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Übergabe des kubanischen Flüchtlingsjungen steht bevor: Drama um Elian vor dem Ende

Übergabe des kubanischen Flüchtlingsjungen steht bevor : Drama um Elian vor dem Ende

Washington/Miami (AP). Das Drama um den kubanischen Flüchtlingsjungen Elian geht offenbar in die letzte Runde. Der stellvertretende amerikanische Justizminister Eric Holder sagte am Montag, dass die in Miami lebenden Verwandten Elians den Jungen für die Übergabe an seinen Vater an einen neutralen Ort bringen sollten. Eduardo Rasco, ein Anwalt der Familie, sagte zwar die Kooperationsbereitschaft von Elians Verwandten zu, wollte aber nicht versprechen, dass der Junge aus dem Haus seines Großonkels gebracht werde. "Wir wollen sicher stellen, dass Elian durch die Übergabe in keiner Weise psychischer Schaden zugefügt wird", sagte Rasco in einem Interview mit dem Fernsehsender CBS.

Rasco sagte, es sei am besten, wenn Elians Vater zu seinem Sohn komme. Holder bekräftigte dagegen seine Hoffnung, dass die Übergabe an einem anderen Ort stattfinden könne. Vor dem Anwesen von Elians Großonkel in Miami demonstrieren seit Tagen hunderte Aktivisten für einen Verbleib des kubanischen Jungen in den USA. In der vergangenen Woche war Juan Miguel Gonzalez aus Kuba angereist, um seinen Sohn zurückzuholen. Für (den heutigen) Montag hatten die Behörden ein Treffen zwischen Psychologen und Elians Verwandten angesetzt, um die Übergabe des Sechsjährigen zu beschleunigen. Die in Miami lebenden Verwandten sagten ihre Teilnahme jedoch wegen eines Krankheitsfalls in der Familie ab.

Der sechsjährige Elian war im November als einziger Überlebender aus dem Meer geborgen worden, nachdem seine Mutter und andere Angehörige einer Flüchtlingsgruppe bei der Flucht aus Kuba ertrunken waren. Um den Jungen hat sich ein politisches und juristisches Tauziehen entwickelt. Seine Verwandten in Miami, Exilkubaner sowie US-Politiker verlangen eine Daueraufenthaltsgenehmigung für ihn. Das Schicksal des Sechsjährigen hat die ohnehin gespannten Beziehungen zwischen dem kommunistischen Kuba und den USA weiter verschlechtert und spielt mittlerweile auch im US-Präsidentschaftswahlkampf eine Rolle.

(RPO Archiv)