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Bachelor 2020: Finale: Bachelor bricht beim "Wiedersehen" in Tränen aus

Nach Finale ohne Siegerin : Bachelor bricht beim großen Wiedersehen in Tränen aus

Die Zeit als Bachelor hat schwerwiegende Folgen für sein Privat- und Geschäftsleben – davon berichtet Sebastian Preuss unter Tränen bei RTL. Nicht viel leichter wird es für ihn, als er sich vor Ex-Kandidatin Linda rechtfertigen muss.

Bachelor Sebastian Preuss musste in den vergangenen zwei Monaten viel ertragen. Und wie es scheint, war die Zeit für ihn noch deutlich unangenehmer als für die Zuschauer, die ihm bei seiner ungelenken Suche nach der Liebe im TV zuschauen mussten. Denn wegen seines teils machohaften Verhaltens gegenüber den Frauen in der Kuppelshow, sah sich Basti in den vergangenen Wochen etlichen Hass-Kommentaren im Netz ausgesetzt. Davon erzählte er beim großen Wiedersehen, direkt im Anschluss an das Bachelor-Finale am Mittwochabend bei RTL.

„Natürlich habe ich versucht, alles zu ignorieren, was negativ auf mich niedergeprasselt hat“, sagte Basti im Gespräch mit Moderatorin Frauke Ludowig. Doch so richtig gelungen sei ihm das nicht. Denn es waren nicht nur Kommentare von irgendwelchen Fremden, die ihm das Leben schwer gemacht haben. Er habe als Kickboxer Sponsoren verloren und zu seinem Malerbetrieb sagt er: „Ich muss mich rechtfertigen vor meinen Kunden, vor meinen Mitarbeitern.“ Während er darüber spricht, kommen ihm immer wieder die Tränen. Dann wird seine Stimme richtig brüchig: „Eine Einrichtung für Jugendliche möchte nicht mehr mit mir zusammenarbeiten. Wegen der Vorbildfunktion, was mich schwer getroffen hat.“ Es sind die ersten Emotionen, die der Bachelor seit Beginn der Staffel zeigt. Und in diesem Moment tut er einem wirklich leid – völlig egal, wie daneben sein Verhalten während der Show teilweise auch war.

Das sieht auch Finalistin Diana so, die ebenfalls beim großen Wiedersehen dabei ist: „Ich finde es eine Frechheit, dass so Dinge passieren. Habt ihr sie eigentlich noch alle? Wer gibt euch das Recht, jemanden so zu beleidigen?“

Der ausschlaggebende Punkt für all den harten Gegenwind war für Basti der Vorfall mit Langzeit-Favoritin Linda. Sie hatte ihm den Kuss verweigert, er sie noch in derselben Show ohne Rose nach Hause geschickt. Seine Wortwahl sowie sein aufdringlich wirkendes Verhalten hatten vielen Zuschauern übel aufgestoßen. Auch Linda ist zu Gast und konfrontiert ihn noch einmal mit der Situation. „Woran hat es dann gelegen, wenn es nicht der Kuss war?“, fragt sie. Und da fängt Basti wieder an herumzudrucksen, wie man es von ihm aus den letzten Wochen gewohnt ist. Eine wirkliche Erklärung kommt nicht, auch Linda runzelt nur die Stirn.

„Für mich sind Küsse etwas Besonderes. Ich habe nicht verstanden, warum man so viele vorher küssen muss“, sagt sie. Basti erklärt, dass er küssen wollte, um sich zu verlieben. Für Linda hingegen wird andersrum ein Schuh draus: Erst verlieben, dann küssen. Aber seien wir mal ganz ehrlich: Mit dieser Einstellung ist in den vergangenen Jahren wohl noch niemand RTL-Bachelor geworden.

++++4. März++++

Das Finale: Die TV-Liebe ist tot
Mit dieser Entscheidung schreibt Sebastian Preuss Bachelor-Geschichte: Er vergibt die letzte Rose nicht, schickt im Finale Wioleta und Diana nach Hause. Rumms. Damit ist Basti der erste Bachelor, der ohne Partnerin aus der RTL-Kuppelshow hervorgeht. Die TV-Liebe ist tot.

Zugegeben: Bachelor-Pärchen haben grundsätzlich eine eher kurze Halbwertzeit. Von den Beziehungen der vergangenen Jahre hält Stand heute nur eine – und das ist die frischste von Andrej Mangold, dem Bachelor 2019. Ist Basti also der erste TV-Junggeselle, der keine halbherzige Rose übergibt, um des anschließenden Medienrummels willen? Ist es menschliche Größe, am Ende einer Kuppelshow ehrlich zu bekennen, dass eben nicht die Eine dabei war? Nein.

Dass diese Entscheidung von Basti nicht in Respekt der Zuschauer mündet, hat er sich in den vergangenen Wochen selbst verbaut. Denn das Problem an der Sache ist: Basti hat mehr als einer Frau genau das Gefühl gegeben, die Richtige zu sein. Damit macht er auch im Finale am Mittwochabend fleißig weiter. Zu Wio sagt er: „Ich kann mir was vorstellen mit dir.“ Und zu Diana: „Bei dir spüre ich Sicherheit. Ich mag dich sehr gerne.“ Und natürlich knutscht er noch am Abend vor der letzten Nacht der Rosen ausgiebig mit beiden Kandidatinnen rum – wie schon mit so vielen Frauen zuvor in dieser Staffel.

Woran liegt es also, dass Basti sich nicht für eine der 22 Kandidatinnen entscheiden kann? Vielleicht ist einfach keine gut genug für ihn. So kann man zumindest die Worte von Bachelor-Mutti Cornelia verstehen. „Du willst einen perfekten Menschen, der perfekt auf dich abgestimmt ist. Das geht gar nicht“, hält sie ihrem Sohn vor, nachdem er im Gespräch mit ihr an Kleinigkeiten bei seinen beiden Finalistinnen herummäkelt. „Er ist ja auch nicht perfekt, seien wir mal ehrlich“, schiebt Mutti Cornelia hinterher. Endlich spricht’s mal jemand aus, danke!

Basti findet derweil im Rückblick auf die Staffel: „Diese zwei Monate, was ich erleben durfte, waren wie zehn Jahre beim Psychologen.“ Immerhin mal eine Aussage, die man als Zuschauer so unterschreiben kann. Was war das auch für ein Potpourri aus Narzissmus, emotionaler Manipulation, Objektivierung der Frau und Schönfärberei des eigenen Fehlverhaltens?

Den Höhepunkt dieser peinlichen Bachelor-Show gibt es – abgesehen vom Korb für Kussverweigerin Linda – natürlich passenderweise im Finale. Noch vor der Entscheidung sagt Basti: „Irgendwie bin ich mega enttäuscht von mir selbst“. Ja, nicht nur du. Denn auch Wio und Diana können sein Verhalten nicht nachvollziehen. „Er hat immer gesagt, ich soll weiterkämpfen, dass es sich lohnt. Ich hab mir dadurch was anderes versprochen“, sagt etwa Wio, die den Korb ansonsten aber relativ gefasst aufnimmt.

Den emotionalsten und gleichzeitig bittersten Moment dieser Staffel muss Diana hinnehmen. Das liegt nicht nur daran, dass Basti sie verschmäht, sondern vor allem daran, auf welche Art und Weise. „Du bist für mich mega gut“, fängt er beinahe hilflos an und kommt danach nicht mehr aus dem Herumdrucksen raus: „Ich glaube, du hast es nicht verdient, dass ich dich anlüge. Ehm. Und deswegen weiß ich auch nicht, ob ich dir die letzte Rose geben kann…“ An der Stelle grätscht Diana dazwischen, um diese nicht enden wollende Faselei abzukürzen: „Aber das müsstest du ja jetzt wissen: Also gibst du sie mir nicht?“ Und Basti? Der sagt einfach nichts und drückt sich vor der Antwort. Ganz schwach.

Als ob das nicht schlimm genug wäre, setzt er in den allerletzten Sendeminuten noch einen obendrauf. Diana, die Tränen in den Augen hat, zieht ihre Hände aus seinen weg und sagt mit Enttäuschung in der Stimme: „Das können wir jetzt auch lassen.“ Sie will zurück zum Auto, nur schnell runter vom roten Teppich und weg von dem Mann, der ihr falsche Hoffnungen gemacht und sie verletzt hat. Doch so viel Selbstbestimmung kann ihr der Hauptdarsteller des Formats nicht zugestehen. „Ich bring dich zum Auto“, sagt Basti, und Diana fragt zu Recht: „Muss das sein?“. Als Antwort gibt’s ein knappes „Ja“, er krallt sich ihre Hand und schleift sie über den roten Teppich. Also alles wie immer: Nur Basti sagt, wo’s lang geht.

So gehen nicht nur Diana und Wio mit einem schlechten Gefühl aus der Staffel, sondern auch die Zuschauer. Da tut man es sich neun Wochen lang an, Basti dabei zuzusehen, wie er sich hölzern durch die Dialoge, feucht durch die Münder der Kandidatinnen und selbstverliebt durch eine Kameraeinstellung nach der anderen schleppt – und am Ende bekommt man nicht einmal das gewohnte Pseudo-Happy-End. Stattdessen wird mindestens einer jungen Frau in letzter Minute das Herz gebrochen und der Verursacher ist sich keiner Schuld bewusst. Die TV-Liebe ist tot.

++++26. Februar++++

Halbfinale: Hauptsache Basti geht’s gut

Sie sitzt am Neuen Markt in Wien. Ihr Blick ist in die Ferne, vielleicht in die Zukunft gerichtet. Das Wasser plätschert neben ihr in den Brunnen. Der Stoff ihres Kleides sitzt locker, rutscht von der Schulter und enthüllt ihre blanke Brust. So hätte die achte Folge von „Der Bachelor“ starten können. Doch beschrieben wird hier eine Statue von Providentia, der römischen Göttin der Vorsehung. Denn es kann nur ihr Werk sein, was dort bei den Dreamdates in Mexiko passiert. Alles vorhersehbar, alles langweilig.

Kurzzeitig muss Providentia allerdings eingenickt sein. Junggeselle Sebastian Preuss verschmäht doch glatt ein Übernachtungsdate mit Wioleta. Das ist mehr als überraschend. Denn in der aktuellen Folge werden die anderen beiden Kandidatinnen zu einer Pyjama-Party mit dem Bachelor eingeladen. Doch bei Wioleta wird ihm schlecht.

Nicht, weil er sich selbst beim Reden zuhört. Basti tadelt Wioleta, da sie nach einer gemeinsamen Bootstour schon vor dem äußerst romantischen Candle Light Dinner etwas gegessen hat. „Wir sind doch hier beim Abendessen. Du sollst doch vorher nichts essen.“ Na los Wioleta, ab auf die stille Treppe mit dir. Und dann lacht Wioleta auch noch ständig. Nach Bastis Aussagen ist es zwar schön, dass sie so viel lachen kann, denn nicht viele Menschen könnten lachen. Basti möchte bei ernsten Themen aber nicht immer einen Menschen vor sich haben, der lacht. Dabei gibt es selten ernste Themen zwischen Wioleta und Basti. Als sie schließlich halbnackt im Pool planschen, geht es aber immerhin um Kinderplanung.

Schlecht ist Basti schließlich, weil er irgendwann vor diesem Date Fisch gegessen hat. An dieser Stelle kann man ihn nur zitieren: „Du sollst doch vorher nichts essen.“ Er wird blass, er schwitzt, Wioletas Laune sinkt zunehmend. Basti möchte sie auf ihr Zimmer geleiten. Das ist das Aus für Wioleta. Keine feucht fröhliche Kissenschlacht in des Bachelors Schlafgemach. Wio bietet sich verzweifelt an, will ihm sogar den Topf halten, wenn er kotzt. Sie gibt alles für ihren Traum: einmal neben dem Bachelor aufwachen. Doch der platzt. Es bleibt ein Frühstück am Morgen und Wios schlechte Laune. Basti will das Thema begraben, denn: „Mir dann jetzt die ganze Zeit ihre schlechte Laune reinzupressen, war ein bisschen überflüssig.“ Hauptsache Basti geht’s gut.

Und ansonsten? Wie gesagt, Providentia hat ganze Arbeit geleistet. Diana darf mit Basti auf einer einsamen Insel planschen, knutschen, kuscheln und essen. Tiefgründige Gespräche wie „Vorfreude ist etwas Schönes“ – „Ja mega, ich liebe Vorfreude“ sind an der Tagesordnung. Diana thematisiert auch Bastis Sprachfehler. Auch hier drückt Providentia ein Auge zu: Bastis Ego nimmt diese Kritik überraschend positiv auf. Denn „sexy“ und „Surfer“ kann er halt nicht richtig betonen. „Also ich hab‘ schon ein paar Sprachfehler, aber so hab‘ ich das jetzt noch nicht gemerkt.“

Und dann hat Diana Popel in der Nase. Ein äußerst schwieriges Unterfangen, da sie nicht dazu in der Lage ist, diese zu entfernen. Der Zuschauer wartet darauf, dass Basti ihr einfach den Finger in die Nase steckt. Ach und dann noch dieses romantische Drachensteigen, bei dem einer der Drachen im Meer landet. Greta bedankt sich an dieser Stelle.

Es endet natürlich vorhersehbar mit einem erneuten Candle Light Dinner. Viel zu sagen haben sich auch diese beiden nicht. Diana greift wieder Bastis Ego an. Denn sie glaubte anfangs, er habe keinen Humor. Doch Basti ist zu Scherzen aufgelegt: „Wir könnten jetzt ins Meer gehen, weil da sehe ich nicht, ob du einen Popel in der Nase hast.“ Was ein Brüller, findet auch Diana. „Was bist du denn für einer?“, antwortet sie. Ja, das fragen sich viele. Am Ende geht sie trotzdem mit ihm ins Bett. Sie erfüllt sich den Traum vom Aufwachen neben dem Bachelor.

Desiree hat mit Abstand das beschissenste Dreamdate von allen. Sie macht mit dem Bachelor eine Stadtrundfahrt in einer Kutsche und darf anschließend selbst kochen. Dafür muss sie auch noch mit Basti einkaufen gehen – wie ein richtiges Paar eben, wie ein richtiges Dreamdate. Für Basti angeblich die Möglichkeit schlechthin, den Partner kennenzulernen. Und beim Essen des zubereiteten Mahls spricht er doch tatsächlich davon, dass sie Dinge zusammen gemeistert haben. Das Essen an sich meistert Basti aber nicht so gut. Es will nicht in seinem Mund bleiben, die Hälfte fällt raus. Obwohl er sonst ja gerne mal den Mund zu voll nimmt.

Anschließend will die kleine Wasserratte Basti natürlich in den Pool. Desiree klammert sich an ihn und durch Zufall küsst der Bachelor sie. Ähnlich wie bei Natali harmoniert das nicht so. Egal, denkt sich Basti. Denn Desiree darf auch bei ihm Heia machen. Doch Providentia hat kein Erbarmen: Desiree bekommt keine Rose.

Und das ist doch ein äußerst kluger Schachzug von Basti: Desiree würde ihm niemals eine Szene machen. Dafür ist sie einfach zu nett. Bei Diana oder auch Wioleta hätte man durchaus mit einer Ohrfeige à la Yeliz Koc rechnen können. Von ihr kassierte der Ex-Bachelor Daniel Völz in der Nacht der Rosen einen Schlag ins Gesicht. Wioleta und Diana dürfen also des Bachelors „Mum“ kennenlernen. Und die Frau scheint deutlich cooler zu sein als ihr Sohn. Im Trailer zum Finale sagt sie: „Du willst einen perfekten Menschen, der perfekt auf dich abgestimmt ist. Das geht gar nicht.“ Tja, Mutter weiß mehr.

++++19. Februar++++
Folge 7: „Küsst der mich jetzt eigentlich noch?“

Neue Woche, neuer Versuch, in Sebastians Verhalten gegenüber den Kandidatinnen etwas Gutes zu entdecken. Doch der Bachelor macht es einem wirklich schwer. Einziger Lichtblick: Das Home-Date mit Diana. Die schmiegt sich gegen Ende des Treffens auf der Couch an ihn, sucht ihn mit ihren Blicken, nähert sich mit ihrem Kopf seinem. Doch Basti beißt nicht an. „Küsst der mich jetzt eigentlich noch?“, fragt Diana. Auch sie wundert sich wohl, wo der knutschende Gelegenheits-Hengst der vergangenen Wochen hin ist. Doch Basti erklärt: „Ich habe sie sehr bewusst hier im Elternhaus nicht geküsst. Ich finde, das ist eine Respektssache der Mum gegenüber, dass ich hier nicht das Knutschen auf ihrer Couch anfange.“

Oha! Da könnte man als Zuschauer ja fast geneigt sein, dieses gönnerhafte Papa-Macho-Image, das sich Basti mittels begrenztem Wortschatz gegenüber seinen „Mädchen“ aufgebaut hat, noch einmal zu überdenken. Aber nur fast. Denn wie bereits erwähnt: Es bleibt der einzige Lichtblick.

Wie sehr man sich auf Bastis Worte verlassen kann, zeigt er gleich beim nächsten Home-Date mit Wio. Deren Tante hat anscheinend nicht so viel Respekt verdient wie Dianas Mutter. Denn auf ihrer Couch hat der Bachelor auf einmal kein Problem mehr damit, schnell und feucht auf Tuchfühlung zu gehen. „Es ist so heiß, ich kann nicht mehr“, sagt Wio – eigentlich wegen des Kamins. Bastis wortgewandte wie anzügliche Antwort: „Zieh dich halt aus.“

Dass er es schafft, jedes Thema plump aufs Thema Sex zu trimmen, beweist er auch, als er Leah besucht. Die macht ihm ein Kompliment für sein Outfit und fragt, wie er sich sonst so kleidet. Basti, der Malermeister, packt sofort die Zweideutigkeits-Keule aus. „Es kommt schon mal vor, dass ich auch schmutzig bin. Aber ich steh drauf“, sagt er, um dann überflüssigerweise noch hinzuzufügen: „Ich mag’s schmutzig.“ Natürlich wird auch auf der Couch von Leahs Mutter fleißig rumgeleckt. Wie war das nochmal mit dem „Respekt vor der Mum“? Ach, Schwamm drüber, Zungen raus.