AfD-Chef Jörg Meuthen bei Maischberger: Angela Merkel ist Schuld am Brexit

TV-Talk bei Maischberger: AfD-Chef Meuthen gibt Merkel die Schuld am Brexit

Brexit überall: Auch am Mittwochabend bei Sandra Maischberger in der ARD war der britische EU-Austritt das Thema. Neben Anschuldigungen von AfD-Chef Jörg Meuthen war das Ergebnis des Abends: Nur ein Mensch kann Großbritannien noch retten.

Während die Abgeordneten im britischen Parlament über den Brexit streiten, tut es ihnen die deutsche Politik-Prominenz in verschiedenen Talk-Formaten gleich. So auch am Mittwochabend bei Sandra Maischberger in der ARD. Die Gäste zoffen sich über die Brexit-Verhandlungen zwischen EU und Briten-Premierministerin Theresa May – die immer gleichen Argumente werden ausgetauscht. Für zwei Ausnahmen sorgen AfD-Parteichef Jörg Meuthen und der britische Politkwissenschaftler Anthony Glees.

Zunächst äußert sich Meuthen zu einem von einigen AfDlern geforderten „Dexit“, also Deutschlands Austritt aus der EU. Dieser sei nicht die „Ultima Ratio“, viel mehr wolle die AfD die EU reformieren. „Wir sind die wahren Europäer“, sagt Meuthen – um dann auf Bundeskanzlerin Angela Merkel loszugehen.

„Wenn Sie die Schuldige suchen, müssen Sie bei Frau Merkel suchen“, sagt Meuthen. Das Brexit-Referendum gehe auf ihre Kappe, die Bundeskanzlerin habe den ehemaligen britischen Premierminister David Cameron zu der Abstimmung getrieben. Außerdem sagt er: „Als die Engländer nach den Wanderungsbewegungen der Flüchtlinge das Chaos sahen, dass Frau Merkel hier angerichtet hat, haben sie gesagt: Das wollen wir in Großbritannien nicht haben!“

Gegenwind für diese Behauptung kommt von Rolf-Dieter Krause, Ex-ARD-Studiochef in Brüssel. Er weist auf den Unterschied zwischen muslimischen Einwanderern in Deutschland und Immigranten aus Osteuropa in Großbritannien hin. Zustimmung für Meuthen gibt es vom britischen Politikwissenschaftler Anthony Glees: Kanzlerin Merkel hätte die Grenzen nicht öffnen dürfen, sondern sich mehr um die „äußere Sicherheit“ kümmern müssen. „Das haben sie nicht gemacht, und das war blöd.“

Der britische Politikwissenschaftler Antony Glees machte mit einer kuriosen Forderung und bunter Krawatte auf sich aufmerksam. Foto: WDR/Max Kohr

Damit ein Chaos in seinem Heimatland verhindert werden kann, hofft Glees auf königlichen Beistand. Nur ein Machtwort von Queen Elizabeth könne Großbritannien noch retten. „Jemand muss doch mal sagen: Liebe Leute, was ihr euch wünscht, geht nicht“, sagt er. „Ohne Konsens sterben wir.“

Dass das britische Königshaus sich in der Regel nicht zu politischen Anglegenheiten äußert, lässt er nicht gelten. „Auch nach dem Tod von Diana ist sie an die Öffentlichkeit gegangen“, sagt Glees und ergänzt sicherheitshalber: „Das ist kein Scherz!“

(kron)
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