Düsseldorf: Der Rundfunkbeitrag im Vergleich

Düsseldorf: Der Rundfunkbeitrag im Vergleich

Die Schweizer zahlen am meisten für ihren öffentlichen Rundfunk. Deutschland liegt im Mittelfeld.

Immer wieder stöhnen die Deutschen über den Rundfunkbeitrag, der für die öffentlich-rechtlichen Sender wie ARD und ZDF fällig wird. In der Kritik stehen die Höhe der Gebühren, die Inhalte der Programme, unerwünschte Werbeblöcke. Doch wie schneidet Deutschland im internationalen Vergleich ab? Was zahlen die Bürger anderer Ländern für ihren öffentlichen Rundfunk? Antworten auf diese Fragen liefert ein Gutachten des wissenschaftlichen Beirats des Bundesfinanzministeriums. Experten des Forschungsverbundes CESifo Group Munich haben die Zahlen über die Höhe von Rundfunkbeiträgen in 31 Ländern weltweit analysiert. Das Ergebnis: Deutschland schneidet gar nicht so schlecht ab.

Die höchsten Gebühren Auf der Liste der Länder mit den höchsten Rundfunkbeiträgen steht die Schweiz ganz oben, dicht gefolgt von Norwegen, Dänemark, Finnland und Schweden. Dort zahlen die Menschen im Schnitt zehn bis 80 Prozent mehr als die Deutschen. Beispiel Schweiz: Pro Jahr werden dort etwa 384 Euro Rundfunkgebühr fällig - die Deutschen zahlten im selben Jahr 2012 lediglich 216 Euro. Mehr als 300 Euro wurden auch in Norwegen und Dänemark fällig.

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Die niedrigsten Gebühren Kaum zu glauben, aber in Portugal zahlten die Menschen 2012 nur 27 Euro pro Person - satte 87,5 Prozent weniger als in Deutschland. Damit fallen in Portugal die mit Abstand niedrigsten Gebühren an. Ebenfalls günstig ist es für die Beitragszahler in Polen (60 Euro) und Tschechien (86 Euro).

Finanzierung Der Branchendienst Meedia hat sich mit der Frage beschäftigt, wie sich die TV-Sender der 31 analysierten Länder finanzieren. Demnach erheben 14 Länder Gebühren, zwölf Länder finanzieren den öffentlichen Rundfunk über die Steuern und zwei über Werbung. Drei Länder fallen dabei aus der Reihe: In Spanien wird laut Meedia eine Steuer auf Medien- und Telekommunikationsunternehmen erhoben. In den USA seien Spenden die Hauptfinanzierungsquelle der öffentlichen Sender. In der Türkei muss jeder einen Zuschlag von zwei Prozent auf seine Stromrechnung zahlen.

(RP)
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