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Das ist aus den "Samstag-Nacht": Kollgen von Mirco Nontschew geworden

Zum Tod von Mirco Nontschew : Was aus den „Samstag Nacht“-Comedians geworden ist

Am 6. November 1993 strahlte RTL die erste Sendung von „Samstag Nacht“ aus – neben dem verstorbenen Mirco Nontschew mit fünf jungen Comedians: Wigald Boning, Olli Dittrich, Stefan Jürgens, Tanja Schumann und Esther Schweins. Das machen Nontschews Kollegen heute.

Talentiert und vielseitig begabt waren sie, die Comedians aus der Startbesetzung von „Samstag Nacht“. Für einige bedeutete die RTL-Show der große Durchbruch, andere haben sich auf ein Fach konzentriert oder sich inzwischen aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Wigald Boning (54) ist bis heute ein Hans Dampf in vielen Mediensparten. Er arbeitet nicht nur als Komiker, sondern auch als Synchronsprecher, Fernsehmoderator, Autor, Musiker und Komponist, ist mehrfach ausgezeichnet worden und regelmäßig als Gast in Fernsehshows zu sehen.

Zu seinen populären Sketchen bei „Samstag Nacht“ gehörte die Interview-Persiflage „Zwei Stühle – eine Meinung“, für die Boning und Olli Dittrich 1995 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet wurden. Das Duo „Die Doofen“ – ebenfalls mit Olli Dittrich – erhielt die wichtigsten deutschen Musik- und Medienpreise: den Echo, die Goldene Stimmgabel und den Bambi. 

Von 2004 bis 2008 moderierte Boning mit Barbara Eligmann die Sat.1-Show „Clever! – Die Show, die Wissen schafft“, in der Experimente und Alltagsphänomene erklärt wurden. 2005 wurde die Sendung mit dem Deutschen Fernsehpreis gewürdigt. 2017 gehörte er neben Hella von Sinnen und Huga Egon Balder zur Stammbesetzung der Comedy-Rateshow „Genial daneben“. Seit August 2020  ist er beim Ableger „Genial oder Daneben?“ dabei.

Jüngst nahm Boning wie Mirco Nontschew bei der Amazon-Prime-Show „L.O.L  Last One Laughing“ teil. 2020 war er der „Frosch“ in der dritten Staffel der Pro7-Show „The Masked Singer“. Als Synchronsprecher lieh er 2020 seine Stimme Rufus T. Feuerflieg in der gleichnamigen Fantasy-Horbuch-Reihe. Boning lebt mit seiner Familie in München.

Wie für Boning war „Samstag Nacht“ auch Olli Dittrich (65) der Beginn einer wunderbaren Fernsehkarriere. Der deutscher Schauspieler und Komiker bezeichnet sich selbst als „Menschendarsteller“. Zu den Preisen, die er bei „Samstag Nacht“ gemeinsam mit Boning erhielt, sind unzählige hinzugekommen. Just in diesem Jahr war er beim Deutschen Comedypreis in der Kategorie „Beste Satire“ für „Dittsche – Das wirklich wahre Leben“ nominiert. Der biertrinkende Thekenphilosoph im Bademantel, Dittsche, gehört zu seinen bekanntesten Figuren. Der Schauspieler und Comedian ist ebenfalls als Musiker und Komponist aktiv. Er spielt Schlagzeug in der Country-Band „Texas Lightning“, die mit „No No Never“ 2006 am Eurovision Song Contest teilnahm. Der HSV-Fan lebt in Hamburg.

  • Mirco Nontschew (Archivfoto).
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 Stefan Jürgens (58) ist Schauspieler und Musiker wie seine Kollegen auch. Allerdings hat er sich in seinem Leben nach  „Samstag Nacht“ weniger auf Show- und Comedyformate denn auf die Schauspielerei konzentriert. Jürgens, der an der Schauspielschule in Bochum gelernt hat, verkörperte in sechs Folgen den Berliner Tatort-Kommissar Robert Hellmann. Von 2007 bis 2021 stand er für die ORF/ZDF-Krimiserie Soko Wien vor der Kamera und spielte die Rolle des Major Carl Ribarski. In der ZDF-Doku „Die Deutschen“ verkörperte Jürgens 2007 den Feldherrn Wallenstein. Wie Boning und Dittrich ist Jürgens auch als Musiker tätig. Seit seinem ersten Album „Langstreckenlauf“ (2002) hat er fünf weitere Alben veröffentlich. Zuletzt 2019 „Was zählt“. Jürgens lebt in Berlin und Wien.

 Tanja Schumann (59) machte bei „Samstag Nacht“ mit ihrer Parodie von Margarethe Schreinemakers Furore. Sie übernahm Gastrollen in Fernsehproduktionen wie „Adelheid und ihre Mörder“ und „Balko“. Ab 2000 gehört sie zum Rateteam in der Kabel-Eins-Neuauflage von „Was bin ich?“.  Schumann arbeitet ebenfalls als Synchronsprecherin. Sie leiht dem Schaf Chili im Kinderkanal Kika ihre Stimme. Die Schauspielerin arbeitete von 2008 bis 2009 an der Komödie Düsseldorf. Anfang 2011 tourte sie mit dem Ensemble der Komödie durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. 2014 ging Schumann in den RTL-Dschungel bei „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ und schaffte es auf den vierten Platz. Bei den Schlossfestspielen Neersen 2018 spielte sie die Rolle der Wirtin in dem Stück „Im weißen Rößl“ von Ralph Benatzky. Seit 2016 ist es um die Schauspielerin und Synchronsprecherin stiller geworden.

Esther Schweins (51), die schöne, kluge Rothaarige aus „Samstag Nacht“, ist bis heute in etlichen Fernsehproduktionen zu sehen. Dazu zählen Kriminalfilme wie der „Tatort“, aber auch „Donna Leon“ und „Eva Blond“. Außerdem war sie auf dem „Traumschiff“ und bei Rosamunde Pilchers „Vier Frauen“ zu sehen. Schweins spricht die Prinzession Fiona in den Shrek-Kinderfilmen. Bei einem Urlaub auf Sri Lanka im Jahr 2004 überlebte sie mit ihrer Mutter die große Tsunami-Katastrophe. Seit 2020 ist sie in der ZDF-Serie „Blutige Anfänger“ dabei. Privat lebt sie seit dem Tod ihres Mannes zurückgezogen auf Mallorca.