Bachelor 2020: Wer ist raus? Sebastian gibt Jenny und Anna in Folge 6 keine Rose

„Der Bachelor“ Folge 6 : So vergrault der Bachelor die Kandidatinnen

In der sechsten Folge von „Der Bachelor“ fehlen Sebastian Preuss nicht nur die passenden Worte, sondern langsam auch die Frauen: Wieder einmal verlässt eine Kandidatin freiwillig das Format.

Wie heißt es so schön: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Dichter und Denker wie Bertolt Brecht und Wilhelm Busch sollen dieses Sprichwort bereits gebraucht haben. Ein Denker ist Sebastian Preuss zwar nicht, sonst würde er wohl langsam merken, dass sein Kuss-Fetisch den Kandidatinnen auf die Nerven geht. Pseudo-romantische Floskeln wie ein Dichter hat er aber drauf. Kein Wunder also, dass er sich das Sprichwort zum Lebensmotto macht.

Denn wenn man denkt, schlimmer geht`s nicht mehr, kommt irgendwo ein Basti her. Die sechste Folge von „Der Bachelor“ ist noch widerlicher als alle vorherigen. Und das, obwohl Sebastian seinem Schleck-Marathon eine Pause gönnt. Zumindest bei Desiree. Die lädt er zum Fallschirmspringen ein. Das „coole Mädchen“ macht alles mit und muss sich am Ende übergeben. Aber nicht weil Basti ihr doch die Zunge in den Hals steckt oder sie herausfindet, dass er sie als billigen Ersatz für Vanessa mitnimmt. Die verlässt nämlich freiwillig die Villa und sollte eigentlich mit aufs Date. Tja, da hat Basti sich gedacht: „Nimm‘ ich mir doch einfach die Desiree.“

Doch so einfach macht es ihm Desiree nicht. Die ganzen Drehungen in der Luft sind zu viel für ihren Magen – vielleicht auch reiner Selbstschutz. Sie sucht sich das nächste Gebüsch, Basti hinterher. Vermutlich voller Vorfreude. Doch er wird weg geschickt. Mist, küssen fällt jetzt wohl flach, muss er sich gedacht haben. Und so ist es dann auch. Stattdessen folgt ein langweiliges Gespräch irgendwo am Strand. Trotz fehlender Rumschlabberei findet Basti wider Erwarten, dass Desiree das Blatt gewendet hat. Hä? Was ist los, Basti? Oder hatte da einer der Cutter von RTL seine Finger im Spiel, um noch ein bisschen Rest-Ehre zu retten? Desiree bekommt sogar am Ende eine Rose. Ganz ohne Kuss. Verrückt.

Beim Einzeldate mit Wioleta fährt Basti dann wieder zu Höchstleistungen auf. Nicht nur in Bezug auf seine Zungen-Qualitäten, auch seine Wort-Akrobatik hat ein Comeback. Nach einem gemeinsamen vegetarischen Essen – ja, der Kerl oder irgendein Kameramann hat Wioleta tatsächlich zugehört – schlägt Basti vor: „Hast du Lust, dass wir noch was Süßes irgendwie schlabbern?“ Okay, der war schwach. Und nein, es ist auch nicht wieder ein billiger Kuss-Versuch. Es geht tatsächlich um Eis.

Wer jetzt schon vor Ekel eine Gänsehaut bekommen hat, sollte nicht weiterlesen. Denn Romantik-Basti ist zurück: „Liebe ist die stärkste Waffe der Welt.“ Ja Mensch, wenn das nicht noch Mütter in 100 Jahren ihren Töchtern sagen, um sie vor so einem Typen wie Basti zu warnen. Doch Wioleta ist auch nicht auf den Mund gefallen und legt nach: „Wenn man wirklich liebt, kann man alle Hindernisse überwinden.“ Zucker. Widerlicher wird’s nur, als Wioleta zum Abschied die Initiative ergreift und Basti küsst – die schreckt auch vor nichts zurück. Und dann sagt Basti auch noch: „Du kannst noch hier bleiben.“ Der Zuschauer denkt sich: Na Gott sei Dank, hat sie sich einen Schlüpper eingepackt. Denn Wioleta ist doch tatsächlich mit Rucksack losgezogen. Als sie dann zurück in die Ladies-Villa geht, herrscht kurze Verwirrung. Offenbar wollte Basti nur noch ein bisschen länger fummeln. Denn er sucht ja schließlich nichts „zum Vögeln oder so“. Alles andere ist offenbar okay.

Aber so richtig widerlich wird es eigentlich erst als der Bachelor mal was Neues ausprobieren will. Drei Frauen lädt er nacheinander zum exakt identischen Date ein. Die arme Natali freut sich als Erste über ein vermeintliches Einzeldate. Als die Frauen in der Villa hinter diesen perfiden Plan kommen, hofft jede Einzelne, nicht ranzumüssen. Schon alleine Bastis Beschreibung von der Location erinnert an einen Horrorfilm: „Heute bin ich an einem ganz ruhigen und einsamen Ort.“ Es ist eine Art Plateau mitten im Meer. Natali gibt derweil ahnungslos alles. Sie kuschelt, sie zieht sich aus und geht mit ihm ins Wasser. Er sagt „Komm“ und sie springt auf seinen Schoß. „So nah war ich nicht jedem Mädchen“, sagt er – stimmt, ein oder zwei hat er ausgelassen. Und zack hat Natali seine Zunge im Hals. Was dann folgt, ist tatsächlich Horror. Da harmoniert gar nichts. Aber Basti findet‘s gut, Natali hat ihre Rose sicher.

Und dann kommt Anna. Anna hat keinen Bock. Sie fand schon Bastis Nachricht via Tablet nicht gut. War es doch die selbe Nachricht, die zuvor Natali bekam. Sie wünscht sich sogar das nächste Mal einen handgeschriebenen Brief. Das findet Bastis Ego natürlich nicht so prickelnd. Sie solle doch froh sein, mit ihm in dieser Location sein zu können. „Scheißen wir mal aufs Thema, willst Du mit mir ins Wasser gehen?“ Wenn Basti die Worte fehlen, muss die Körpersprache weiter machen. Doch im Wasser passiert rein gar nichts. Anna versucht, es zu retten: „Also Sebastian, gib mir deine Hand, man.“ Aber auch diese stilvolle Aufforderung hilft nichts. Anna fliegt noch vor der Rosenvergabe, dafür kommt der Bachelor höchstpersönlich in die Frauen-Villa.

Leah weiß dann, was ihr blüht. Sie versucht, sich noch so viel Wein wie möglich hinter die Binde zu kippen. Es folgt der selbe Ablauf: Leah streichelt sein Bein, er mag gekrault werden, „Bock ein bisschen ins Wasser zu gehen?“, Leah ist nass, Leah ergreift die Initiative und küsst ihn im Sonnenuntergang. Wie romantisch. Zurück in der Villa bei der aufgehetzten Meute sagt sie: „Ich bin hier beim Bachelor und dass der nicht nur mich küsst, muss einem ja bewusst sein.“ So ist es. Allerdings ist Sebastian schon ein sehr knutschfreudiges Exemplar.

Bevor Jenny Jasmin ihren Heimflug antreten muss, kriegt sie von Basti noch einen ordentlichen Schlag ins Gesicht. Wagt sie sich doch, ihn zu fragen, ob er den Kuss mit ihr bereut. „Wieso fragst du das?“, antwortet der Bachelor. Der Sprachkünstler antwortet nämlich grundsätzlich auf eine unangenehme Frage mit einer Gegenfrage. Jenny Jasmin bleibt stark und sagt: „Ich frage…weil es keine Möglichkeit gab, dass er sich wiederholt.“ Und dann wird’s wieder einmal eklig: „Bei diesem Kuss habe ich nicht so wirklich viel gefühlt.“ Danke für nichts, das denkt sich auch Jenny Jasmin. Sie fragt sich berechtigterweise, warum er sie noch zwei Wochen da behalten hat. Doch das ist zum Glück jetzt vorbei, sie bekommt keine Rose.

Glücklicherweise ist auch Jenny endlich weg – und damit hat es übrigens auch keine der Jennys ins Finale geschafft. Mal wieder traute sich die 32-Jährige bei der Nacht der Rosen nicht, das Gespräch mit dem Bachelor zu führen. Selbstbewusst gibt sie im Interview aber ihm die Schuld: Er habe ihr keine Chance gegeben, also sei der Zug für sie abgefahren. Auf feucht fröhliche Knutsch- und Wortspiele dürfen sich somit weiterhin Wioleta, Diana, Natali, Leah und Desiree freuen. Herzliches Beileid.

++++5. Februar++++

Folge 5: Wer nicht knutscht, der fliegt!

„Der Bachelor zeigt sein wahres Gesicht“ – so ging auch schon der erste Text zur diesjährigen Staffel von „Der Bachelor“ los. Das Ergebnis vor fünf Wochen: Sebastian Preuss ist ein Gentleman, ein Good Guy und kein Bad Boy. Doch man muss zugeben können, wenn man sich geirrt hat. Und auf Sebastian bezogen ist das leider der Fall, wie die aktuelle Folge am Mittwochabend beweist.

Wie falsch der erste Eindruck vom neuen Bachelor war, zeigt sich vor allem beim Einzeldate mit Linda. Bei ihr hat er in den vergangenen Wochen öfter betont, wie toll er sie findet, dass sie ein besonderer Mensch für ihn ist. Das hat ihn allerdings nicht davon abgehalten, vor ihr vier andere Frauen zu küssen. Das weiß auch Linda, die davon verständlicherweise nicht begeistert ist. Und so lässt sie seinen ersten plumpen Kuss-Versuch ins Leere laufen. Unangenehm für den Bachelor, ja – aber kein Grund seine Auserwählte in der Folge so unter Druck zu setzen.

Doch vorher versucht es Sebastian erstmal mit seiner gesamten Flirt-Kunst, um den verweigerten Kuss doch noch irgendwie zu bekommen. Als die beiden nach Massage und Abendessen in den Pool waten, fragt Linda ihn, ob ihm das Wasser warm genug ist. Seine schlagfertige wie schleimige Antwort an Bikini-Linda: „DU bist warm genug.“ Sehr heiß.

Sie geht auf dieses Kompliment aus der Hölle nicht ein. Also muss Sebastian bestimmter werden – um nicht „aufdringlicher“ zu sagen. Er fragt Linda, ob sie sich bei ihm wohlfühlt. Obwohl sie in dieser Situation wohl kaum „Nein, hau ab, du Lustlurch“ sagen kann, wertet er ihr „Ja“ als Einladung, sofort mit gespitzten Lippen ganz nah rangeschwommen zu kommen. Sie beißt immer noch nicht an, also winkt Sebastian weiter fleißig mit dem Zaunpfahl: „Wie wichtig ist dir eigentlich Küssen?“ Ihre reife wie ehrliche Antwort: „Ich muss dir ganz ehrlich sagen, dass ich mitbekommen habe, dass du schon ein paar geküsst hast. Und ich möchte nicht eine von vielen sein.“ Rumms.

Wäre Sebastian tatsächlich der Good Guy, den man anfangs in ihm sehen konnte, wäre es spätestens jetzt an der Zeit, es gut sein zu lassen. Linda, die ihm offensichtlich nicht abgeneigt ist, ein gutes Gefühl zu geben, damit sie beim nächsten Mal so weit ist. Doch das macht Sebastians angeknackstes Ego nicht mit. Er bohrt weiter, will wissen, ob sie bei Dates grundsätzlich nicht küsst. Linda ist auf dem TV-Bildschirm anzusehen, wie unangenehm ihr es ist, dass er einfach nicht aufhört, sie rumkriegen zu wollen. Und dann erschließt sich auch, warum er so versessen auf den Kuss ist: Es sollte ein Übernachtungs-Date werden. Doch ohne Kuss fällt die Option in einem Bett zu schlafen natürlich aus. „Ach kacke, das nervt mich alles“, schimpft Sebastian bevor die beiden in getrennte Schlafzimmer verschwinden.

Und in dem Moment, in dem man hofft, dass er vielleicht doch noch ein Fünkchen Good Guy in sich gefunden hat, versaut er es komplett. Beim Frühstück will er noch mal über den Vorfall am Abend sprechen. Allerdings nicht im Sinne von sich selbst zu hinterfragen, ob er es mit der Rumschleckerei in den Vorwochen und den aufdringlichen Annäherungsversuchen am Vorabend übertrieben hat. Sondern um Linda noch mal unter Druck zu setzen, weil sie ihm nicht ihre Zunge und eine gemeinsame Nacht geschenkt hat. „Fand ich sehr traurig, hat mich sehr belastet“, wirft Sebastian ihr vor und fragt: „Linda, was machst du?“

Sie versucht noch ein letztes Mal ihm zu erklären, warum der Moment unter den Umständen nicht gepasst hat. Doch der Mann will einfach nicht verstehen, dass nicht jede der Kandidatinnen leicht zu haben ist und er es sich bei Linda mit seinem inflationären Rumgeknutsche selbst verbockt hat. Also zieht sie den einzig richtigen Schluss: „Ich war ich. Ich würde es auch nicht anders machen. Und wenn er das nicht akzeptiert, ist er nicht der richtige für mich.“ So sieht’s aus!

Sebastian treibt dieser Kuss-Korb derweil zu machohaften Höchstleistungen an. In der Nacht der Rosen macht er den verbliebenen elf „Mädchen“, wie er die Kandidatinnen immer nennt, eine Ansage aus der Fibel für echte Männer: „Ja Ladies, wenn ihr euch für mich interessiert, dann könnt ihr auch Gas geben. Zeigt mal, was euch so begehrt, wenn ihr Bock auf mich habt.“ Befremdliche Blicke bei den Kandidatinnen und auf der Couch vor dem Fernseher. Dieser Mann erwartet anscheinend, dass die Frauen ihm zu Willen sind. Wer nicht knutscht, der fliegt!

Und genauso kommt es: Linda, die ab Folge eins eine Favoritin auf den Staffel-Sieg war, bekommt trotz gegenseitiger Sympathie und Anziehung keine Rose. Die Ablehnung konnte Sebastian einfach nicht auf sich sitzen lassen. Keine Rose gibt’s übrigens auch für Denise-Jessica, die sich ihm beim Einzeldate ebenfalls nicht blind an den Hals geschmissen hat. Sebastian findet das „zu platonisch“.

Die einzige, die mit Kritik an seinem Selbstverständnis, dass die Kandidatinnen ihm willig zu Verfügung stehen müssen, davonkommt, ist die bereits geküsste Diana. Sie konfrontiert ihn beim Einzeldate: „Kann’s sein, dass du am Ende mit acht, neun Frauen rumgemacht hast?“ Da kommt Sebastian ganz schön in Erklärungsnöte und findet als billige Begründung nur ein „So ist das hier.“ Und so zeigt der Bachelor endlich sein wahres Gesicht.

++++29. Januar++++

Folge 4: Küss sie, als wär’s das vierte Mal

Vielleicht ist das der Gedanke von hoffnungslosen Romantikern, aber so ein Kuss ist doch etwas Besonderes, oder? Vor allem wenn zwei Menschen sich das erste Mal küssen. Vielleicht liegt es daran, dass man sich immer an den allerersten Kuss erinnere. Natürlich war das Ganze auch ein riesen Gesabber und an der Grenze zu widerlich, aber da war was. Diese ganz spezielle Magie gepaart mit Herzrasen, kurz bevor sich die Lippen treffen. Und genau das Gefühl kommt bei jedem weiteren „ersten Mal“.

Um Magie geht es bei der vierten Folge von „Der Bachelor“ zwar auch, aber mit Küssen hat die tatsächlich nichts zu tun. Und das, was Sebastian Preuss da veranstaltet, irgendwie auch nicht. Mittlerweile hat er schon vier Kandidatinnen seine Zunge in den Hals gesteckt und er geiert nach mehr. Insbesondere Linda hat da verständlicherweise keinen Bock mehr, Sebastian überhaupt noch zu küssen. Denn sie wollte etwas Besonderes sein. Und das ist man nun einmal nicht mehr, wenn man die fünfte in der Reihe ist. Sebastian rafft so was aber natürlich nicht. Er kann sich zwar was „Langlebiges“ mit Linda vorstellen, bittet sie in der aktuellen Folge aber nicht zum Einzeldate. Und dafür kann es nur einen Grund geben: Sebastian will einfach sicher gehen, dass er nicht doch etwas Besseres findet.

Besser könnte da zum Beispiel Wioleta sein. Also erinnern wir uns an die vorherige Folge, in der Sebastian Wioleta etwas teilnahmslos beim gemeinsamen Date mit Diana erschien. Deshalb gewann auch Diana das anschließende Einzeldate inklusive Rumknutscherei. Bei Diana weiß er nun also, was abgeht. Wioletas Mundhöhle kennt seine Zunge hingegen noch nicht – das muss geändert werden!

Nach einem Gruppendate mit einer Zeremonie rund um heiligen Kakao und ein bisschen Hellseherei, wird Wioleta auserkoren mit Sebastian ein Bad zu nehmen. Ja, richtig gehört: ein Date in einer Badewanne. Wie absurd ist das bitte? Und um das noch zu toppen, ist die Wanne nicht mit Wasser gefüllt, sondern mit Kakao. Sebastian kommt aus dem Glotzen gar nicht mehr raus: „Sie ist wirklich sehr heiß, sie ist groß, sie hat heftige Augen, hat ne mega gute Figur.“ Zwischen nervenfressendem Gegacker seitens Wioleta und tiefgründigen Gesprächen über Sebastians Alkohol-Konsum, charakterisiert sich Wioleta selbst: „Ich liebe übrigens Schokolade.“ Und Sebastian ist offenbar sehr verzweifelt. Denn der taucht prompt unter und bietet sich als menschlichen Sckokobon an. Gegacker. Stille.

Der erwähnte Kuss ist etwas, was sich über eine Zeit anbahnt. Es braucht ein paar Treffen, gemeinsame Erlebnisse, bis es dazu kommt. Man küsst sich, um dem anderen noch näher sein zu können. Sebastian wiederum küsst, um Gesprächspausen zu überbrücken. Wioleta hätte gerne gechillt, aber Sebastians „Naja, oder…“ und sein heftiges Gelechze müssen sie vollkommen aus den Socken gehauen haben. So schnell kann man gar nicht gucken, da hat auch Wioleta seine Zunge im Hals. Es ist zweifelhaft, wie Wioleta anschließend sagen kann, dass dieser Kuss perfekt in diese Situation gepasst hat. Aber gut, laut ihren Angaben kann er wohl richtig gut küssen – da kann man ja die Welt schon einmal vergessen.