ARD: So war der "Polizeiruf" aus Deutschland und Polen

So war der „Polizeiruf“ : Komm, wir kaufen uns Polen

Im „Polizeiruf“-Fall Heimatliebe mit Maria Simon und Lucas Gregorowicz ging es um Eitelkeiten, Liebe und um Größenwahn – sehenswert.

Worum geht’s? In einem polnischen Dorf nahe der deutschen Grenze setzen Männer einen Kuhstall in Brand. In einem deutschen Dorf nahe der polnischen Grenze bedroht ein Selbstverwalter einen Gerichtsvollzieher mit einem Gewehr. Und auf irgendeiner polnischen Landstraße finden Kinder einen abgeschnittenen Finger. Später wird der Bauer getötet; dessen Familie bricht anschließend völlig auseinander. Die Ermittler des deutsch-polnischen Kommissariats, Olga Lenski (Maria Simon) und Adam Raczek (Lucas Gregorowicz), kommen Agrar-Spekulanten, polnischen Nationalisten und menschlichen Abgründen auf die Schliche.

Worum geht’s wirklich? Um Eitelkeiten, um Liebe – und um Größenwahn. Tatsächlich wollen sich in dem „Polizeiruf“ nach dem Zweiten Weltkrieg enteignete deutsche Adelsfamilien Deutschland in den alten Grenzen zurückholen. Sie setzen Bauern unter Druck, um Land zu kaufen – und Stück um Stück soll so das „gute alte Deutschland“ entstehen. Irre.

Der beste Satz Als der Selbstverwalter, der sein Grundstück als Provinz Brandenburg ausweist, erklären soll, warum er mit einem Gewehr vor dem Gerichtsvollzieher herumgefuchtelt hat, sagt er: „Ich habe nur versucht, meinen Standpunkt klar zu machen.“

Lohnte es sich? Sollten Sie diesen „Polizeiruf“ verpasst haben und noch Zeit finden, bemühen Sie ruhig die Mediathek. Die Bilder, die Charaktere, die breite, aber doch stringente Handlung – all das macht diesen Sonntagabendkrimi überaus sehenswert.

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