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"Bachelorette" 2020: Wer ist raus? Welche Männer sind noch dabei?

Neue „Bachelorette“-Folge : Lass das mal den Papa machen

Bisher ist die aktuelle Staffel von „Die Bachelorette“ nicht so richtig heiß gelaufen. Heiß wird’s auch dieses Mal nicht, auch wenn Melissa Damilia zu Knutsch-Höchstformen aufläuft. Es lohnt sich trotzdem einzuschalten: Denn die Kandidaten bekommen Besuch von ihren Familien.

TV-Kritiken wie diese sind dafür da, Formate kritisch zu hinterfragen – das unterscheidet sie von einer simplen Zusammenfassung. Was sie aber auch tun, indem sie positive und negative Highlights einer Sendung herausstellen und bewerten: Eventuellen Zuschauern die Entscheidung erleichtern, ob man sich das Ganze wirklich antun möchte. Im Falle der „Bachelorette“ sind das knackige anderthalb Stunden Netto-Sendezeit, das will gut überlegt sein. So natürlich auch bei der aktuellen Folge.

Um ehrlich zu sein: Sonderlich viel Anlass gab es in den vergangenen Wochen nicht, um sich „Die Bachelorette“ anzusehen. In den Kritiken kam das Format nicht gut weg, selbst einschlägige Trash-Medien schwiegen zu dem nichtssagenden Geschehen auf Kreta. Und auch ein Blick zum Streamingdienst TV Now war überaus enttäuschend: Melissa Damilia und ihre Auserwählten wollten einfach nicht in der Top 5 erscheinen.

Wer jetzt aber doch auf irgendwelchen geistigen Umwegen oder einfach durch puren Zufall bei „Die Bachelorette“ landet, sollte in Folge 6 nicht direkt aufgeben. Gut Ding will ja schließlich Weile haben. Und die ersten 10 bis 15 Minuten sind zwar auch wieder zum Abgewöhnen, aber dann wird’s eigentlich ganz niedlich. Denn der große Vorteil: Neben den altbekannten Schnarchnasen spielen dieses Mal die Familienmitglieder der Kandidaten eine entscheidende Rolle. Und da sind gleich zwei Väter wirklich goldig. Achso, ja: Und Melissa legt einen echten Knutsch-Marathon hin. Das ist jetzt aber auch nicht sonderlich verwunderlich, geht es ab jetzt doch steil aufs Finale zu.

Damit frisch motivierte Bachelorette-Neufans das auch bleiben, eine kurze Zusammenfassung des unglaublich einfallsreichen Anfangsszenarios – das dann gekonnt vorgespult oder ignoriert werden kann: Die vier verbliebenen Kandidaten Moritz, Daniel, Ioannis und Leander dürfen ihre liebsten Erinnerungen mit Melissa auf Leinwand bringen. Kleine van Goghs werden da natürlich nicht vom Fleck weg ins Museum verfrachtet. Im Anschluss heißt es vier Mal „Film ab“, was Melissa irrsinnig witzig findet. Es folgen kleine Filmchen, in denen die Angehörigen der Kandidaten mittelmäßig peinliche Momente der vier Männer erzählen. Und schwups erscheinen Väter, Brüder, Großcousins außerhalb der Bildfläche – natürlich extra von der Bachelorette eingeflogen. Die Home-Dates finden dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie nämlich nicht in Deutschland statt, sondern auf Kreta.

Und ab jetzt wieder aufpassen: Da ist nämlich Jürgen, Daniels Vater. Jürgen braucht zwar ab und zu Untertitel, da sein österreichischer Dialekt echt schwer verständlich ist, aber dieser Mann ist die Sympathie in Person. Und als Jürgen endlich mit Melissa alleine reden darf, freut er sich wie ein Schneekönig: „Melissa, das ist jetzt natürlich schön“, sprudelt es aus ihm raus. Jürgen möchte sich jetzt auch einen Instagram-Account zulegen und Melissa folgen. Doch keine Sorge: Jürgen hat seine Traumfrau schon mit 25 Jahren kennengelernt und freut sich einfach nur so zuckersüß für seinen Sohn, der nebenbei bemerkt tatsächlich auch gar nicht so übel ist.

In einem anschließenden Kuschel-Date küsst Melissa Daniel auch endlich. Vorsicht an alle Beim-romantischen-Filmen-zu-Heulsusen-Mutierende: Da harmoniert alles, es ist fast das perfekte Happy End. Wären da nicht noch drei weitere Kandidaten im Spiel. Und der Einzige, der die Augen wieder ein bisschen feucht werden lässt, ist Leander. Kein Wunder, denn auch er hat offenbar vom Besten gelernt.

Leanders Vater Roland kann man einfach nur lieb haben. Er gibt Melissa Tipps, seinen Sohn kennenzulernen: „Entdecke ihn Schritt für Schritt“. Auch Roland scheint von Melissa fasziniert: „Sie ist sehr vorsichtig und überfällt einen nicht“. Roland hat gut für seinen Sohn vorgelegt, denn auch der bekommt zum Schluss einen filmreifen Kuss.

Die anderen beiden Familiendates sind dann eher mittel bis geht so. Ioannis interessiert vor allem, was Melissa mit den anderen Kandidaten treibt. Zwar wird auch hier rumgeknutscht, aber glücklicherweise scheint Melissa das Kernproblem an Ioannis erkannt zu haben: „Ich glaube Ianni kann auch ein sehr eifersüchtiger Mensch sein und ich weiß nicht, ob ich damit in einer Beziehung klar kommen würde“. Der 30-Jährige bekommt dennoch eine Rose. Es bleibt zu hoffen, dass Melissa ihre Erkenntnis nicht vergisst.

Moritz scheint seine Zukunft vor allem allein zu planen und auch der missratene Bussi kann nichts mehr retten: Er fliegt. Zusammenfassend lässt sich festhalten: Dieser kurze Ausflug in die Bachelorette-Welt war gar nicht so übel, wenn man das Wesentliche heraus filtert. Und das Gute an den verbleibenden zwei Folgen: Auch hier werden wieder andere Nebendarsteller erwartet, da ein Besuch von Melissas Familie ansteht. Und hat nicht jeder eine zweite Chance verdient?