Urteil: Lebenslang und Sicherheitsverwahrung: Die Verbrechen des Frank Schmökel

Urteil: Lebenslang und Sicherheitsverwahrung: Die Verbrechen des Frank Schmökel

Frankfurt (Oder) (rpo). Seit 21 Jahren gerät der 40-jährige Polizistensohn Frank Schmökel immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Lange Zeit war er in psychiatrischen Kliniken untergebracht, sechs Mal entkam er von dort. Heute wurde das Urteil gegen ihn gesprochen.

1981 - Als 19-Jähriger fährt der gelernte Rinderzüchter ziellos durch die DDR. In Halberstadt wird er wegen versuchter Republikflucht verhaftet und zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt.

1988 - Schmökel vergeht sich an einer 13-Jährigen. Er muss eineinhalb Jahre in Haft. Kurz darauf flieht er, bekommt eine zusätzliche Strafe von zehn Monaten. Er wird in eine Einzelzelle gesperrt, jedoch im folgenden Jahr bei einer Teilamnestie entlassen.

1993 - Das Landgericht Frankfurt (Oder) verurteilt den Wiederholungstäter wegen Entführung und Vergewaltigung eines Kindes zu fünfeinhalb Jahren Haft und Unterbringung im Maßregelvollzug.

1994 - Schmökel kehrt aus einem Urlaub nicht in die Landesklinik Brandenburg zurück. Er vergewaltigt ein Mädchen und bringt es beinahe um. Neun Tage später wird er gefasst. Das Urteil: 14 Jahre Haft und Maßregelvollzug wegen versuchten Mordes und sexuellen Missbrauchs.

1995 - Dem Verbrecher gelingt erneut die Flucht aus der Klinik. Bereits am nächsten Tag schnappt ihn die Polizei.

1996 - Schmökel entweicht bei einem begleiteten Freigang. Drei Tage später bringen ihn Polizeibeamte zurück.

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1997 - Gemeinsam mit anderen Häftlingen sägt Schmökel ein Fenstergitter auf und entkommt erneut. Er stellt sich nach einer Woche und wird in den Maßregelvollzug in Neuruppin verlegt.

1997 - Nach einem halben Jahr in Neuruppin glückt ihm dort die Flucht aus dem Fenster. Am folgenden Tag wird er gestellt.

2000 - Schmökel erhält im April "Lockerungsstufe 4": 70 Mal geht er in Begleitung von Pflegern Einkaufen oder zum Sport.

Im Oktober nutzt der Ausbrecher einen Besuch bei seiner Mutter zur Flucht. Er verletzt beide Pfleger und seine Mutter, auf der Flucht tötet er einen Rentner. Nach 13 Tagen stellt ihn die Polizei.

2002 - Während des Mordprozesses gibt es im November Spekulationen um eine geplante siebte Flucht: Im Zimmer des Angeklagten werden Rasierklingen gefunden, sorgfältig versteckt in zwei Kugelschreibern.

(RPO Archiv)
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