Hardy Krüger im Interview: Der Neue im Forsthaus Falkenau

Hardy Krüger im Interview : Der Neue im Forsthaus Falkenau

Düsseldorf (RP). In der gleichnamigen ZDF-Serie gibt Hardy Krüger jr. am Mittwoch seinen Einstand als Revierleiter von Küblach. "Wäre ich nicht Schauspieler geworden - mein Wunschberuf wäre Förster gewesen", sagt der 38-Jährige.

Mit Hardy Krüger jr. übernimmt ein Naturbursche das verwaiste Revier von Martin Rombach (Christian Wolff). Seit der Surfer-Serie "Gegen den Wind" (1993-1997) kann den sportlich gestählten Schauspieler (38) so schnell nichts umwerfen. Qualitäten, die dem neuen Herrn im "Forsthaus Falkenau" zugute kommen. Stefan Leitner, verwitwet, allein erziehender Vater einer aufmüpfigen Teenie-Tochter, lebte laut Drehbuch als einsamer Ranger in Kanadas weiten Wäldern, bevor es ihn ins idyllische Bayern verschlug. Hardy Krüger jr. erzählt, was künftig neu und spannender sein wird.

Förster in Küblach - eine Traumrolle?

Krüger Nicht sofort. Die Zusage kostete mich schlaflose Nächte.

Warum die Bedenkzeit?

Krüger Weil ich eigentlich keine Serie mehr drehen wollte. Ich war verblüfft über dieses Angebot.

Was hat Sie schließlich überzeugt?

Krüger Das veränderte Konzept. Wir haben die Chance, eine moderne Familien-Serie zu entwickeln. Im Forsthaus leben mehrere Generationen unter einem Dach, man streitet und rauft sich zusammen, versucht Probleme zu lösen. Der Förster findet eine neue Liebe, eine Patchwork-Familie entsteht.

Wie würden Sie Stefan Leitner beschreiben?

Krüger Er ist ein Kerl mit Ecken und Kanten. Steht zu seinen Fehlern, will die Welt nicht verbessern, aber verstehen. Das macht ihn glaubwürdig. Ich hatte klare Vorstellungen bezüglich der Rolle. Das Krügersche Element musste rein: Leitner will durch den Wald reiten, nicht schreiten. Er seilt sich von Bäumen ab, springt über Dächer. Die Serie bekommt mehr Dynamik.

Und was kann er nicht so gut?

Krüger Verantwortung abgeben. Als extrem freiheitsliebender Mensch macht er am liebsten alles allein, lernt aber mit der Zeit dazu. Er hasst Bürokratie und entflieht seinem Schreibtisch, so oft er kann.

Wo ist er Ihnen am ähnlichsten?

Krüger Uns verbindet die Liebe zur Natur. Kein Witz: Wäre ich nicht Schauspieler geworden - mein Wunschberuf wäre Förster gewesen. Wie ich ist er ein Familienmensch durch und durch. Freunde kommen und gehen, die Familie bleibt. Wurzeln zu haben, bedeutet Geborgenheit und Verlässlichkeit.

Etwas, was Ihnen als Kind fehlte? Ihren Vater Hardy Krüger sahen Sie nach der Scheidung der Eltern selten.

Krüger Ach was, ich hatte eine Traumkindheit. Meine ersten sechs Jahre auf unserer Farm in Tansania sind unvergesslich. Damals sind mir die Tiere ans Herz gewachsen. Von Kindern und Tieren kann man wahnsinnig viel lernen. Sie sind frei und ungezwungen, schenken einem aufrichtige Liebe. So erfährt man mehr über sich selber.

Sie sind geschieden, haben zwei Söhne. Was geben Sie als Teilzeit-Vater weiter?

Krüger Absolute Aufrichtigkeit. Ich stelle keine moralischen Ansprüche, die ich nicht selber vorleben kann. Die Jungs sind intelligent und wach. Sie haben mich am Set besucht und fanden es toll. Bei allen beruflichen Erfolgen - Vater zu sein, ist das Größte. Weil ich dankbar bin für mein Leben, möchte ich etwas zurück geben. Ich will ein liebender Mensch sein.

Regina Goldlücke führte das Gespräch.