Fetisch Männerfleisch: Die abartige Lust des Kannibalen von Rotenburg

Fetisch Männerfleisch : Die abartige Lust des Kannibalen von Rotenburg

Frankfurt/Main (rpo). Eine auf den Fetisch Männerfleisch ausgerichtete sexuelle Abartigkeit - das bescheinigt ein Gutachter dem "Kannibalen von Rotenburg". "Es geht ihm ums Schlachten, nicht ums Töten, ums Einverleiben, nicht ums Vernichten", so der Berliner Sexualwissenschaftler, Professor Klaus Beier, am Dienstag vor dem Frankfurter Landgericht über den Angeklagten Armin Meiwes.

Meiwes, der mehreren Geständnissen zufolge im März 2001 den 43-jährigen Bernd B. entmannte und erstach, habe kein Interesse an Geschlechtsverkehr gehabt, sagte Beier.

Dem Computertechniker habe jemanden gesucht, der aus eigenem Willen von ihm "einverleibt" werden wollte. Der Wunsch von Bernd B. sei es gewesen, sich den Penis abtrennen zu lassen, bei lebendigem Leib zerfleischt und danach restlos vernichtet zu werden. Wie bei anderen Kontaktpartnern sei Meiwes auch mit B. einen Kompromiss eingegangen, sagte der Gutachter.

Die kannibalistischen Fantasien entstanden nach Angaben Beiers möglicherweise im Zusammenhang mit dem Anschauen einer TV-Verfilmung einer Robinson-Crusoe-Geschichte im November 1972, als Meiwes fast elf Jahre alt war. Damals sei er mit seiner Mutter allein gewesen, nachdem der Vater und ein Halbbruder weggezogen waren. Meiwes wünschte sich nach eigener Aussage einen Bruder, der ihn nie wieder verlassen könnte. Er stellte sich einen Jungen vor, den er nach einem Mitschüler Frank nannte. Im Internet wurde daraus sein Pseudonym "Franky".

Der Gutachter betonte: "Eine sexuelle Präferenzstörung sucht man sich nicht aus, das ist Schicksal." Meiwes habe den sexuellen Höhepunkt bei der Vorstellung eines aufgeschnittenen Leibs erlebt. Nach Aussagen von Exfreundinnen und Männern habe er bei normalem Geschlechtsverkehr Erektionsstörungen gehabt. An Frauen sei Meiwes nur interessiert gewesen, um seinen Kinderwunsch zu erfüllen, sagte Beier. Im Jugendalter habe er eine Sammlung mit Männerpornos angelegt.

(ap)
Mehr von RP ONLINE