Abschied von "Domian": So war die letzte Sendung am Freitag

Abschied von Talk-Legende : So war die letzte Folge von "Domian"

Keine Tränen, dafür ein leiser und bewegender Abschied vom Sorgenonkel-Arbeitsplatz: Nach 21 Jahren ist Jürgen Domian in der Nacht zum letzten Mal mit seinem Talkradio auf Sendung gegangen.

Für das Ende einer Ära war es ziemlich unaufgeregt, wie Domian die letzte Ausgabe seiner Talksendung auf Radio 1Live und im WDR beging. "Wir haben uns überlegt: Die letzte Sendung soll relativ normal ablaufen", sagte der 58-Jährige eingangs. Bereits am Vortag war er während der Sendung von seinem Team überrascht worden.

So wurde es eine offene Talknacht, mit der sich Domian von seinem Publikum verabschiedete - kein vorgegebenes Thema für Anrufer, stattdessen ein spontaner Mix aus Kuriositäten, Drama, Komik und Trauer, wie so oft bei "Domian" in den vergangenen 21 Jahren. Das pralle Leben eben.

Anrufer in der letzten Sendung waren:

In einer Sendung, der man über weite Strecken nicht anmerkte, dass es gerade um etwas Besonderes geht, fand Trucker Klaus als Erster ein paar passende Worte. "Domian, ich merke, dass ich älter werde. Bud Spencer - weg. Stefan Raab - weg. Schimanski - weg. Und jetzt du - weg."

Tatsächlich gehörte Domian über Jahrzehnte zum Inventar der deutschen Medienlandschaft. 21 Jahre lang war er mit seinem gleichnamigen TV- und Radioformat auf Sendung. Seit dem Start 1995 riefen geschätzt 25.000 Menschen bei "Domian" an, berichteten von ihren Sorgen und Nöten, ihren Leidenschaften oder manchmal auch einfach nur von ihrem Job. Menschliche Abgründe waren dabei, rührende Momente und kaum fassbare Geschichten.

Eine Zusammenstellung der skurrilsten Domian-Momente finden Sie hier.

Eine Nachfolgesendung für "Domian" hat der WDR nicht geplant - es sei ein Ausnahmeformat gewesen, das sich nicht so leicht ersetzen lasse, hieß es zur Begründung. Domian selbst wird im Jahr 2017 von Januar bis Mai auf Talk-Tournee gehen.

"Die Zeit mit euch war groß"

Um 1.53 Uhr schließlich war es so weit - Domian wandte sich mit einem Schlussmonolog an sein Publikum, tränenfrei, aber durchaus bewegt. "Die Zeit mit euch war groß", sagte er. "Was ich gelernt habe in all diesen Jahren, ist Demut. Und dafür bedanke ich mich sehr."

Danach schallte Jeff Buckleys "Hallelujah" durchs Studio, und WDR-Zuschauer konnten beobachten, wie Domian wortlos seinen Arbeitsplatz aufräumte. Am Ende nahm er seine Jacke und den legendären röhrenden Hirsch mit, dann ging das Licht aus. "Danke, Jürgen", stand auf der letzten Texttafel vor dem Nachtprogramm.

Hier geht es zur Infostrecke: Die 11 skurrilsten Anrufe bei Domian

(rls)
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