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Politdrama: Das Martyrium des Murat Kurnaz

Politdrama : Das Martyrium des Murat Kurnaz

Es war ein Fall, der Geschichte schrieb: 1725 Tage wurde der Deutschtürke Murnat Kurnaz in Afghanistan und Guantánamo auf Kuba unter Terrorverdacht festgehalten. Der Film "5 Jahre Leben" ist nicht nur die Chronik eines unglaublichen Missbrauchs, sondern zeigt auch den Überlebenswillen eines Mannes, dem man alles genommen hat. Zugleich schildert der Film das Duell zweier außergewöhnlich starker Persönlichkeiten. Auf der einen Seite: Murat Kurnaz, der seinem Leben einen neuen Sinn geben wollte, als er sich dem Islam zuwandte und nach dem 11. September nach Pakistan aufbrach, um eine Koranschule zu besuchen. Auf der anderen Seite: Gail Holford, Verhörspezialist der US-Regierung, der alle Tricks von Manipulation bis Einschüchterung beherrscht und dessen Hauptziel es ist, Kurnaz ein Geständnis zu entlocken. Aber Kurnaz hat nichts zu gestehen. Er ist unschuldig. So verstreichen Monate voller psychischer und physischer Folter, bis Kurnaz begreift, dass seine Weigerung, ein Geständnis zu unterzeichnen, das Einzige ist, was ihm bleibt.

Regisseur Stefan Schaller ist ein packendes Porträt eines damals gerade 19-Jährigen gelungen, der es durch seine Willensstärke schaffte, dem ungeheuren Verhördruck in Guantánamo standzuhalten. 1725 Tage inhaftiert, über ein Jahr davon in völliger Isolation. RP

"Fünf Jahre Leben", Arte, 20.15 Uhr

(RP)