Düsseldorf: Ein Hunde-Ratgeber von Nina Ruge

Düsseldorf : Ein Hunde-Ratgeber von Nina Ruge

Wissen Hunde, wie alt sie sind? Wie verarbeiten die Tiere den Verlust "ihres" Menschen? Die Moderatorin stellt Fragen, die viele Hundehalter haben und ergründet gemeinsam mit einem Verhaltensforscher das Seelenleben der Vierbeiner.

Es ist eine der meistgesehenen Folgen des "V.I.P. Hundeprofis" auf Vox: Nina Ruge sucht sich unter Anleitung von Martin Rütter einen Welpen aus. Die TV-Moderatorin muss eine schwere Entscheidung fällen: Welcher der kleinen Schweizer Sennenhunde passt am besten zu ihr? Der Tierpsychologe macht den Test und legt die Welpen dazu auf den Rücken. Er beobachtet genau, welcher Hund sich wie verhält, wer entspannt und locker da liegt und wer rumzappelt. Am Ende entscheidet sich Nina Ruge für Hündin Simba. Ruge hat bereits einen Entlebucher Sennenhund, Lupo, der allerdings zu verschmust ist, um auch ordentlich Haus und Hof zu bewachen. Das soll Simba übernehmen, wenn sie beispielsweise gemeinsam mit ihrer Besitzerin von München in die Toskana reist. Die Folge ist zugleich die tragischste, denn Simba stirbt kurze Zeit später mit nur 14 Monaten an Knochenkrebs.

Das war nicht nur für die Zuschauer, sondern auch für Nina Ruge ein großer Schock. "Es war schrecklich", sagte die 56-Jährige dem NDR. Der junge Hund starb, während Nina Ruge an ihrem ersten Hundebuch arbeitete. In "Was fühlt mein Hund, was denkt mein Hund?" ergründet die studierte Biologin das Seelenleben der Vierbeiner und ist inzwischen selbst so etwas wie ein weiblicher Hundeprofi. "Mich hat die Gefühlswelt der Hunde unglaublich fasziniert", erzählt sie. "Hunde verhalten sich wie Verliebte, geben uns ein Gefühl der Liebe und der Wärme", sagt Ruge in einem Interview. Sie hat keinen Zweifel daran, dass Hunde ebenso Gefühle haben wie Menschen. Gemeinsam mit dem Verhaltensforscher Günther Bloch schrieb sie das Buch – eine Art moderiertes Gespräch zwischen Hundeexperte und Hundefreundin. Ruge fragt, Bloch antwortet. "So dass es jeder Hundebesitzer versteht", erklärt Ruge. Etwa so: "Heute Morgen beobachtete ich unseren Entlebucher Sennenhund Lupo dabei, wie er ganz offensichtlich zutiefst zufrieden vor sich hin döste. Er sah so selig aus. Und schon schoss mir ein Gedanke durch den Kopf: Haben Hunde überhaupt eine Seele?" Dazu Bloch: "Ich persönlich halte gar nichts von der Behauptung, der Mensch wäre das einzige Tier mit Seelenleben. (...) Die Gefühls- und Hirnforschung zeigt außerdem ziemlich eindeutig, dass viele Tiere emotionale Regungen verspüren." Statt von Seele spricht der Verhaltensforscher von Bewusstsein. "Die Tiere müssen nicht nur den sozialen Rang jedes Mitbewohners richtig einschätzen, sondern auch seine typischen Charaktereigenschaften oder das momentane Befinden. Nur so können sie beurteilen, ob ein Gruppenmitglied situationsbedingt schlechte Laune hat, ob es wütend, traurig, beleidigt oder freudig erregt ist."

Lange habe sie sich Hunde gewünscht, aber nie Zeit gehabt, verrät Ruge. Weder zunächst als Lehrerin noch später als Moderatorin von "Leute heute" hatte die Münchnerin Zeit, sich um einen eigenen Hund zu kümmern. "Ich habe mir den Wunsch erfüllt, sobald es ging", sagt sie. Ihre beiden Hunde, Lupo und Vroni, hätten ihr Leben verändert. Und damit meint sie nicht nur das Rausgehen bei jedem Wetter. "Das Wichtigste: Ich muss so oft lachen, weil einer meiner Hunde wieder Blödsinn macht. Ich fühle mich wohl." Zu Hause sei sie der Boss oder besser gesagt der Rudelführer, erzählte sie kürzlich der Illustrierten "Bunte". Ihr Appell: Hundehalter müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein und ihre Tiere verstehen lernen.

(RP)
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