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"Bates Motel" mit Vera Farmiga: Ein wenig Hitchcock, viel Psycho

"Bates Motel" bei Vox : Ein wenig Hitchcock, viel "Psycho"

In "Bates Motel" wird die Vorgeschichte zu Alfred Hitchcocks Klassiker "Psycho" erzählt. Sehenswert wird die zehnteilige Serie allein durch die Leistung der beiden Protagonisten.

"Mutter ist keine Hure", fährt es im Laufe der ersten Staffel aus Norman Bates heraus. Und plötzlich offenbart sich bei dem schüchternen Jungen eine ungeahnte Seite – er geht mit einem Hammer auf seinen Stiefbruder los.

Hier wird Suspense nach klassischem Hitchcock-Prinzip angewendet. Es ist auch die Szene, die den Nervenkitzel von "Bates Motel" (Vox, 22 Uhr) bestmöglich beschreibt: Wie wird dieser Junge zu dem Mörder in "Psycho"? Welche Anzeichen gibt es bereits im Teenageralter? Und was hat seine Mutter damit zu tun? Fragen über Fragen.

Bereits der Serienanfang gestaltet sich dabei geheimnisvoll: Nach dem sowohl überraschenden als auch mysteriösen Tod ihres Ehemanns kauft die attraktive Norma Louise Bates (Vera Farmiga) ein Motel am Rande der Kleinstadt White Pine Bay. Ihr Ziel ist es, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen und gemeinsam mit ihrem Sohn Norman (Freddie Highmore) noch einmal neu zu starten.

Das Motel soll dabei den finanziellen Aufschwung ermöglichen. Doch als Norma und der junge Norman kurz nach Bezug des gewaltigen, alten Hauses und der Renovierung des angegliederten Motels erfahren, dass ein neuer Highway gebaut wird, ist klar, dass ihr Plan nicht aufgeht. Ihr Motel wird bald am Rande einer stillgelegten Landstraße liegen. Und auch die scheinbar malerische Stadt White Pine Bay entpuppt sich mehr und mehr als Ort düsterer Geheimnisse – mit Einwohnern, die sich über die zugezogenen Städter nicht gerade freuen.

Interessanter Krimi, großartige Charakterstudie

Damit die Serie aber nicht in ein Drama abdriftet, wird "Bates Motel" mit Appetithappen aus dem Krimigenre angereichert. Sowohl hinter dem Tod von Normas zweiten Ehemann als auch den Einwohnern der Kleinstadt steckt offenbar mehr, als man zunächst vermutet.

Serien-Macher Anthony Cipriano beschäftigt sich jedoch sinnigerweise primär mit der Mutter-Sohn-Beziehung. Hollywood-Star Farmiga spielt die beschützende Norma Bates sehr subtil und höchst charismatisch. Newcomer Highmore mimt den künftigen Serienmörder hingegen deutlich offensiver – bei dem schüchternen Eigenbrödler kommt immer wieder das düstere "Ich" durch.

Ein wahres Dreamteam

Den ersten Mord in der Serie begehen die beiden schon frühzeitig zusammen. Norman hält den ehemaligen Besitzer davon ab, seine Mutter zu vergewaltigen. Wenig später ist der tot, Norma hat ihn erstochen. Zusammen mit ihrem Sohn entsorgt sie die Leiche – wenn das nicht zusammenschweißt.

In den USA ist bereits die dritte Staffel in Produktion. Bei dem Erfolg der Serie kann man aber davon ausgehen, dass Norman Bates noch einige Staffeln braucht, bis er ahnungslose Motel-Gäste unter der Dusche überrascht.

Hier geht es zur Kurzkritik von "Bates Motel".

Hier geht es zur Bilderstrecke: "Bates Motel" in der Kurzkritik

(cfk)