Endspurt für Floriade in Venlo

Endspurt für Floriade in Venlo

In zweieinhalb Wochen, pünktlich zum Osterwochenende, soll die Welt-Garten-Expo in Venlo eröffnen. Die Veranstalter rechnen mit zwei Millionen Besuchern. Bis dahin muss das Gelände vor allem noch eins werden: bunt.

Venlo/Weeze Über mangelnde Aufmerksamkeit können sich Nadine Becker und ihre Kolleginnen nicht beklagen: Die Mitarbeiterinnen des Infoschalters am Flughafen Weeze haben immer gut zu tun. Bislang war ihr Schalter jedoch nicht üppig mit Blumen geschmückt. Das wird jetzt anders: Ab dem 5. April werben die Frauen für die Floriade in Venlo. Denn der niederrheinische Airport ist der nächstgelegene Flughafen zur niederländischen Gartenschau. Becker und ihre Kolleginnen kamen von einem Kursus in Venlo mit dem Auftrag zurück, insbesondere die Fluggäste aus Großbritannien und Schweden, aber auch aus Spanien und Italien warmherzig anzulächeln. Und sie auf den eigens eingerichteten Shuttle-Bus ins 30 Minuten entfernte Venlo aufmerksam zu machen. Sie sind nun Teil des "theatre of nature", das die Welt-Garten-Expo sein will.

Seit sechs Jahren buddeln die Niederländer auf dem Gelände der Floriade in Venlo nahe der Grenze. Knapp zwei Millionen Blumenzwiebeln sind gesetzt – genauso viele, wie Zuschauer erwartet werden. Aber von den Blumen ist bisher höchstens das Grün zu sehen. Die Pflanzen – übrigens nicht nur Tulpen, wie die Veranstalter betonen – sollen pünktlich zum Beginn der Floriade blühen: Am 4. April eröffnet Königin Beatrix die Schau. Bis dahin sei alles bunt, versichert die Sprecherin der Welt-Garten-Expo, Kristina Peeters. Auf der früheren 66 Hektar großen Acker-Landschaft entstehen 100 Gärten. Ab 5. April ist die Schau für Besucher geöffnet.

Auch an den internationalen Pavillons wird noch intensiv gezimmert. Unter anderem beteiligen sich Aserbaidschan, Afghanistan, Bangladesch, China, Bulgarien, Indonesien und Pakistan – neben Deutschland und den Niederlanden natürlich – mit eigenen, landestypisch gestalteten Pavillons. Darunter sind traditionelle Holzhäuser, aber auch orientalische Tempelbauten und extravagant geformte Kugel-Behausungen.

Alle zehn Jahre geben die Niederländer mit der Weltgartenschau einen Einblick in den internationalen Gartenbau. Zum ersten Mal findet die Garten-Expo nicht in einem Ballungsgebiet im Landesinneren statt, sondern in der Provinz, an der deutsch-niederländischen Grenze. Aus Deutschland sollen immerhin 800 000 von erwarteten zwei Millionen Besuchern kommen.

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Es gibt fünf Themenbereiche, die durch Wald voneinander getrennt sind. Die Höhepunkt auf der Floriade ist laut Veranstaltern die Allee der Baumkulturen. "Die ,Allee van de Tuinculturen' besteht aus 120 Baumarten und 15 außergewöhnlichen Gärten", sagt Peeters. Die Gärten haben jeweils eine Fläche von etwa 350 Quadratmetern und wurden von Gartenarchitekten aus Estland, Japan, Belgien, Deutschland und Luxemburg entworfen. Gemeinsam sollen sie ein Bild der Gartenkultur im In- und Ausland vermitteln. Ein weiteres Schmuckstück sei der "FeelGood Garden" mit Barfußpfad. Dort seien alle Elemente so aufeinander abgestimmt, dass man sich darin wohlfühlt.

Einen Überblick gewinnen die Besucher mit Hilfe der längsten Seilbahn der Niederlande, die quer durch das Gelände führt. Als sie 2011 einmal Probe fuhr, standen 50 000 Holländer Schlange. Falls der Andrang dieses Mal wieder ähnlich groß sein sollte, haben die Veranstalter vorgesorgt: An der Seilbahnstation "World Show Stage" befindet sich ein Rosengarten, der zum Verweilen einlädt.

Bei der Anfahrt zur Floriade, die bis zum 7. Oktober andauert, wird schon von Weitem ein Gebäude sichtbar, das an einen Förderturm erinnert. Der "Innovaturm" ist Eingangsbereich und Landmarke der Floriade. Der Büroturm, den die Provinz Limburg für mehr als 25 Millionen Euro bauen ließ, steht aber auch schon für die Zeit nach der Floriade. Dann soll der Turm das Herzstück eines grünen Gewerbeparks sein, in dem sich innovative Unternehmen ansiedeln.

(RP)
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