Nach der "Pinkelaffäre": Ernst August entschuldigt sich bei "Bild" Redaktionsleiterin

Nach der "Pinkelaffäre": Ernst August entschuldigt sich bei "Bild" Redaktionsleiterin

Hannover (dpa). Nach der so genannten "Pinkelaffäre" auf der Expo hat sich Prinz Ernst August bei der Redaktionsleiterin von "Bild" in Hannover für seine Beleidigungen entschuldigt. Das berichtete die Zeitung am Samstag und druckte ein persönliches Schreiben des Prinzen von Hannover an Redaktionschefin Anne-Kathrin Berger ab. "Ich bedauere ausdrücklich die Telefonanrufe bei Ihnen und entschuldige mich in aller Form dafür", schrieb der 46 Jahre alte Ehemann von Prinzessin Caroline von Monaco.

Der Streit zwischen der Zeitung und Ernst August war nach dem Nationentag des Fürstentums Monaco am 15. Juni entbrannt. "Bild" hatte berichtet, Ernst August habe auf der Weltausstellung an die Holzfassade des türkischen Pavillons uriniert. Als Reaktion auf den Bericht habe der Welfenprinz die Leiterin der "Bild"-Redaktion per Telefon mehrere Male persönlich beleidigt und bedroht.

Ernst August hatte später in einer ganzseitigen Zeitungsanzeige erklärt, er habe sich während seines Expo-Besuches "erleichtert". Er bestritt jedoch, "gegen eine Wand des türkischen Pavillons" uriniert zu haben und warf der Zeitung eine falsche Darstellung der Geschehnisse und zudem eine "latente Ausländerfeindlichkeit" vor.

In seinem Brief schreibt der Welfenprinz, "dass die mehrfachen Anrufe bei Ihnen in meiner andauernd erregten Stimmung mit dem Sie zutiefst beleidigenden Inhalt nicht zu rechtfertigen sind". Er habe "anonyme Morddrohungen von angeblichen Türken gegen meine Familie und mich" erhalten. Sein Verhalten bei dem Expo-Besuch hätte von der Zeitung so nicht in die Öffentlichkeit gebracht werden dürfen. Vor allem habe ihn die Darstellung geärgert, es habe sich um einen gezielten Affront gegen die Türkei gehandelt.

Die "Bild"-Zeitung hatte nach eigenen Angaben Ende Juni eine Einstweilige Verfügung beim Landgericht Hannover erwirkt. Danach wurde dem Prinzen verboten, Anne-Kathrin Berger "telefonisch oder in anderer Weise verbal herabzuwürdigen". In dem schriftlichen Gerichtsbeschluss seien Ernst August detailliert 14 "obszöne und sexuell beleidigende" Äußerungen über die Journalistin untersagt worden.

(RPO Archiv)