Deutscher Fernsehpreis 2017: Senta Berger erhält den Ehrenpreis der Stifter

Gala an der Rheinterrasse : Viele Stars in Düsseldorf — 21 Fernsehpreise verliehen

In Düsseldorf ist der Deutsche Fernsehpreis verliehen worden. Viele namhafte Stars waren gekommen. Zu den ausgezeichneten TV-Schaffenden des Abends gehörten Senta Berger und Jan Böhmermann.

Horden von Fans warteten vor der Düsseldorfer Rheinterrasse, wo der Deutsche Fernsehpreis vergeben wurde. Ein Touch von Oscar-Verleihung verliehen Blitzlichtgewitter und die TV-Prominenz auf dem roten Teppich. Neben Senta Berger zeigten sich etwa Wotan Wilke Möhring, Jan Josef Liefers und Anna Loos, Iris Berben, Andrea Sawatzki und Christian Berkel.

Hannes Jaenicke freute sich darauf, "tolle Kollegen zu treffen". Moderator Johannes B. Kerner sah besonders gern den Kategorien Sport und Unterhaltungsshows entgegen. "Dafür schlägt mein Herz", verriet er. TV-Koch Horst Lichter ist immer froh, wenn er als Rommerskirchener "irgendwie in der Nähe der Heimat" ist. "Ein wunderbares Gefühl." ARD-Moderatorin Judith Rakers bekannte: "Ich liebe Preisverleihungen."

"Seid umschlungen ihr 349 Gäste"

"Willkommen Markus Lanz, verkleidet als Barbara Schöneberger" startete der Deutsche Fernsehpreis direkt mit einem Gag in den drei Stunden langen Abend. "Seid umschlungen ihr 349 Gäste", rief eine wie immer gut gelaunte Barbara Schöneberger in den Saal. Sie denke sehr gerne an das vergangene Jahr zurück. Schließlich habe es keine Kameras gegeben, und daher waren "zwei Hauptgänge, zwei Mal Dessert, Schnäpse - alles kein Problem, niemanden hat's interessiert".

Dass der Fernsehpreis auch in diesem Jahr wieder nicht im Fernsehen übertragen wird, nahm die Moderatorin gleich mit auf die Schippe. Demnächst gebe es bestimmt ein Angebot des Senders QVC, dann könne gleich ein 86-teiliges Messer-Set dazubestellt werden. Nach einer kurzen, in die Melodie des Liedes "I will survive" gebetteten Persiflage auf den neuen US-Präsidenten Donald Trump konnte die Preisvergabe beginnen.

Vergeben wurde der Fernsehpreis in 21 Kategorien. Zehn Juroren hatten sich zu diesem Zweck die Höhepunkte aus dem TV-Jahr 2016 angeguckt. Hinzu kam der Ehrenpreis der Stifter, den in diesem Jahr die 75-jährige Schauspielerin Senta Berger für ihr Lebenswerk erhielt. Bei der Schauspielerei handele es sich "um einen wunderbaren Beruf, der einen provoziert, zum Mitdenken, zum Beobachten, zu Entscheidungen anregt und zwingt", sagte die Preisträgerin erst kürzlich unserer Redaktion.

TV-Satiriker Jan Böhmermann siegte in der Kategorie "Beste Unterhaltung Late Night". "Wir widmen diesen Preis der Rechtsschutzversicherung des ZDF", sagte Böhmermann, als er den Preis entgegennahm, und erntete viele Lacher. Im vergangenen Jahr hatte sich der 35-Jährige wegen seines Schmähgedichts mit dem türkischen Präsidenten Erdogan angelegt.

Als "Bester Fernsehfilm" wurde die das ZDF-Patchworkdrama "Familienfest" ausgezeichnet. In den Hauptrollen waren unter anderem Lars Eidinger und Hannelore Elsner zu sehen. Regie führte Lars Kraume. "Darf ich den wirklich behalten?" fragte der sichtlich glückliche Preisträger Eidinger.

Der Preis für "Beste Comedy/Kabarett" ging an "Das Lachen der Anderen" (WDR). Die Kategorie "Beste Unterhaltung Primetime" gewann "Die Beste Show der Welt" mit Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt. Winterscheidt hatte schon gar nicht mehr mit dem Preis gerechnet. Die Konkurrenz sei zu groß gewesen. "Aber allein schon durch den Namen der Show mussten wir ja eigentlich gewinnen", sagte er.

Bei der Verleihung der Preise rund um den Sektor Information traten die Nachrichtenmoderatoren Steffen Hallaschka und Christian Sievers auf die Bühne. Sie sprachen das Thema Lügenpresse an und betonten in Zeiten der Übermacht von Fakenews die große Bedeutung von Wahrheit und die Wichtigkeit des Vertrauens der Menschen in die Journalisten. Die Kategorie "Beste Information" ging an die Sendung "Panama Papers - Im Schattenreich der Offshorefirmen" aus der Reihe "Die Story im Ersten". Der Preis für die "Beste Dokumentation/Reportage" erhielt "Das Schicksal der Kinder von Aleppo - Neue Heimat Deutschland" aus der Reihe "auslandsjournal - die doku" des ZDF.

Schöneberger ließ es sich im Laufe des Abends auch nicht nehmen, mit den männlichen Kollegen zu flirten. "Je länger du redest, desto größer später die Chancen", schäkerte die 42-Jährige etwa mit Fernsehkoch Tim Mälzer, der für seine Show "Kitchen Impossible" einen Preis für "Bestes Factual Entertainment" erhielt.

Die weiteren Auszeichnungen

Die übrigen Preise im Einzelnen: Beste Serie: "Club der roten Bänder" (Vox), bester Schauspieler: Martin Brambach, beste Schauspielerin: Sonja Gerhardt, bester Mehrteiler: "Mitten in Deutschland: NSU - Die Täter/Die Opfer/Die Ermittler" (ARD/SWR/BR/WDR/MDR), beste Moderation Unterhaltung: "Rocket Beans TV" (RTL Nitro), beste Unterhaltung Late Night: "NEO MAGAZIN Royale" (ZDF/ZDF neo), beste Persönliche Leistung Information: Christiane Meier ("ARD Morgenmagazin"/ARD/WDR), bestes Infotainment/Talksendung: "Galileo" (ProSieben), beste Sportsendung: Tennis: Australian- und US Open Finals der Damen (Eurosport), bestes Buch: Annette Hess ("Ku'damm 56"/ZDF), beste Kamera: Frank Lamm ("Mitten in Deutschland: NSU - Heute ist nicht alle Tage: Die Täter"/ARD/SWR), bester Schnitt: Claudia Wolscht ("Die Zielfahnder - Flucht in die Karpaten"/ARD/WDR, beste Musik: Heiko Maile ("Winnetou"/RTL), beste Ausstattung: Matthias Müsse ("Winnetou"/RTL). Einen Förderpreis gab es für "Wishlist" (Mystery Webserie des öffentlich-rechtlichen Jugendsenders funk).

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