Arte-Drama "Ich werde nicht schweigen": Eine Mutter kämpft um ihre Kinder

Drama "Ich werde nicht schweigen" : Eine Mutter kämpft um ihre Kinder

Das Drama "Ich werde nicht schweigen" thematisiert zudem Hunger-Euthanasie in der Psychiatrie.

Über die Nachkriegszeit sind schon viele Geschichten im Fernsehen erzählt worden - über die ersten Jahre direkt nach dem Krieg jedoch kaum. Der Film "Ich werde nicht schweigen" handelt von einer jungen Witwe und Mutter, die hart um das kämpfen muss, was ihr zusteht.

1948: Die Mutter Margarete Oelkers (Nadja Uhl) lebt mit ihren beiden kleinen Söhnen in Oldenburg. Sie ist Modellschneiderin und hält sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser - so arbeitet sie auch für Frau Ahrens (Katja Flint), die Gattin von Paul Ahrens (Rudolf Kowalski), dem Leiter des Gesundheitsamtes. Er war einst der Vorgesetzte ihres im Krieg gefallenen Mannes, doch nun verweigert er ihr die benötigten Papiere, damit sie die Kriegswitwenrente beantragen kann.

Als sie auf dem Amt außer sich gerät und dabei ungewollt eine Glastüre einschlägt, wird sie von Ahrens sofort in die Heil- und Pflegeanstalt in Wehnen eingewiesen, mit der Diagnose Schizophrenie. Dort wird sie für ein Jahr weggesperrt und einer üblen Behandlung unterzogen. Ihre Kinder kommen zu ihrer Schwester Erna (Petra Zieser) aufs Land.

Nach ihrer Rückkehr gerät sie unter die Vormundschaft ihres Nachbarn und Ex-SS-Mannes Windhorst (Martin Wuttke) und kämpft darum, ihre Kinder wiederzubekommen - und dafür, dass ihre Entmündigung aufgehoben wird. Eines Tages lernt sie in einem Café die junge Antje (Janina Fautz) kennen, deren Mutter in der Psychiatrie gestorben ist. Gemeinsam kommen sie ungeheuerlichen Vorkommnissen auf die Spur, und Herr Ahrens entpuppt sich als Nazi der reinsten Sorte, der immer noch Gott spielen will.

Das Thema Schizophrenie wird nachvollziehbar erzählt - mit Hilfe von Rückblenden, die den Zuschauer sicher nicht unberührt lassen, werden die unfassbaren Methoden verdeutlicht, mit denen damals vorgegangen wurde. Erst 1996 kam die Wahrheit ans Licht: In Wehnen wurde Hunger-Euthanasie betrieben. Mangelnde Pflege, körperliche Gewalt, auch mit Elektroschocks, und Nahrungsentzug kosteten über 1500 Patienten das Leben. Ärzte und Pfleger wurden für ihre verbrecherischen Taten bestraft.

"Ich werde nicht schweigen", Arte, 20.15 Uhr

(dpa)
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