Bachelor in Paradise 2018: Kandidatin Evelyn prägt den Auftakt

RTL-Show „Bachelor in Paradise“: „Du siehst so richtig schön durchblutet aus“

RTL steckt ein Rudel semiprominenter Singles in ein Traumhaus und lässt sie miteinander anbandeln: Das ist das Konzept von „Bachelor in Paradise“. Die Auftaktfolge war verblüffend unterhaltsam - und daran hatte eine Düsseldorferin gehörigen Anteil.

Früher waren die Rollen klar verteilt: Bei RTL lief „das gute Zeug“, Ableger RTL2 zeigte Trash-Formate. Diese Grenzen sind schon eine ganze Weile nicht mehr so klar erkennbar, und mit der Ankündigung von „Bachelor in Paradise“ fürs RTL-Programm stand zu befürchten, dass sie noch weiter verschwimmen.

Denn das Konzept „Stecke Singles zusammen in ein Haus im Paradies und lass sie dort Pärchen bilden“ erinnert doch sehr stark an die RTL2-Show „Love Island“. Die lief im vergangenen Jahr und war eigentlich nur noch mit deaktiviertem Fremdschäm-Modus zu ertragen. Doch Überraschung: Die Auftaktfolge von „Bachelor in Paradise“ ist kurzweilig und unterhaltsam!

Schlaue Sprüche im Doppelpack

Na gut, ganz ohne Trash geht es bei einer Show mit Ex-Bachelor- und Bachelorette-Kandidaten dann doch nicht. Ein bisschen zum Affen machen sollen sich die in einer Villa in Thailand untergebrachten Z-Promis ja auch. Wie bei allem macht’s die Dosis – und die passt. Dazu tragen vor allem der 35-jährige Domenico und Evelyn (22) bei. Die beiden finden sich schnell und überbieten sich in der Folge gegenseitig mit ihren teils wirren, aber meist von viel Gelächter begleiteten Äußerungen.

Während Domenico den anderen am Strand etwas vortrommelt, sagt die Düsseldorferin Evelyn: „Ich spüre dich. Ja, mach weiter.“ Näher kommen sie sich später an einer Strandschaukel. Während sich Domenico beim Anschubsen an einem italienischen Liebeslied abstottert, sagt Evelyn ihm genau, was sie hören will: „Ich brauche ein Lied, das so richtig in die Ecken reingeht.“ Keiner hat’s verstanden, außer Domenico.

In der Nacht der Rosen – bei der in der ersten Folge die Männer die Blumen verteilen dürfen – entscheidet sich der Italiener wenig überraschend für Evelyn und merkt ganz treffend an, wieso es zwischen den beiden so gut passt: „Nach drei Tagen bin ich immer noch nicht schlau geworden.“

Bachelor-Drama in sechs Akten

Mit Oliver Sanne hat es auch den Bachelor aus dem Jahr 2015 ins Paradies verschlagen. Da trifft er ausgerechnet auf Carolin, die er erst im Finale hatte sitzen lassen. Die beiden liefern sich zum Auftakt ein Eifersuchts- und Versöhnungsdrama in sechs Akten.

1. Akt: Bei der ersten Begegnung sprechen sie über das, was seit dem Bachelor-Finale geschah. Caro hatte seither zweimal einen festen Freund. Oliver fragt feinfühlig wie eine Streitaxt: „War aber auch nicht das Wahre, oder?“ Patzige Antwort: „Sonst wäre ich ja nicht hier.“

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2. Akt: Sie unterhalten sich am Strand. Er eröffnet ihr, dass sie ihm noch gefällt. Sie findet die sonstige Auswahl auch eher bescheiden. Der Elefant im Porzellanladen fragt: „Warst du damals eigentlich verletzt?“ Caro sagt „Ja“. Er grinst. Sie auch.

3. Akt: Erste Krise nach der Versöhnung. Oliver will sich auch mal mit anderen unterhalten. Erst blitzt er bei Yeliz ab, dann versucht er es bei Erika. „Das kotzt mich an“, stänkert Caro.

4. Akt: Caro konfrontiert Oliver: „Du guckst die ganze Zeit rechts und links.“ Oliver entschuldigt sich brav, allerdings nur, um im nächsten Einspieler zu sagen: „Hier sind auch noch andere attraktive Frauen, die ich kennenlernen will.“ Das entspreche so seiner Natur als Bachelor.

5. Akt: Die Nacht der Rosen. Oliver versucht es kurz vor der Entscheidung nochmal bei Erika und lässt unauffällig durchblicken, worauf er steht: „Ich mag’s drallig.“ Ohne Erfolg geht’s zurück zu Carolin. Sie will ihm noch eine Chance geben. Seine Rose garantiert er ihr trotzdem nicht.

6. Akt: Die Entscheidung. Oliver fällt bei der Rosenvergabe in seine alten Bachelor-Floskeln zurück. „Beim letzten Mal habe ich mich eventuell falsch entschieden“, kommt er endlich zum Punkt und gibt Caro seine Rose. Die ist irgendwo zwischen tränenreicher Erleichterung und zurückhaltendem Lächeln. Fortsetzung folgt garantiert.

Überflüssiger Moderator

Kennen Sie eigentlich Florian Ambrosius? Er moderiert „Bachelor in Paradise“. Obwohl „Moderator“ vielleicht etwas hochgegriffen ist für seine Funktion in dieser Show. Denn bis auf die Übergabe von Umschlägen, die einem Kandidaten ein Date bescheren, und einigen inhaltsleeren Floskeln wie „Im Paradies kann jederzeit alles passieren“ sind die Aufgaben von Ambrosius spärlich gesät. Die Auftritte sind eher ein Störfaktor. Das Format würde – wie „Bachelor“ und „Bachelorette“ – genauso gut ohne Moderator funktionieren. Ebenso überflüssig sind am Ende übrigens Lina und Erika. Sie bekommen keine Rose und müssen das Paradies verlassen.

Kompliment des Tages

Evelyn wird vom Schweizer Bachelorette-Sieger Christian mit auf ein Date genommen. Während er ihr erklärt, dass das Rauschen, wenn man eine Muschel ans Ohr hält, nicht wirklich das Meer ist, sagt sie: „Du siehst so richtig schön durchblutet aus.“ Was sie damit meint, versteht Christian nicht so wirklich. Und auch dem Zuschauer hilft ihre Erklärung „Vom Aussehen schmeckt der. Der ist halt frisch. Durchgeblutet“ nur bedingt weiter. Vielleicht sagt sie so etwas demnächst lieber einfach wieder zu Domenico.

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