Bachelor 2020: Rudel-Angriff auf Sebastian Preuss in Folge 3

Rudel-Angriff auf den „Bachelor“ in Folge 3 : „Ohhh, Linda macht ihn heiß“

Am Mittwochabend krallen sich die ersten beiden Kandidatinnen Bachelor Sebastian Preuss zum Kuss. Während die anderen Ladies nur auf der Lauer liegen, bläst ein Rudel zum Angriff.

In der römischen Mythologie ist Diana die Göttin der Jagd. Bei „Der Bachelor“ auch. Denn Kandidatin Diana ist in Woche drei die Erste, die im Kampf um Bachelor Sebastian Preuss so richtig ihre Krallen ausfährt. Die hat genau wie die anderen Ladies spitz gekriegt, dass Kandidatin Denise-Jessica dem Bachelor schon vor den Dreharbeiten begegnet ist. Beide beteuern, dass das nur eine einmalige, kurze Begebenheit war. Doch die anderen Kandidatinnen zweifeln daran und haben ihr Opfer Nummer eins damit gefunden. Auch Diana schießt sich auf sie ein: „Ich scheiße auf die, die ist doch nichts hier.“ Damit wären weitere Parallelen zur mythologischen Diana auch gleich vom Tisch. Denn im Zusatz ist Göttin Diana auch „Beschützerin der Frauen und Mädchen“. Für Diana bei der Bachelor trifft das aber nur auf ihren kleinen, elitären Kreis zu – oder wie die anderen Kandidatinnen sie, Linda, Judith und Jenny Jasmin nennen: den „Clan“.

Natürlich ist da auch ein bisschen Neid dabei. Denn im Gegensatz zur restlichen Herde bringt sich dieses vierköpfige Rudel in eine deutlich bessere Angriffsposition auf Bachelor Sebastian. Am Mittwochabend springen ihm gleich zwei von ihnen an die Kehle und eine weitere Wölfin befindet sich in aussichtsreicher Lauerstellung.

Die erste, die zuschlägt, ist Jenny Jasmin. Nach einem sportlichen Gruppendate darf sie zum Abendessen bleiben. Doch Sebastian macht ihr die Pirsch nicht einfach. Das liegt auch daran, dass tiefgründige Gespräche mit ihm bisher Mangelware sind. Die im TV gezeigten Dialoge mit dem Bachelor hören sich immer in etwa so an:

  • Sie: „Schöne Location.“
  • Er: „Sehr schön, oder? Gefällt’s dir?“
  • Sie: „Ja.“
  • Er: „Mega.“

Wie es bei solchen Nicht-Unterhaltungen am Ende trotzdem zu einem Kuss kommen kann? Erst lässt Sebastian sein Gegenüber von seiner Gabel kosten. „Danke fürs Füttern. Ich wurde noch nie gefüttert“, sagt Jenny Jasmin. Da weiß sie noch nicht, dass ihr Hauptgang gleich noch ansteht. „Eigentlich ist das was sehr Vertrautes, wenn mir jemand seine Gabel in den Mund stecken darf“, sagt sie. Wenn man in diesem Satz das Wort „Gabel“ durch „Zunge“ ersetzt, passt er übrigens genau auf die Situation, die sich anschließend zwischen den beiden in einer Hängematte abspielt.

Damit hatte die erste Wölfin des Rudels Erfolg. Der Rest der Herde erfährt davon natürlich nichts – bis auf die anderen „Clan-Mitglieder“. Gut so, findet Diana, die ihr Urteil über den Rest der Kandidatinnen lange gefällt hat: „Die können gar nichts. Die sehen teilweise aus wie mein dicker Zeh.“

Dass Sebastian das zumindest ansatzweise so ähnlich sehen muss, zeigt sich daran, dass Diana die nächste ist, die fette Beute macht. Nach dem Doppeldate mit Wioleta im Cirque du Soleil darf die 22-Jährige noch zum Abendessen und einer Sondervorstellung bleiben. Was sich die Dutzenden Artisten gedacht haben müssen, als sie da in diesem riesigen Saal vor nur zwei Pfeifen aus dem deutschen Fernsehen aufgetreten sind, sei mal dahingestellt. Was sich Diana beim Abschied dachte, war wohl „Jetzt oder nie!“. Denn bei der innigen Umarmung fällt auch der zweite Kuss der Staffel.

Das erfährt in der Villa natürlich wieder nur der „Clan“. Für Leitwölfin Diana ist klar, warum sie und ihr Rudel bisher die einzigen sind, die im Revier des Bachelors wildern konnten. „Weil wir die Granaten hier drin sind. Wir haben einen Charakter, der nicht für die Mülltonne ist.“

In der Nacht der Rosen kommt dann auch noch „Clan-Mitglied“ drei von vier zum Zug. Mit tiefem Ausschnitt sitzt Linda Sebastian gegenüber und sagt ihm, dass sie sich schon gerne mal sexy anzieht. Der Bachelor gerät wortwörtlich ins Schwitzen, wischt sich immer wieder die Stirn ab und zieht am Ende sogar sein Sakko aus. „Ohhh, Linda macht ihn heiß“, sagt Jenny Jasmin, die das Treiben mit dem Rest des Rudels gönnerhaft aus der Ferne beobachtet. Und Sebastian? Der ist Linda voll in die Fänge gegangen. „Ich hätte gerne ihr den ersten Kuss gegeben“, sagt er nach dem Aufeinandertreffen.

Der Rest der großen Kandidatinnen-Herde fühlt sich durch das Rudel bedroht. Es traut sich aber noch keine, einen Gegenangriff zu starten. Stattdessen wählt die letzte verbliebene Jenny ohne Zweitnamen die Totstell-Taktik und bricht am Strand in Tränen aus. So bekommt sie immerhin eine Mitleidsumarmung vom Bachelor. In der Hackordnung bringt sie das aber nicht weiter nach oben.

Als in der Nacht der Rosen wie üblich die Herde ausgedünnt wird, bleibt auch ein Teil des Rudels auf der Strecke. Denn Judith bekommt keine Rose, sie war das schwächste Glied in der Kette. Oder wie es bei Game of Thrones heißt: „Dann stirbt der einsame Wolf, aber das Rudel überlebt.“ Neben Judith jagt Bachelor Sebastian auch noch Influencerin Jessi vom Hof. Bleibt die Frage, wie es jetzt mit dem Rudel weiter geht: Werden sie weiter gemeinsam auf die Jagd gehen oder sich irgendwann gegenseitig zerfleischen?

++++14.Januar 2020++++

Zu schön, um real zu sein

Der Bachelor ist in diesem Jahr ja ein echter Pracht-Kerl – zumindest im Vergleich zu den Reinfällen der vergangenen Staffeln. Schön, charmant, bescheiden – was ´ne Kombination. Tausende Frauen werden vermutlich auch bei der aktuellen Folge vor dem Fernseher gesessen und sich dabei ertappt haben, wie sie verträumte Seufzer von sich gegeben haben. Selbst vergebene Frauen haben mitunter die Vor-und Nachteile einer Beziehung zu dritt abgewogen.

Aber wie Frau nun einmal so ist, sucht sie den Haken. Der ist auch schnell gefunden, denn Sebastian Preuss war bekanntlich im Knast. Macht er aber kein Ding draus. Denn der Knast hat ihn nicht hart, sondern weich gemacht. Beim Einzel-Date mit Linda erzählt er in Folge Zwei Details: Er war in einer Gang unterwegs, hat sich mit anderen Gruppen geschlagen, wurde mehrmals festgenommen und dann halt auch einmal eingesperrt. Im Gefängnis wurde ihm dann aber klar, was das Leben wert ist. Verträumter Seufzer. Haken glatt gebügelt. Die Welt ist ja eben auch ungerecht, sagt Frau sich.

Wie soll man Sebastian auch nicht mögen? Als er die Frauen in der Villa besucht, bringt er Geburtstagskind Leah einen Kuchen mit. Knuffig. Da ihr noch nie ein Mann einen Kuchen mitgebracht hat, ist Leah natürlich auch hin und weg. Gut gemacht, Sebastian. Auch die Nummer mit dem Kickbox-Weltmeister-Titel hängt er weiter nicht an die große Glocke. Als er mit Linda zum Helikopter-Flug im offenen Jeep fährt, fragt die ihn nämlich, mit welchem Sport er da eigentlich nebenbei sein Geld verdient. Kurzer Einschub: Geile Frage, weil er hat ja nicht schon mehrmals bei der ersten Nacht der Rosen erwähnt, dass er kickboxt. Sebastian antwortet nicht genervt, wie später an anderer Stelle: „Ich mache Kickboxen. Und ich…ähm…also ich bin Weltmeister.“ Diese Info kommt gequält, es ist ihm unangenehm, dennoch sagt er es. Der glatt gebügelte Haken beginnt sich leicht zu wölben. Will da jemand doch endlich prahlen?

Doch beim Date mit Linda macht er einfach wieder alles richtig. Er nimmt ihre Hand, weil sie selbstverständlich Höhenangst hat. Sebastian macht Komplimente, will Kinder und gibt Linda schließlich eine vorzeitige Rose, die er in einem blauen Handtuch versteckt. Was soll man da noch sagen?

Auch beim Gruppen-Date bleibt alles beim Alten. Gemeinsam mit sechs Mädels strampelt Sebastian auf dem Fahrrad durch die mexikanische Sonne. Seine Beinmuskeln würden es ihm theoretisch ermöglichen, deutlich vor den Mädels am Ziel anzukommen. Der Gentleman lässt sich aber immer wieder zurückfallen, um Gespräche mit den Einzelnen zu führen. Wie toll. „Sehr schöne Augen hast du, Birgit“, ist nur eines der überaus tiefgründigen Komplimente. Ist Sebastian etwa oberflächlich?

Beim gemeinsamen Essen kommt schließlich zur Sprache, dass Jenny S. die Villa verlassen hat. Immerhin blieb sie nicht länger nur wegen des schönen Wetters – wie Vanessa zum Beispiel. Sebastian weiß davon nichts, es interessiert ihn aber auch nicht. Das sagt er auch ganz unverblümt im anschließenden Interview: „Ich fand sie hat ein sehr sehr hübsches Gesicht gehabt, aber so ein großes Interesse hatte ich an ihr nicht. Ob sie jetzt hier bleibt oder geht, ist mir eigentlich relativ…“, das Ende lässt er offen, sein Blick sagt aber alles. Die Ansage ist ehrlich, aber auch hier klopft schon wieder zaghaft die Oberflächlichkeit an die Plasma-Scheibe.

Das sind aber alles nur Beulen in der glatten Linie, die Frau sich schnell wieder „schön“ reden kann, denn Sebastian ist ja auch eine echte Augenweide. Doch in einer anschließenden Fragerunde hat es dann hoffentlich jede aus der Zuckerwatte-Wolke auf die durchgesessene Couch zurückgeholt. Jeder der Frauen soll sich da auf Anweisung des Bachelors in zwei Sätzen beschreiben – ignoriert wird an dieser Stelle mal, dass bis Zwei zählen kein einfaches Unterfangen ist. Es geht los mit Jennifer. Laut Eigendefinition ist sie ehrlich, loyal und liebevoll. Jenny-Fleur: „Ich höre selber oft, dass ich sehr arrogant und hochnäsig wäre, ist aber nicht so.“ Okay, Aufgabe nicht verstanden. Weiter mit Birgit. Die beschreibt sich als sehr natürlich und authentisch. Das Gespräch schweift ein bisschen ab, da Michele möglichst schnell Kinder will.

Bis Sebastian Diana auffällt. Die hat noch gar nichts gesagt. Irgendwie wird’s unangenehm. Man fühlt mit Diana, die sich wiederum so fühlen muss, als würde sie in der Schule vom Lehrer einfach so dran genommen werden. Diana öffnet trotzdem den Mund: „Ich bin sehr ehrgeizig und ambitioniert.“ Obwohl sie bereits in der Nacht der Rosen Sebastian gestand, dass sie keinen Sport macht, bohrt der erneut nach. Wie schon in der vergangenen Woche rechtfertigt Diana sich damit, dass das bestimmt mit einem Personal-Trainer funktionieren würde, sie sich darum aber noch nicht gekümmert habe. Und jetzt kommt Sebastian.

Die wahre Stimme im Kopf, die keiner hören will: „Du hast doch gesagt, du bist sehr ehrgeizig. Dann müsste man das doch auch ohne Personal-Trainer hinkriegen.“ Puh, das ist unangenehm. Schön den Finger in die Wunde gelegt. Diana weint im späteren Interview. Denn ihr sei es besonders wichtig, ehrgeizig zu sein. Dass Sebastian das anzweifelt, nur weil sie keinen Sport macht, mache sie traurig. Verständlich.

Der Hobby-Therapeut merkt seinen Fehler und versucht die Delle erneut auszubügeln. Er fragt Diana: „Würdest du mit mir alleine sprechen wollen?“ Der erste Impuls: Süß. Doch dann knallt`s erneut. Diana will natürlich. Sebastian fragt, ob sie sich einen Platz aussuchen wollen. Klar will Diana. Sebastian: „Ja? Toll.“ Moment. An was erinnert das? Richtig, an einen Vater, der mit seiner zweijährigen Tochter redet!

Das macht Sebastian auch nicht nur einmal. In der Nacht der Rosen bittet Rebecca ihn um ein Gespräch. Denn bei einem weiteren Gruppen-Date im mexikanischen Dschungel hat Sebastian betont, dass Rauchen für ihn gar nicht geht. Rebecca raucht und würde das auch zum Entsetzen Sebastians nicht für einen potenziellen Partner sein lassen. „Ich würde ja auch nicht von ihm verlangen, nicht zum Sport zu gehen“, sagt Rebecca richtigerweise im Interview. Fun-Fact: Sebastian versteht nicht, warum Rebecca nicht aufhören würde zu rauchen, respektiert aber gleichzeitig nicht, wenn seine potenzielle Partnerin keinen Sport macht. Rebecca will also mit Sebastian sprechen. Seine Antwort: Ein Schulterklopfer und „Joaaa, die Zeit nehme ich mir schon“. Da ist der Papa wieder. Kein Wunder, dass Rebecca ebenfalls freiwillig geht.

Eigentlich hat Sebastian nur richtigen Respekt vor den „Mädchen“, die er selbst gut findet. Da wird dann auch gerne über eigentlich angepriesene Grundsätze hinweggesehen. Bei Denise-Jessica zum Beispiel. Mit der kann er sich nämlich was Ernstes vorstellen. Doch Denise-Jessica hat ihm etwas verschwiegen. Beziehungsweise hat er wohl eine frühere Begegnung mit ihr vergessen. Eine Freundin von Denise-Jessica habe ihn damals gedatet, man habe gemeinsam Zeit am Münchener Eisbach verbracht. Es klingelt spät bei Sebastian, doch er findet es nicht schlimm, dass sie das jetzt erst sagt. War ihm Ehrlichkeit nicht so wichtig? Davon mal abgesehen: Jennifer tadelt er mit dem Zeigefinger bei einem Gespräch, weil sie nochmal seinen Frauen-Typ abchecken will. Aber das habe er ja schon alles erzählt. „Na hast du mir etwa nicht zugehört?“ Selbst-Reflektion ist nicht so sein Ding.

Am Ende müssen auch noch Michele und Jennifer gehen, denn die haben nicht so schön mit dem Hintern gewackelt wie Jenny-Fleur. Diana ist noch im Rennen, sollte sich aber dringend überlegen nicht auch freiwillig zu gehen. Tadelte der Bachelor doch nicht nur ihre Unsportlichkeit, sondern auch ihre aufgespritzten Lippen. Wobei der Trailer der kommenden Woche einen Kuss zwischen den beiden möglich macht. Wer braucht denn auch schon Grundsätze?

+++++8. Januar 2019+++++

Folge 1: Good Guy statt Bad Boy

Als eine Kandidatin fragt, was er beruflich macht, zeigt der neue Bachelor Sebastian Preuss sein wahres Gesicht: „Maler und Lackierer.“ Wie erfrischend! Endlich mal ein RTL-Junggeselle, der nicht den Macker markiert und versucht, bei den 22 Kandidatinnen in der mexikanischen Bachelor-Villa Eindruck zu schinden. Dabei könnte er das durchaus. Sebastian Preuss ist immerhin Weltmeister im Kickboxen in der Klasse bis 90 Kilo. Er sagt allerdings: „Ich will da nicht mit rumprotzen.“ Wir erinnern uns, dass das auch anders geht: Ex-Bachelor Andrej Mangold stellte sich im vergangenen Jahr trotz sportlichen Karriereendes bei den Ladies immer noch eifrig als Profi-Basketballer vor. Sebastian Preuss hat das anscheinend nicht nötig.

Zugegeben: Zu Anfang der Jubiläums-Staffel Nummer zehn tragen RTL und Sebastian schon ziemlich dick auf. Der Bachelor erzählt vom Aufwachsen in einem „Münchener Ghetto“, von Prügeleien im Jugendalter bis zur Verhaftung wegen Körperverletzung inklusive Zeit im Knast. Dabei blickt er nachdenklich in den Himmel, im Hintergrund ist der Wachturm einer Justizvollzugsanstalt zu sehen. Er berichtet von Albträumen und der unerwiderten Liebe zu seinem Vater, der die Familie im Stich gelassen hat. Und dann auch noch das: Vor sechs Jahren ist Sebastians drogenabhängiger Bruder an einer Überdosis gestorben. „Das war für mich der schlimmste Moment in meinem Leben“, sagt Sebastian unter Tränen. Zwischendrin sieht man den Bachelor im Boxring, wo er seinen durchtrainierten Körper samt Hieben und Tritten zeigt.

RTL und Sebastian zeichnen perfekt das Bild des toughen Boxers unter dessen muskelbepackter, harter Schale nur der weiche Kern eines verletzlichen Jungen mit schwerer Kindheit steckt. Ein Junge, der sich nach nichts mehr sehnt als nach Liebe und einer richtigen Familie. Klischees, wo es nur geht. Müsste man denken.

Doch im Laufe der Sendung am Mittwochabend dämmert es dem Zuschauer langsam: Sebastian hatte diese bewegte Vergangenheit wirklich. Und sie ist nicht nur Mittel zum Zweck der Show, sondern hat ihn anscheinend zum Besseren verändert – zumindest soweit sich das nach einer Folge beurteilen lässt. Das zeigt er beim Kennenlern-Abend in der Bachelor-Villa nicht nur bei der Frage nach seinem Beruf.