"Emergency Room" Clooney — noch einmal Dr. Ross

(RP). Der Hollywoodschauspieler gibt heute einen letzten Gastauftritt als "Dr. Ross" in der Serie "Emergency Room", mit der er in den 90er Jahren bekannt wurde. Nach der fünften Staffel hatte Clooney die TV-Serie verlassen, um sich auf seine Kinokarriere zu konzentrieren.

Von welchem Arzt würden Sie sich behandeln lassen?
13 Bilder

Von welchem Arzt würden Sie sich behandeln lassen?

13 Bilder

Heute Abend um 22.15 Uhr kommt er zurück. Und es wird fast so sein, als wäre er nie weg gewesen. Schelmisch wie eh und je wird er sein Lausbubengrinsen aufsetzen, mit dem er oft über seine Missgeschicke hinweggelächelt hat. Er wird dabei unter den hochgezogenen Augenbrauen hervorschauen, die kurzen Haare dicht wie damals — nur deutlich grauer. Ist eben doch schon eine Weile her, dass George Clooney als engagierter junger Arzt Dr. Douglas "Doug" Ross in der Serie "Emergency Room" einmal pro Woche selbstlos Patienten geholfen und Menschenleben gerettet hat.

Mit angegrauten Schläfen kehrt er nun also noch einmal zurück: Heute Abend wird er für einen letzten Gastauftritt in eben jener TV-Serie zu sehen sein, die ihn in den 90er Jahren zum Star gemacht hat und die erst durch Clooney zu einem solchen Megaerfolg wurde: "Emergency Room — Die Notaufnahme" ist eine der erfolgreichsten Ärzteserien aller Zeiten, die nicht zuletzt dank der Hauptrolle des smarten Dr. Ross zum Dauerbrenner wurde. Deren frühe Staffeln, bei denen der heute 48-Jährige mitwirkte, erzielten die höchsten Einschaltquoten des amerikanischen Fernsehens — mal ganz abgesehen von 22 Emmys und diversen weiteren Auszeichnungen.

Erfolg kam mit dem Ergrauen

Vor dem gigantischen Fernseherfolg hatte sich der heute 48-Jährige, der im ländlichen Kentucky aufwuchs und schon als Fünfjähriger seinem Vater Nick bei der Moderation regionaler Quizsendungen half, mit zweitklassigen Nebenrollen über Wasser gehalten. Clooney war in Comedy-Serien wie "Roseanne" zu sehen und spielte in 15 Pilotfilmen zu TV-Serien mit, die nie produziert wurden. Seine Tante Rosemary, ebenfalls Schauspielerin, versuchte trotzdem hartnäckig, ihren Neffen im Filmgeschäft unterzubringen, nachdem der 20-Jährige seine Ausbildung zum Journalisten an der Uni von Kentucky hingeschmissen hatte. Clooney tat alles, um in Hollywood bleiben zu können, wohnte in winzigen Zimmern, schlug sich mit grausigen Gelegenheitsjobs durch. 1989 heiratete er die Schauspielerin Talia Balsam, doch nach vier Jahren, ein Jahr vor Clooneys großem Durchbruch, trennten sich die beiden.

1994, als sich der Erfolg endlich einstellte, war Clooney bereits 33 Jahre alt. Wenn er die Augenbrauen hochzog, erschienen die ersten Querfalten auf seiner Stirn. Und wenn er sein jungenhaftes Grinsen aufsetzte, blitzten Lachfalten in den Augenwinkeln. Seine Züge wurden markanter und seine Mimik einprägsamer. Er bekam ein "Charaktergesicht", eine unbedingte Voraussetzung, um es als Schauspieler unter die ganz Großen zu schaffen. Schon bald spielte Clooney seine Serienkollegen an die Wand, und 1997, als ihn das amerikanische "People"-Magazin im Alter von 36 Jahren zum "Sexiest Man Alive" kürte, war er aus der Rolle des TV-Arztes längst herausgewachsen.

Der Dauer-Single

Nach fünf Staffeln und 106 Folgen verließ Clooney schließlich "Emergency Room". Wie ein Besessener arbeitete er in den kommenden Jahren an seiner Karriere, drehte einen Film nach dem anderen, versuchte sich als Autor und Regisseur, engagierte sich politisch. Clooney war omnipräsent, und seine Weltkarriere nahm ihren Lauf.

Privat sah es anders aus. Kürzere Affären, etliche Liasons, aber nie eine dauerhafte Beziehung, die länger als ein bis zwei Jahre währte. Clooney hatte schnell den Ruf des Dauer-Singles weg, meist schlenderte er allein über die roten Teppiche. Vielleicht auch deshalb festigte sich sein Ruf des Frauenschwarms — und mit zunehmendem Alter schien er nur noch attraktiver zu werden: 2007 wählte ihn das "People"-Magazin ein zweites Mal zum "Sexiest Man Alive".

Heute Abend kehrt er also noch mal in seine alte Rolle zurück. Wahrscheinlich wird es nicht so sein wie damals. Er sieht anders aus, markanter, erwachsener. Er spielt anders, einprägsamer, routinierter. Es wird noch besser!

(RP)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort