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Internationale Konferenz zum Schutz von Tieren und Pflanzen: Die Zukunft der Elefanten

Internationale Konferenz zum Schutz von Tieren und Pflanzen : Die Zukunft der Elefanten

Nairobi (dpa). Zu Beginn der 11. Vertragsstaaten-Konferenz des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens (CITES) in Nairobi hat Kenia die Delegierten aufgerufen, energische Maßnahmen zum Schutz der afrikanischen Elefanten zu unternehmen. Der kenianische Präsident Daniel arap Moi forderte am Montag, der Elefant müsse vor Handelsinteressen geschützt werden. Ein Antrag der japanischen Delegation auf Ausschluss der Umweltorganisation Greenpeace scheiterte am Montagabend.

Mit acht Millionen Unterschriften protestierte die deutsche Umweltorganisation "Aktionsgemeinschaft Artenschutz" gegen eine Lockerung des Handelsverbots mit Elfenbein. Auf der letzten CITES- Konferenz 1997 in Harare hatten Namibia, Botswana und Zimbabwe durchgesetzt, dass den Elefanten der völlige Schutzstatus entzogen wurde. Die Vertragsstaaten genehmigten einen "kontrollierten Handel" mit Elfenbein. "Solange es aber kein Markierungssystem gibt, um das Roh-Elfenbein seinem Herkunftsort zuzuordnen, gibt es auch keinen legalen Handel", erklärte Vorsitzender Günther Peter bei der Überreichung der Signaturen.

150 Nationen sind CITES-Vertragsstaaten und werden auf der zehntägigen Tagung über die Zukunft von insgesamt 62 Tier- und Pflanzenarten entscheiden, deren Überleben durch den internationalen Handel gefährdet ist. Seit der Lockerung des Elefantenschutzes habe die Wilderei in seinem Land wieder zugenommen, sagte arap Moi. "Ich hoffe, die Konferenz findet hier in Nairobi eine Lösung dafür."

Der Chef des UN-Umweltprogrammes Unep, Klaus Töpfer, erklärte: "Es geht nicht nur um Elefanten, aber das Schicksal dieser Tiere ist stellvertretend für viele andere Probleme." Es ginge nun darum, Kontrollmechanismen zu etablieren und aus der Wilderei die Konsequenzen zu ziehen. Die übergeordnete Frage sei: "Wie verbindet man den Schutz der Arten mit ihrer sinnvollen Nutzung."

Beim Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten werden nach Berechnungen von Artenschützern jährlich weltweit bis zu drei Milliarden Mark Umsatz gemacht.

Zum Auftakt der Konferenz am Montag in der kenianischen Hauptstadt Nairobi hatte Japan seinen Antrag mit vorangegangen Greenpeace- Kampagnen gegen den Walfang begründet. Mitglieder der Organisation hätten das japanische Walfleisch-Fabrikschiff "Nisshin Maru" im Dezember 1999 und Januar dieses Jahres in der Antarktis gerammt. Das CITES-Sekretariat lehnte das Ausschlussbegehren jedoch mit der Begründung ab, Aktivitäten außerhalb der Konferenz seien nicht ausschlaggebend für die Teilnahme.

Neben den Elefanten und Walen, wird auch über Meeresschildkröten, das Moschustier oder den Koreanischen Ginseng entschieden. Laut Töpfer nehmen über 2 500 Regierungsvertreter, Artenschützer, Wildtierexperten und Journalisten an der Konferenz teil.

(RPO Archiv)