Christoph Metzelder: Wolfgang Kubicki nennt Vorwürfe bei Maischberger "unverschämt"

„Für das Leben gebrandmarkt“ : Wolfgang Kubicki kritisiert bei Maischberger die Metzelder-Berichterstattung

Die frühe Berichterstattung über den Verdacht der Verbreitung von Kinderpornografie gegen Christoph Metzelder ist Wolfgang Kubicki ein Dorn im Auge. Bei Maischberger pocht er auf die Unschuldsvermutung.

Wolfgang Kubicki, stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP, hat die Vorwürfe gegen den Fußballspieler Christoph Metzelder angezweifelt. Im Interview bei „Maischbergers Woche“ mit Gastgeberin Sandra Maischberger, sprach er sich deutlich für den Sportler aus, die frühe Berichterstattung nannte er „unverschämt“. Die Artikel einiger Boulevardmedien zögen ihm „die Schuhe aus“, sagte Kubicki und verwies auf die Unschuldsvermutung. Die Staatsanwaltschaft habe schließlich nur einen Anfangsverdacht und ermittele jetzt.

Wenn man einmal im Leben als Kinderschänder gebrandmarkt würde, „dann werden Sie das im Leben nie wieder los. Ganz egal, ob sie unschuldig sind oder nicht“, sagte Kubicki weiter. Er betonte: „Warten wir das Ergebnis erstmal ab.“ Der 67-jährige FDP-Politiker habe Metzelder mehrfach getroffen und auch, wenn das nicht reiche, um jemanden wirklich zu kennen, betonte Kubicki: „Das würde mich sehr wundern, wenn der tatsächlich auf Kinderpornografie steht.“

Wie bekannt wurde, soll sich vor rund drei Wochen eine Frau bei der Hamburger Polizei gemeldet und den Ermittlern mindestens 15 kinderpornografische Fotos vorgelegt haben, die ihr über den Instant-Messaging-Dienst WhatsApp geschickt worden waren. Der mutmaßliche Absender: Christoph Metzelder. Der Vize-Weltmeister von 2002 soll eine Beziehung mit der Hamburgerin gehabt haben.

Metzelder, der in der Sportschule Hennef einen Trainerlehrgang absolviert, hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Der frühere Schalke- und BVB-Profi, der 2008 mit Real Madrid spanischer Meister wurde, war zuletzt als Nachfolger von Reinhard Grindel für das Amt des DFB-Präsidenten im Gespräch. Auch bei seinem früheren Klub Schalke wurde sein Name immer wieder für ein Vorstandsamt gehandelt.

Bis Ende vergangene Saison war Metzelder, der mit seiner 2006 gegründeten Stiftung "Zukunft Jugend" benachteiligte Jugendliche unterstützt und sich auch im Kampf gegen Kinderprostitution engagiert, als Sky-Experte im Einsatz. Seit 2016 ist Metzelder zudem Mitglied im Kuratorium der DFL Stiftung.

Der 47-malige Nationalspieler ist in seiner Heimatstadt bei Regionalliga-Aufsteiger TuS Haltern ehrenamtlich als Präsident aktiv, am Abend teilte der Klub mit, dass Metzelder bis zur Aufklärung des Ermittlungsverfahrens seine Ämter ruhen lasse. "Christoph Metzelder hat sich in den vergangenen Jahren mit großem Einsatz in unserem Verein engagiert und damit maßgeblich zur erfolgreichen Entwicklung beigetragen", sagte der 2. Vorsitzende Tobias Radas: "Für uns gilt die Unschuldsvermutung."

Darauf verwies auch der Drittligist Preußen Münster, bei seiner ersten Profistation sitzt Metzelder im Aufsichtsrat. "Für uns gilt die Unschuldsvermutung als eines der zentralen rechtsstaatlichen Grundprinzipien. Wir haben großes Vertrauen in die Mechanismen dieses Rechtsstaates und in die zuständigen Behörden", teilten die Preußen in einer offiziellen Erklärung mit.

2011 wurde ihm durch die damalige nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft für sein soziales Engagement der NRW-Verdienstorden verliehen. Sechs Jahre später wurde Metzelder im Schloss Bellevue von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für sein soziales Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Mit der DFB-Auswahl wurde der frühere Abwehrspieler 2002 in Südkorea und Japan Vize-Weltmeister. Mit Borussia Dortmund feierte er im selben Jahr die deutsche Meisterschaft, eher er neun Jahre später mit Schalke den DFB-Pokal gewann.

(chal)
Mehr von RP ONLINE