräch mit der Bachelorette in der Nacht der Rosen. Dabei wurde er verdient von Gerda zurechtgewiesen: „Du musst auch verstehen, dass du nicht der Einzige bist.“ Als einer von vielen bekam er dann auch eine Rose. Gehen musste trotz gemeinsamer Vorlieben Harald und auch Lucas Grillkünste waren nicht ausreichend. Zu hoffen war, dass die Streithähne auf dem Weg zum Kofferpacken nicht an einem Pool vorbei mussten.

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Sind Mudi und „Bachelor“-Nathalia jetzt ein Paar?

veröffentlicht am 5. August

Vor der vierten „Bachelorette“-Folge ist es Zeit für einen kleinen Exkurs. Wir erinnern uns: Das Drama nahm in der letzten Nacht der Rosen seinen Lauf, als Bachelorette Gerda ihren Jungs verkündete: „Einer von euch ist in einer Beziehung“. Sie forderte den Schelm daraufhin auf, ihr freiwillig alles zu beichten. Nach dem Schock begannen die Kandidaten, sich misstrauisch zu beäugen – doch niemand legte ein Geständnis ab. Schließlich konfrontierte Gerda Mudi mit den Vorwürfen. Der verstrickte sich in Widersprüche, was das angebliche Ende der Beziehung betraf und entschied sich dann vor der Rosenvergabe, die Villa freiwillig zu verlassen. Ihm sei jetzt erst klar geworden, dass da noch irgendetwas sei.

So weit, so spannend. Aber was ist denn nun mit Mudi und seiner Herzdame?  RTL hat die beiden besucht und befragt. „Ich war total schockiert, gehört zu haben, dass Nathalia da angerufen hat“, offenbart Mudi, während besagte Nathalia neben ihm sitzt. Das habe etwas in ihm ausgelöst. „Wahrscheinlich ist da doch irgendwas von ihr und ich wollte es herausfinden.“

Nathalia ist keine Unbekannte. Sie war 2019 selbst Kandidatin bei „Der Bachelor“. „Ich würde schon sagen, dass da Gefühle im Spiel sind. Auf jeden Fall“, sagt sie. Auch Mudi bestätigt: „Meinerseits auf jeden Fall auch. „Aber“, sagt der 28-Jährige, „wir lassen uns überraschen.“ Zusammen sind die beiden also nicht. Noch viel Ungeklärtes liege zwischen den beiden, erklärt Nathalia.

In Griechenland indes fließen heute Abend bei Gerda die Tränen, als Marco ihr von seiner schwierigen Kindheit erzählt, von Keno bekommt sie ihren ersten Kuss und macht mit Florian einen Fallschirmsprung.

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Wie eine rollige Katze

veröffentlicht am 1. August

In Folge drei geht die Bachelorette ran an die Männer: Mit dem ersten wird halbnackt gekuschelt, den zweiten will sie küssen und mit dem dritten sogar gleich ins Bett. Einer davon ist Neuankömmling Alexander Hindersmann, Sieger der Staffel von 2018.

Wie verhält sich eine Frau, wenn sie von ihrem Gegenüber mehr will? Diese Frage würde ein, zugegebenermaßen nicht sonderlich einfallsreicher, Drehbuchautor für Romantikkomödien wohl wie folgt beantworten: Sie spielt mit ihren Haaren, lächelt durchgängig kokett, knabbert verspielt an den Fingernägeln, lacht über jeden seiner nicht witzigen Witze und sucht natürlich Körperkontakt. Wem diese Klischees bekannt vorkommen, der dürfte am Mittwochabend die aktuelle Folge der Bachelorette angeschaut haben.

Dass die Kandidaten beim Anblick der oft knapp bekleideten Gerda in ein Balzverhalten verfallen, ist man ja mittlerweile gewohnt. Doch die 26-Jährige ist die erste Bachelorette, die den Spieß schon so früh derart umdreht. In Woche drei geht sie auf Tuchfühlung mit gleich mehreren Männern.

Aber von vorne: Gerda lädt fünf Jungs zum Date auf eine Yacht ein, samt Planschen in der griechischen Riviera. „Dann wurd’s heiß, als sie sich ausgezogen hat“, sagt David über Gerda im knappen Bikini. Die schnappt zunächst sich Keno, springt händchenhaltend mit ihm ins Wasser und kommt ihm beim Schwimmen und Paddeln näher. Wieder auf der Yacht, ist David dran. Auf dem Deck kuscheln die beiden, natürlich immer noch halbnackt, flirten auf Spanisch und reden übers Auswandern.

Gerda lässt auch beim nächsten Gruppendate nichts anbrennen. Erst gibt’s tiefe Blicke mit Andreas, der zum Einzel-Fotoshootig antreten darf – „unsere Nasen waren nur zwei Zentimeter voneinander entfernt.“ Dann darf Tim noch zum Einzeldate bleiben, während die anderen zurück in die Villa müssen. Spätestens hier macht sich die Bachelorette zum ersten Mal in dieser Staffel richtig an einen der Kandidaten ran. Wie sie ihn mit ihren Blicken fesselt, ihm immer näherkommt und alles zu Anfang Beschriebenes versucht, um Tim rumzukriegen – das hätten nicht mal die Sendungsmacher besser scripten können. Das einzige Problem: Der stocksteife Tim spielt nicht mit. „Ich hätte ihn schon gerne geküsst“, sagt Gerda nach dem Date und schmollt ein bisschen. Aufgeben will sie aber nicht: „Ich kann mir vorstellen, dass Tim ein guter Küsser ist. Ich werd’s hoffentlich noch herausfinden.“

Kurzer Exkurs: Wenn sich die Männer in den vergangenen Jahren als Bachelor einer nach dem anderen teils mehr als plump und offensichtlich an die Kandidatinnen rangemacht haben, hatten sie ganz schnell ihren Ruf als Frauenheld, Aufreißer oder auch Macho weg. Weil das bei der Bachelorette aber ein Novum ist, steht die Frage im Raum, wie man das nennen soll. Ist das jetzt emanzipiert nach dem Motto „Selbst ist die Frau“ und „Endlich zeigt eine den Männern mal, wo’s lang geht“ – oder doch eher so die Kategorie „wie eine rollige Katze“?