"37 Grad - Mehr als satt und sauber" beim ZDF: Altenpfleger demonstrieren in der Doku

"37 Grad - Mehr als satt und sauber": Helden des Alltags

Zwei Altenpfleger demonstrieren in der Doku "Mehr als satt und sauber" menschliche Nähe.

Sie machen ihren betagten Schützlingen das Frühstück, helfen ihnen beim Waschen oder dem Gang zur Toilette - und sind oft die einzigen Ansprechpartner. Altenpfleger haben es nicht leicht, sie stehen unter permanentem Zeitdruck, verdienen wenig Geld und müssen bei allem Stress gegenüber ihren oft einsamen und manchmal völlig hilflosen Schutzbefohlenen stets freundlich und gelassen bleiben. Zwei dieser Helden des Alltags stehen im Mittelpunkt der Dokumentation aus der ZDF-Reihe "37 Grad", die heute läuft und deren Titel "Mehr als satt und sauber" es genau auf den Punkt bringt, dass es bei der Betreuung und Pflege alter Menschen eben nicht nur darum geht, dass sie genug zu essen bekommen und saubere Unterwäsche tragen.

Die Dokumentation, für die Autorin Anabel Münstermann zwei Pflegekräfte ein halbes Jahr lang mit der Kamera begleitet hat, ist keiner der üblichen, mit Zahlen und Statistiken gespickten Beiträge über den Pflegenotstand. Es geht um die Motivation und die Arbeitsweise eines Pflegers, der mit Leib und Seele bei der Sache ist. Der 46-jährige Markus etwa arbeitet bei einem mobilen Pflegedienst in Frankfurt und versorgt zwölf Menschen mit allem, was sie brauchen. Mit dem Fahrrad klappert Markus seine Schutzbefohlenen ab, erledigt die anfallenden und nach einem knappen Zeitplan genau eingeteilten Verrichtungen und versucht trotzdem, sich jedem seiner Patienten auch menschlich zuzuwenden. "Viel mehr als das Pflegerische benötigen sie menschliche Nähe", erzählt Markus, der oft unter erheblichem Zeitdruck steht, mit seinem Beruf aber rundum zufrieden ist: "Ich weiß nicht, ob es die Dankbarkeit ist, die mir jeden Tag entgegengebracht wird, oder einfach das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, das mich im Job hält."

Auch die 52-jährige Carmen, die in einem Pflegeheim in Arnstadt (Thüringen) arbeitet, identifiziert sich mit ihrer Aufgabe und leistet mehr, als sie müsste. Die erfahrene Pflegerin hätte oft gerne mehr Zeit für ihre Patienten. Deren größtes Problem seien "die Einsamkeit und das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden", sagt Carmen.

"37 Grad - Mehr als satt und sauber", ZDF, 22.55 Uhr

(RP)