Guttenberg-Satire im TV: "Der Minister" kommt

Guttenberg-Satire im TV : "Der Minister" kommt

Über diesen Film wurde im Vorfeld nicht ganz so wild diskutiert wie über Til Schweigers ersten Auftritt als Tatort-Kommissar. Trotzdem können sich die Protagonisten der Sat.1-Produktion "Der Minister" über mangelnde Aufmerksamkeit nicht beklagen. Die Satire, die die Affäre um Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) – und den gesamten Berliner Politikbetrieb gleich mit – aufs Korn nimmt, zeigt Sat.1 am Dienstagabend zur besten Sendezeit.

Über diesen Film wurde im Vorfeld nicht ganz so wild diskutiert wie über Til Schweigers ersten Auftritt als Tatort-Kommissar. Trotzdem können sich die Protagonisten der Sat.1-Produktion "Der Minister" über mangelnde Aufmerksamkeit nicht beklagen. Die Satire, die die Affäre um Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) — und den gesamten Berliner Politikbetrieb gleich mit — aufs Korn nimmt, zeigt Sat.1 am Dienstagabend zur besten Sendezeit.

Darum geht es: Franz Ferdinand von und zu Donnersberg (Kai Schumann) ist ein Adliger von überschaubarer Intelligenz. Sein Glück: Er kennt die richtigen Leute. Da er seine Zukunft in der Politik sieht, sollen Freund Max (Johann von Bülow) und Star-Journalist Jan Breitmann (Thomas Heinze) ihm zum kometenhaften Aufstieg verhelfen. Das gelingt zunächst auch.

Die alberne Selbstdarstellung als Anti-Politiker, die Betonung der Unabhängigkeit und nicht zuletzt die öffentliche Inszenierung seiner Ehe: "Der Minister" nimmt so ziemlich jede Episode aus Guttenbergs öffentlichem Leben auf die Schippe. Kai Schumann, bekannt aus der TV-Serie "Doctor's Diary", ist die richtige Besetzung für die Rolle des ahnungslosen Blenders. Und das liegt nicht nur daran, dass er nach einem Besuch in der Maske tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit mit seinem Figurvorbild hat.

Schumann spielt die Rolle nicht überragend, aber gut. Als Zuschauer fühlt man sich unterhalten. Und nur darauf kommt es an. Witzig vor allem die erste Begegnung zwischen "Donni" und Kanzlerin Murkel (Katharina Thalbach); oder Sätze wie: "Ich weiß, dass Sie glauben, Sie verstünden, was Sie denken, was ich gesagt habe, aber ich bin mir nicht sicher, ob Sie begreifen, dass das, was Sie gehört haben, nicht das ist, was ich Ihnen jetzt mitteilen werde." Für Schumann ist die Rolle ein "Geschenk, um mich als Schauspieler mal mit was anderem zu beschäftigen als mit Romantik. 80 Prozent meiner bisherigen Rollen haben sich über Liebe definiert", sagte er kürzlich in einem Interview.

Alexandra Neldel zeigt nach viel Drama und Tränen in vergangenen Rollen als Ministergattin Viktoria ihre durchaus komische Seite. Alle in den Schatten stellt allerdings Katharina Thalbach. Ihre Darstellung der Kanzlerin ist durch nichts zu toppen. Allein die Dialoge mit ihrem Ehemann am Frühstückstisch machen den Film sehenswert.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Sat.1 zeigt durchgedrehte Guttenberg-Satire

(lau)