Biggest Loser Gewinner 2017: Alexandra wiegt im Finale nur 53kg

Finale von „The Biggest Loser": Alex bricht alle Abspeck-Rekorde

Hinter den Kandidaten der Sat.1-Show "The Biggest Loser" liegen harte Monate. Nach einem dreistündigen Vorher-Nachher-Vergleich wurde im Finale die glückliche Siegerin gekürt. Der Lohn: bessere Figur und 50.000 Euro.

"Zwei Männer und eine Frau — und die kann heute Geschichte schreiben", kündigt Moderator Matthias Killing mit dramatischem Blick an. Denn noch nie zuvor in der Geschichte der Sendung hat es eine Frau geschafft, den ehrwürdigen Titel "The Biggest Loser" und die dazugehörigen 50.000 Euro zu ergattern.

Kandidatin Alex aber ist genau das in diesem Jahr gelungen. Mit 53 abgespeckten Kilos (von 103 auf 50 Kilogramm) konnte die 33-jährige sich im Finale gegen ihre beiden Konkurrenten David und Lukas durchsetzen. Damit reduzierte sie ihr Körpergewicht um über 50 Prozent — ein Wert, der in der Sendung bisher noch nie erreicht wurde.

Doch der Weg dorthin war steinig. Und damit ist nicht Alex‘ Weg zum Instagram-tauglichen Körper gemeint, sondern der Weg der Zuschauer zu dieser geschichtsträchtigen Information. Denn dem finalen Waagen-Spektakel voran ging eine gut dreistündige Sendung, die ganz genüsslich nochmal die besten Schwabbel-Momente der letzten drei Monate durchkaute.

Speckfreier Tanz im Abiballkleid

Einer nach dem anderen werden die 18 Kandidaten einzeln auf die Bühne gerufen. Fein rausgeputzt in schicken Konfirmationsanzügen und Abiballkleidern präsentieren sie dem Publikum ihre entspeckten Körper in einem kleinen Tänzchen. Um dabei nochmal schnell ins Gedächtnis zu rufen, wie fett alle vorher waren, wird den erschlankten Dickerchen eine Projektion ihres "alten Egos", wie Moderatorin Christine Theiss es Cicero-esk nennt, gegenübergestellt, die sie mit angeekelten Blicken und rüden Gesten kommentieren müssen.

Denn, igitt, so will man nun wirklich nie wieder aussehen. Dieses alte Leben hat man hinter sich gelassen, mit viel Ehrgeiz und Disziplin, so wie es sich eben gehört. Als Beweis werden zwischen den Auftritten immer wieder ein paar Sequenzen aus der harten Zeit im Camp eingespielt. Da sieht man die Kandidaten dann, wie sie durch den Schlamm kriechen, beim Schubkarre fahren zusammenbrechen, in große aufblasbare Bälle gesteckt werden und sich gegenseitig umrennen müssen, von ihren Trainern angeschrien werden, schwitzen, kotzen und heulen.

Zoom auf die Fettschürzen

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Das alles natürlich in Zeitlupe und mit geschickten Zooms, damit man die Fettschürzen auch richtig schwabbeln sieht und die Dehnungsstreifen ordentlich leuchten. Denn für den Zuschauer ist das die perfekte Art der Demütigung. Der kann sich nun wohlig ekeln, voller Genugtuung die Chipskrümel an der weniger ausgeprägten eigenen Wampe abputzen und die genüssliche Fleischbeschau unter dem Mantel der Anerkennung für die Leistung der Kandidaten verbergen.

Denn okay, vielleicht macht man sich ein bisschen lustig, aber die sehen ja immerhin auch nicht mehr so aus, die haben es ja geschafft! Okay, bei manchen ist vielleicht noch ein bisschen was zu tun, aber die sind auf einem tollen Weg, wirklich klasse, da kann man auch ruhig stolz sein. Diese Ansicht teilen auch Moderatoren und Coaches, die in immer neuen Phrasen und pathetischen Weisheiten das Durchhaltevermögen der Kandidaten loben und sie zu ihrem neuen Leben beglückwünschen.

Denn schlank sein, das ist nun mal ein Muss für ein erfülltes Leben, sonst kann man es eigentlich auch bleiben lassen. Dass die vormalige Unzufriedenheit der Vorgeführten vielleicht gar nicht mit dem Gewicht an sich, sondern mit eben diesen Botschaften zusammenhängt, die die perfekten Körpermaße als eine offensichtliche Notwendigkeit für ein glückliches Leben propagieren, wird dabei ignoriert.

Rekordhungern bleibt unkommentiert

Natürlich bewegen sich die Kandidaten von "The Biggest Loser" in extremen Gewichtsdimensionen. Dass Coaches und Ärzte in der Show immer wieder die Dringlichkeit der teilweise lebensbedrohlichen Situationen der Teilnehmer betonen, ist deshalb nachvollziehbar. Dass eine Gewichtsabnahme von 12,3 Kilo in einer Woche, wie sie Kandidatin Anastasia in Folge 1 gelungen ist, in ihrer Bedenklichkeit unkommentiert bleibt und sogar ausgiebig gefeiert wird, allerdings nicht. Gleiches gilt für Siegerin Alex, die mit inzwischen nur noch 50 Kilo vermutlich schon am unteren Rand des Normalgewichts kratzt, und von ihren Trainern dafür mit Tränen der Entzückung übergossen wird.

Denn weniger ist mehr — das gilt hier scheinbar völlig uneingeschränkt. Es bleibt zu hoffen, dass die Kandidaten selbst verstanden haben, dass ein gesunder Lebensstil kein verkohlsupptes 6-Wochen-Crashprogramm ist, sondern eine langfristige Einstellung, die man nicht bei Online-Fitness-Trainerin Sophia Thiel kaufen kann. Aber immerhin den passenden Proteinshake-Becher. Für David und Lukas gab es als zweiten und dritten Preis übrigens ein Bodyguard-Musical-Wochenende in Köln. Da kann man ja dann auf dem Weg vielleicht mal bei McDonalds halten.

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