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Bachelor 2019: Andrej Mangold verrät Geheimnisse zum Dreh von Staffel 9

Kritik an RTL-Kuppelshow : Wie die Zuschauer beim „Bachelor“ mit „verfälschten Bildern“ getäuscht werden

Wie genau der Dreh vom „Bachelor“ abläuft, ist eigentlich streng geheim. Jetzt verrät Ex-Bachelor Andrej Mangold Details zur Produktion der Show und kritisiert, dass die Folgen offenbar sinnentfremdet zusammengeschnitten werden.

Ähnlich wie beim Dschungelcamp wird auch um die genaue Entstehung des RTL-Kuppelformats „Der Bachelor“ ein großes Geheimnis gemacht. Kaum jemand weiß, wo genau gedreht wird, wie lange die Aufnahmen dauern und welche Szenen es eigentlich nicht auf die TV-Bildschirme schaffen. Doch Andrej Mangold weiß es. Er war schließlich 2019 der RTL-Bachelor. Jetzt hat der 33-Jährige im Podcast „Morgen fange ich an!? – Der Motivationspodcast“ aus dem Nähkästchen geplaudert. Darin hagelt es Kritik für die Sendungsmacher – und auch für seinen Nachfolger Sebastian Preuss.

Die Dreharbeiten zur neunten Staffel in Deutschland, Mexiko und auf Kuba hätten gut zwei Monate gedauert, erzählt Andrej. Wie das Ganze nachher im Fernsehen aussieht, habe der Bachelor auch erst mit allen anderen bei der Erstausstrahlung gesehen – und wurde dabei negativ überrascht: „Da waren teilweise Szenen weg, wo ich mir dachte: Krass, wie das das Bild verfälscht.“ In den 90 TV-Minuten seien meist etwa fünf bis sechs Drehtage zusammengeschnitten worden. „Da denkst du dir manchmal: Das kann doch nicht sein, dass ihr so eine wichtige Szene weglasst“, sagt Andrej. Manche der niemals ausgestrahlten Szenen seien ihm sehr wichtig gewesen, „aber anscheinend nicht fürs Entertainment“.

Szenen-Schummel beim Kuss nach Gruppendate

Wie die Zuschauer getäuscht werden, macht er in dem Podcast vor allem an einem Beispiel fest, für das Andrej und die spätere Siegerin Jennifer Lange heftig kritisiert wurden. Bei einem Gruppendate bei einer Schamanin wird es emotional, alle Kandidatinnen inklusive Bachelor brechen in Tränen aus. Als die Gruppe am Ende des Dates aufsteht und den Rückweg antritt, folgt ein Schnitt und in der nächsten Einblendung ist zu sehen, wie Andrej und Jenni in der gleichen Umgebung knutschen. „Als ob Jennifer und ich zurückgeblieben sind, um hinter dem Rücken der anderen Frauen miteinander rumzumachen. Das hat so Kritik gehagelt“, sagt Andrej. Was im TV demnach nicht gezeigt wurde: Zwischen den beiden Szenen lagen rund zwei Stunden. Denn nach dem Gruppendate habe Andrej Jenni noch für ein Einzeldate da behalten. „Als der Kuss fiel, waren die anderen Frauen schon seit zwei Stunden weg. Das fand ich sehr sehr schade, weil es das Bild verfälscht hat."

Kritik an Sebastian Preuss, Bachelor 2020

Und die Sendungsmacher tricksen auch an anderer Stelle, wie Andrej berichtet. Etwa beim Versuch, den jeweiligen Bachelor möglichst gut dastehen zu lassen. „Da werden Sachen, wenn er sich mal kacke verhält, vielleicht nicht mit reingenommen, weil er in einem guten Licht stehen soll“, sagt Andrej. Nicht wirklich geklappt hat das bei seinem Nachfolger Sebastian Preuss, der als Bachelor 2020 für sein Verhalten gegenüber den Kandidatinnen viel Kritik einstecken musste. „Am Ende des Tages ist es super schade, dass er einen Shitstorm kassiert hat. Ich glaube aber, so wie du dich verhältst, kann auch das Echo werden“, sagt Andrej. Und das hätte vielleicht noch heftiger sein können, falls auch andere Szenen, in denen Sebastian sich möglicherweise daneben benahm, gar nicht gezeigt wurden. „Bei ihm frage ich mich: Was wurde da nicht gezeigt? Was wurde da weggeschnitten?“

In Folge 1 steht der Bachelor vier Stunden vor der Villa

Und welche Geheimnisse lüftet Andrej im Podcast sonst noch über die Dreharbeiten von „Der Bachelor 2019“? Hier ein schneller Überblick:

  • Während der 90-minütigen Auftaktfolge, in der der Bachelor vor seiner Villa auf die Kandidatinnen wartet, vergehen in Wirklichkeit vier Stunden! „Nach jedem Auto, wenn zwei Mädchen ausgestiegen sind, hast du immer eine kurze Interviewszene, wo du kurz sagen musst, wie es dir gefallen hat und was dir in Erinnerung geblieben ist.“ Außerdem dauere es bis zu fünf Minuten, bis aus jedem vorgefahrenen Auto die erste Kandidatin aussteigt, weil erst alle Kameras perfekt eingestellt werden müssen.
  • Eigentlich wusste Andrej schnell, welche Kandidatinnen ihm zusagen. „Aber in dem Format kannst du nicht schon alle nach Hause schicken bis auf fünf Kandidatinnen“, sagt Andrej. Seine Stragie deshalb: „Mädchen, zu denen die Verbindung nicht so da war, habe ich zu Gruppendates eingeladen und geguckt, ob man so mehr über sie herausfinden kann. Die Mädels, die du favorisierst, nimmst du dann natürlich ganz klar zu Einzeldates mit.“
  • Die Sendungsmacher haben sich nicht an Andrej gewandt und ihm den Posten als „Der Bachelor“ angeboten. Andrej habe sich selbst beworben – nachdem er gegoogelt habe, wie das geht. „Als ich die Zusage bekommen habe, hatte ich noch sechs Wochen bis Drehbeginn. Die wollen dir aber am liebsten erst am Tag vorher Bescheid geben, damit vorher nichts an die Presse kommt.“

Wer jetzt enttäuscht ist, wie es hinter den Kulissen der RTL-Kuppelshow abläuft, dem sei gesagt: Immerhin die Liebe ist echt! Denn Andrej und Jenni sind auch nach fast eineinhalb Jahren noch zusammen. Trotz weggelassener Szenen und „verfälschter Bilder“.