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Suchaktion blieb erfolglos: Entführung auf Thüringer Autobahn bleibt mysteriös

Suchaktion blieb erfolglos : Entführung auf Thüringer Autobahn bleibt mysteriös

Gotha (AP). Eine neuerliche Suchaktion nach der vor vier Tagen auf einer Thüringer Autobahn entführten Frau aus Kassel (Foto: Elfriede Heinemann ) ist erfolglos geblieben. Polizeisprecher Detlef Kasch sagte am Dienstagabend in Gotha, etwa 35 Polizisten hätten die Umgebung rechts der A4 vom Tatort bei Gerstungen bis in die Nähe von Wommen in einer Tiefe von 100 Metern durchkämmt, ohne neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Ein sichergestelltes T-Shirt sei der Vermissten definitiv nicht zuzuordnen. Die Polizei stehe vor einem Rätsel. Unterdessen stellte sich heraus, dass eine weitere vermeintliche Entführung im nordhessischen Wehretal vorgetäuscht war. Über den Fall an der A4 sagte Polizeisprecher Kasch: "Wir haben nichts Greifbares, nur die Aussagen des Ehemanns der Entführten. Und es gibt bisher keine Anhaltspunkte, diese anzuzweifeln." Auch eine Lösegeldforderung sei bisher nicht eingegangen. Anhand der Spuren am und im Wohnwagen könne man nicht mit Sicherheit sagen, ob die 52-jährige Frau in der Nacht zum Samstag wirklich mit ihrem Mann unterwegs gewesen sei.

Außer dessen Darlegungen gebe es keine weiteren Zeugenaussagen. Auch die mehr als 40 Hinweise aus der Bevölkerung hätten keine konkreten Erkenntnisse gebracht. Die Ausweitung der Fahndung auf das europäische Ausland sei bislang ebenfalls erfolglos geblieben, sagte Kasch.

Nach Aussage des Ehemannes hatten zwei mit osteuropäischem Akzent sprechende Männer mit ihrem BMW das Paar von der Autobahn gedrängt, gestoppt und mit vorgehaltenen Pistolen 2.000 Mark erpresst. Dann sollen sie die Frau in ihr Auto gezwungen haben und geflüchtet sein.

Über die von einer 33-Jährigen vorgetäuschte Entführung in Wehretal sagte ein Polizeisprecher in Eschwege, das Motiv liege im familiären Bereich. Neben einer Anzeige wegen Vortäuschens einer Straftat kämen wegen des Polizeieinsatzes erhebliche Regressforderungen auf die Frau zu. Sie hatte angegeben, von einem unbekannten Anrufer in der Nacht zum Sonntag zu einer Pferdekoppel gelockt worden zu sein. Dort sei sie von zwei maskierten Männern überwältigt und gefesselt worden, nach heftiger Gegenwehr aber entkommen. Die Polizei hatte die Aussage bereits am Montag bezweifelt und einen Zusammenhang zu der Tat in Thüringen ausgeschlossen.

(RPO Archiv)