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Mitarbeiter der Kieler Stadtmission unter Schock: Fassungslosigkeit nach Unfall

Mitarbeiter der Kieler Stadtmission unter Schock : Fassungslosigkeit nach Unfall

Kiel/Eutin (dpa). Von der Verwaltungsroutine einer großen sozialen Einrichtung war in der Kieler Stadtmission am Mittwochmittag nichts geblieben. Der Anruf der Polizei mit der Mitteilung, bei einem Verkehrsunfall seien vermutlich elf Menschen aus einem Wohnheim der Stadtmission in Kiel getötet worden, versetzte die Mitarbeiter in einen Schockzustand. Die Unkenntnis darüber, wer getötet und wer verletzt wurde, ob es Mitarbeiter oder Schützlinge waren, zerrte an den Nerven.

Pausenlos klingelnde Telefone sorgten für zusätzliche Hektik in der Zentrale inmitten der Kieler Innenstadt. Journalisten stellten Fragen, auf die es noch keine Antworten gab oder die aus Fürsorge nicht erteilt wurden. Als über den Rundfunk bekannt wurde, dass es sich um psychisch Kranke handelte, brach die Telefonvermittlung der Stadtmission zeitweise zusammen.

Das Wohnheim, aus dem die Opfer des Unfalls kamen, hätte am Mittwochnachmittag eigentlich Treffpunkt für eine Sitzung der Diakonie Schleswig-Holstein sein sollen. Die Konferenz wurde in letzter Minute abgesagt. Im Wohnheim versuchten Mitarbeiter unterdessen, die noch verbliebenen Bewohner zu betreuen. Die Angst und Unsicherheit darüber, wer von dem Ausflug nicht wieder zurückkehren würde, blieb. "Die Polizei wollte von uns eine Namensliste der Toten, woher sollen wir die denn haben. Wir wissen doch selbst noch nichts", schilderte eine verzweifelte Sekretärin die Situation.

Der geplante Ausflug in den Freizeitpark Hansaland in Sierksdorf an der Ostsee gehört seit Jahren zum Programm der Stadtmission. Die Fahrt sei sehr beliebt gewesen, sagte eine Mitarbeiterin. Aus anderen Bereichen der Stadtmission wurden noch Kleinbusse organisiert. Am Vormittag ging es dann in Richtung Ostsee. Für die Insassen von zwei der vier Fahrzeuge wurde es eine Fahrt in den Tod.

(RPO Archiv)