"Unser Star für Oslo": Aus für Soulstimme Taylor

"Unser Star für Oslo": Aus für Soulstimme Taylor

Düsseldorf (RPO). Für Leon Taylor war die fünfte Sendung von "Unser Star für Oslo" die letzte. Er erhielt beim Voting am Dienstagabend zu wenig Anrufe von den Zuschauern. Damit sind nur noch fünf Kandidaten übrig, die bei dem TV-Casting darum kämpfen, Deutschland im Mai beim Grand Prix in Oslo zu vertreten.

Der 26-jährige Taylor sang "Tears in Heaven" von Eric Clapton, weil ihm das Lied sehr am Herzen liegt. Er verbinde es mit seiner Kindheit, erklärte er. Und so kommentierte auch Stefan Raab die gesanglich einwandfreie Leistung mit "the return of the Schmuseonkel". Raab schätzte die Chancen des Musikstudenten um den Einzug ins Viertelfinale richtig ein und vermutete schon in der Sendung, dass es knapp werden könne.

Soulsängerin Joy Denalane, die neben Rea Garvey von der Gruppe Reamonn in der Jury saß, lobte zwar Taylors Leistung, fand aber das Lied durch seine Geschichte für den Rahmen der Sendung ungeeignet. Clapton hatte in dem Lied die Trauer um seinen verstorbenen Sohn verarbeitet. Auch Garvey übte Kritik an Taylor: Er konzentriere sich zu sehr auf die Kameras.

Weiter um das Ticket nach Oslo kämpfen Jennifer Braun, Kerstin Freking, Lena Meyer-Landrut, Sharyhan Osman und Christian Durstewitz. Die letzten fünf Kandidaten treten schon am Freitag im Viertelfinale live in der ARD wieder gegeneinander an. Aus der von Prosieben und der ARD Co-produzierten Castingshow wird im März der Sieger gekürt, der für Deutschland in Oslo den Sieg holen soll.

Es wird also immer enger im Rennen um den Auftritt beim "Eurovision Song
Contest". Die Kandidaten haben nur drei Tage Zeit, um gleich zwei Songs
zu lernen. Neben dem Tempo steigt auch der Konkurrenzdruck unter den
Kandidaten. Sie alle singen gut. Sie alle fühlen sich wohl auf der
Bühne. Und alle fünf haben mittlerweile eingeschweißte Fangemeinden.

Freking für brilliante Stimme gelobt

Kerstin Freking hatte in der vergangenen Sendung mit einer engelhaften und glasklaren Interpretation von Alanis Morissettes "Thank You"
geglänzt. Gesanglich war sie von Anfang an eine der Besten. Von Woche zu
Woche steigert sich die blonde Studentin aus Osnabrück in Sachen
Performance. Diesmal sang sie "Better" von Regina Spektor. Erneut wurde ihre
brilliante Stimme und einwandfreie Intonation gelobt. Zusätzliche Punkte
konnte die 21-Jährige durch ihren Kleidungsstil sammeln. Sie
trug eine orangefarbene Strumpfhose unter einem hoch geschnittenen
grauen Rock und High Heels dazu.

Bei Paolo Nutinis "New Shoes" überzeugte Lena Meyer-Landrut erneut mit sympathischem Tanzstil, perfektem Englisch und toller gesanglicher Leistung. Joy Denalane nannte die Bühne ihr Zuhause. Stefan Raab bewunderte, wie sie eine Männernummer interpretiert und zu ihrem ganz eigenen Werk macht. Die 18-jährige Hannoveranerin gilt als Favoritin im Kampf um den Auftritt in Oslo. Sie ist wegen ihrer natürlich-unbekümmerten Art der Publikumsliebling. Trotz eigenwilliger Songauswahl ist sie massenkompatibel.

  • Fotos : Fünf Kandidaten im Oslo-Check

Braun glänzt mit Disko-Hit

"Ain't Nobody" von Chaka Khan wollte keiner der Juroren wirklich gerne
hören. Der Song gilt als Disko-Hit der 80er-Jahre und hat damit schon einige Jahre auf dem Buckel. Doch Jennifer Braun verlieh dem Lied ihre ganz eigene Note und ging besonders gegen Ende hin aus sich heraus. Wider Erwartens konnte die jüngste im Bunde Jury und Publikum überzeugen. Jennifer Braun habe den Song zu ihrem eigenen gemacht. Aber sie solle mit mehr Gelassenheit singen und nicht so viel pressen, das habe sie nicht nötig, hieß es von Seiten der Juroren.

In der vergangenen Woche bangte die Jury um Sharyan Osmans Weiterkommen, weil die Bar-Jazz-Nummer "Is You Is Or Is You Ain't My Baby" laut Stefan Raab "schnell an Betriebsfeier" erinnere. Trotzdem wählte das Publikum sie weiter. In dieser Woche sang sie schon zum zweiten Mal ein eigenes Lied. "In The City" ist ein sehr leises und nachdenkliches Stück. Rea Garvey empfand ihre Performance in dieser Woche als ihre beste. Sie sei sehr sie selbst, wenn sie einen eigenen Song singt. Stefan Raab sagte, ihre Musik erinnere ihn an ayurvedische Klangmassage. Er sah sie unter den Wackelkandidaten.

Durstewitz rockt mit "Dance with Somebody"

Joy Denalanes Favorit war Christian Durstewitz. Der 20-Jährige hat in der letzten Zeit für seine Verhältnisse ungewöhnlich viele Klamotten gekauft, unter anderem deckte er sich gleich mit mehreren Paar Schuhen ein, weil er in jeder Sendung etwas anderes tragen muss.

Der Musiker aus Altenlotheim sang "Dance With Somebody" von Mando Diao. Er gab dem Lied eine sehr eigene Note, indem er viel Tempo und Dynamik reinbrachte. Am Ende rockte er richtig ab, wieder mit der Gitarre in der Hand. Stefan fands "geil wieder". Rock 'n' Roll lebe vom schleifenden Tönen und Extase am Ende. Er habe was von Prince mit dem Anzug, fand Joy Denalane. Und Rea Garvey war sich sicher, dass "Dursti" ihm im Kopf bleibt.

Am Freitag startet das Viertelfinale von "Unser Star für Oslo" um 20.15 Uhr in der ARD. In der Woche drauf geht es am Dienstag auf Prosieben mit dem Halbfinale weiter, und nächste Woche Freitag, 12. März, ist der Tag der Entscheidung, wenn es heißt: Wen schickt Deutschland nach Oslo?