Deutscher Fernsehpreis 2019: Albrecht Schuch als bester Schauspieler ausgezeichnet

Deutscher Fernsehpreis 2019 : Albrecht Schuch und Vicky Krieps als beste Schauspieler ausgezeichnet

Großer Bahnhof beim Deutschen Fernsehpreis 2019 in Düsseldorf. Am Donnerstagabend wurden in der Landeshauptstadt die begehrten Auszeichnungen verliehen. Großen Grund zur Freude hatten Albrecht Schuch und Vicky Krieps.

Der ARD-Zweiteiler „Gladbeck“ und die ZDF-Serie „Bad Banks“ sind die großen Gewinner des Deutschen Fernsehpreises 2019. Während „Gladbeck“ gleich drei Preise gewann, räumte „Bad Banks“ in den Königskategorien Beste Regie für Christian Schwochow und Beste Drama-Serie ab. Den Ehrenpreis der Stifter erhielt Moderator Jürgen von der Lippe, der mit seiner Ehefrau Anne Dohrenkamp über den roten Teppich schritt. „Ich fände es spaßig, wenn die das nächste Mal drei Anwärter miteinander konkurrieren lassen“, sagte der 70-Jährige vor der Gala. Steffen Hallaschka und Barbara Schöneberger führten durch den Abend.

Beide eröffneten die Verleihung mit einer mäßig lustigen Parodie des Queen-Hits „Bohemian Rhapsody“ – einer Rheinterrassen-Rhapsodie. Und feierten sich und die deutsche Fernsehbranche, wie sich das für einen solchen Abend gehört, erst einmal gehörig selbst. Schließlich, so Schöneberger, gebe es den Fernsehpreis noch – anders als etwa die Informationstechnikmesse Cebit oder den Musikpreis Echo.

Charmant wurde es vor allem dann, wenn es nicht geplant war: bei der Live-Schalte zum besten Unterhaltungsmoderator Luke Mockridge etwa, der auf der Bühne einer seiner Comedy-Shows eine spontane und ehrlich begeisterte Dankesrede hielt. Oder als Kameramann David Luther („Das Boot“) und RTL-Moderator Jenke von Wilmsdorff (Bestes Infotainment) auf der Bühne fast in Tränen ausbrachen. Den ersten Szenenapplaus bekam ZDF-Moderator Claus Kleber, als er bei seiner Anmoderation des Preises für die besten Auslandsreporter darauf hinwies, dass ja auch Frauen nominiert seien. Passenderweise gewann denn auch Antonia Rados für „Jemens langsamer Tod“ (n-tv).

Überhaupt war es auch ein Abend der Frauen: Bei der besten Unterhaltung Late Night gewann Ina Müller mit „Inas Nacht“ (NDR) bereits zum zweiten Mal, in der Comedy-Sparte Maren Kroymann für ihre gleichnamige und  „patriarchatskritische“ Sendung (ARD), wie sie selbst sagte. Das beste Drehbuch des Jahres kam von Mizzy Meyer für die NDR-Comedy „Der Tatortreiniger“, die beste Musik lieferte Annette Focks für „Die Freibadclique“. Und in der Kategorie Bester Fernsehfilm gewann ein Film mit dezidiert weiblicher Perspektive: „Aufbruch in die Freiheit“ (ZDF) von Regisseurin Isabel Kleefeld über die Frauenbewegung in den 70ern und den Kampf gegen das Abtreibungsverbot.

Nur eine von vielen hochwertigen Produktionen in diesem Jahr, wie Jurymitglied Maria Furtwängler (unter anderem „Tatort“-Kommissarin Charlotte Lindholm) sagte: „Zum ersten Mal und endlich verschwimmt auch hier die Trennung zwischen Kino und Fernsehen.“ Danach verlieh sie den Preis für den Besten Mehrteiler an „Gladbeck“ – eine ARD-Produktion von Regina Ziegler. Die Produzentin wurde bereits vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Grimme-Preis und, vor drei Jahren, mit dem Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises.

Der Zweiteiler über das Geiseldrama im August 1988 konnte zudem in den Kategorien Bester Schauspieler (Albrecht Schuch, der auch für seine Leistungen in „Der Polizist und das Mädchen“ und „Kruso“ geehrt wurde) und Bester Schnitt (Ueli Christen, ebenfalls nominiert für „Das Boot“) gewinnen. Schauspieler Uwe Ochsenknecht, der den Preis vergeben durfte, hatte sich noch am roten Teppich darüber gewundert, dass ausgerechnet diese Gala nicht live im Fernsehen, sondern im Stream, übertragen wurde: „Ich verstehe das nicht.“

Die Gewinner des Abends: Vicky Krieps und Albrecht Schuch. Foto: dpa/Henning Kaiser

Einer der Verlierer des Abends war die Sky-Produktion „Das Boot“, die trotz neun Nominierungen nur zwei Mal gewinnen konnte. Umso mehr freute sich Vicky Krieps über ihren Preis als Beste Schauspielerin für ihre Darstellung einer jungen Frau, die 1942 in La Rochelle als Übersetzerin für das nationalsozialistische Regime arbeitet – bis sie durch den Kontakt mit der französischen Résistance in einen Gewissenskonflikt gerät.

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