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"Puppenspieler" am Sonntagabend in der ARD: Bremer "Tatort" mit Thrillerstimmung

"Puppenspieler" am Sonntagabend in der ARD : Bremer "Tatort" mit Thrillerstimmung

Der Bremer "Tatort" kam gestern Abend so dynamisch wie selten daher. Das wiederkehrende Stilmittel des geteilten Bildschirms ließ immer wieder echte Thrillerstimmung aufkommen.

Inga Lürsen (Sabine Postel) und Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) ermittelten nach dem Mord an einem 17-Jährigen. Als den Hauptkommissaren das Bundeskriminalamt in Person von Sigrid Strange (Jella Haase) vermeintlich zu Hilfe eilte, ließen sich die beiden zunächst von Stranges Inszenierungen verwirren — bis sie schlussendlich hinter ein korruptes Geflecht aus Politikern, Juristen, Wirtschaftslobbyisten und Geheimdiensten gekommen waren.

Regisseur Florian Baxmeyer hatte einen spannenden Ansatz gewählt. "Die Arroganz hoher Amtsträger, die ihre Macht und Funktion missbrauchen, um sich persönliche Vorteile zu verschaffen, sich ihrer Gegner zu entledigen oder ihr Fehlverhalten zu kaschieren, hat mich sehr interessiert", erklärt er.

Ihm schien seine Geschichte glaubwürdig — besonders "vor dem Hintergrund der lange unentdeckten Taten des NSU, der seltsamen Rolle des Verfassungsschutzes in diesem Fall und den offiziellen Erklärungen von Polizei, Justiz und Politik zu der Mordserie".

Die Drehbuchvorlage von Christian Jeltsch hat Baxmeyer treffend umgesetzt. Mit dem immer wiederkehrenden Stilmittel des geteilten Bildschirms gelang es ihm, die komplexe Geschichte facettenreich darzustellen und in den 90 Minuten echte Thrillerstimmung zu erzeugen. Ein gelungener "Tatort" .

(RP/csi)