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"Angstregime" bei Uriella: Ex-Sektenmitglied will Geld zurück

"Angstregime" bei Uriella : Ex-Sektenmitglied will Geld zurück

Herisau (dpa). Die selbst ernannte Geistheilerin Uriella soll Mitglieder ihrer "Fiat-Lux"-Sekte durch ein Regime der Angst gefügig gemacht haben. Diesen Vorwurf erhob ein ehemaliges Sektenmitglied am Montag vor einem Gericht in Herisau in der Schweiz. Die Frau, die 16 Jahre Mitglied der Sekte war, fordert von der mehrmals vorbestraften Uriella alias Erika Bertschinger 625 000 Franken (gut 750 000 Mark) zurück. Sie hatte der Sekte zwischen 1994 und 1996 ihr gesamtes Vermögen zur Verfügung gestellt.

"Uriella" habe als selbst ernanntes "Sprachrohr Gottes" laufend Angst vor dem Weltuntergang, vor Krankheit, Tod und Unglück verbreitet, sagte die Anwältin der Frau. Das Geld sei nicht wie versprochen an arme Menschen weitergegeben worden. Die Frau sei damals auf Grund ihrer Abhängigkeit von Uriella und ihres schlechten Gesundheitszustands nicht urteilsfähig gewesen. 1997 trat sie aus der Sekte aus.

Die 71-jährige Uriella, die in Ibach im Schwarzwald ein Sektenzentrum führt, erschien nicht selbst vor Gericht. Sie ließ sich durch ihren Mann, Eberhard Bertschinger Eicke, verteidigen. Nach dessen Angaben war das Geld als zinsloses Darlehen mit langer Laufzeit definiert. Die erste Rückzahlung werde erst im Jahr 2006 fällig. Das Urteil in dem Zivilprozess wird am Mittwoch erwartet.

(RPO Archiv)