Zivilcourage-Preis für Janina Levy aus Hamburg

Frau schritt ein: Attacke auf Kippa-Träger - Zeugin erhält Zivilcourage-Preis

Janina Levy schritt ein, als zwei Kippa tragende Männer in Berlin attackiert und antisemitisch beschimpft wurden. Dafür ist sie nun ausgezeichnet worden.

Ein halbes Jahr nach der Gürtel-Attacke gegen einen Kippa tragenden Israeli in Berlin ist eine Zeugin für ihr beherztes Eingreifen ausgezeichnet worden. Die Hamburgerin Janina Levy nahm den mit 3000 Euro dotierten Preis für Zivilcourage am Montag in Berlin entgegen. Durch ihr Eingreifen habe Levy den Angreifer und seine Begleiter vertrieben, begründete der Förderkreis „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ als Stifter die Auszeichnung.

Janina Levy war am 17. April Zeugin der Attacke auf zwei junge Israelis im Stadtteil Prenzlauer Berg geworden. Der 19-jährige Angreifer hatte einen der jungen Männer mit einem Gürtel geschlagen und verletzt. Im Juni war er zu vier Wochen Arrest verurteilt worden. Seine Berufung gegen das Urteil nahm der junge Syrer inzwischen zurück. Da er zwei Monate in Untersuchungshaft gesessen hat, gilt der Arrest als verbüßt. Der 19-Jährige wurde zudem ein Jahr unter Erziehungsaufsicht gestellt.

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Die Zeugin jüdisch-israelischer Herkunft sagte, sie habe den Vorfall beobachtet, laut gerufen und mit der Polizei gedroht. Der Angreifer habe daraufhin vom Opfer abgelassen. Die Hamburgerin sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Ich betrachte meine Tat weder als mutig noch als preisträchtig, sondern nur als menschlich.“ Sie freue sich aber über die Auszeichnung und hoffe, dass es mehr Menschen dazu motiviere, in ähnlichen Situationen einzugreifen.

Das Opfer hatte die Tat mit dem Handy aufgenommen und ins Internet gestellt. Der Angriff löste eine Welle der Empörung aus. Hochrangige Politiker bis hin zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerten Betroffenheit.

(wer/dpa/epd)
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