Drei tote Kinder in Dortmund: Wut und Trauer nach Tragödie in Dortmund

Drei tote Kinder in Dortmund : Wut und Trauer nach Tragödie in Dortmund

Eine grausame Gewalttat an drei Geschwisterkindern in Dortmund wirft viele Fragen auf. Die Freundin des Vaters steht unter Mordverdacht. Und in der Nachbarschaft brodelt die Gerüchteküche.

Fassungslos steht Karl Wickmann unter seinem Regenschirm vor dem mit rot-weißem Polizeiband abgesperrten Haus in der nördlichen Dortmunder Innenstadt. "Ich kann das nicht verstehen, kriege das nicht in den Kopf", sagt er. Der Senior wohnt nur wenige Straße von dem Unglückshaus in der Fichtestraße entfernt, in dem am Freitag drei Kinder nach einem Feuer Opfer eines schier unbegreiflichen Verbrechens wurden. Seitdem hat sich in dem Problemviertel am Hafen tiefe Trauer breitgemacht - und viel Wut.

"Wer hier wohnt, kannte die drei Kinder. Glückliche, sympathische Kinder", sagt Necati Ates, der ebenfalls in der Straße wohnt. "Welcher Mensch macht so was?" Der 42-Jährige erzählt, wie in der Nachbarschaft die Gerüchte losgingen, nachdem die Freundin des Vaters der toten Geschwister verhaftet wurde. Sie habe die Kinder nicht gewollt, heißt es. Das habe er aber auch nur aufgeschnappt.

Nach der Unruhe der vergangenen Tage ist es am Sonntag ganz still rund um das Haus mit der Nummer 18. Ab und zu dringt Töpfeklappern aus den geöffneten Fenstern der Nachbarschaft. Die Blätter des Baumes vor dem Unglückshaus schützen die Kerzen vor dem Regen, die zur Erinnerung an die grausame Tat brennen. An seinem Stamm lehnt eine Sperrholzplatte, darauf mit breitem grünen Pinselstrich nur das eine Wort: "Warum".

Warum die vier und zehn Jahre alten Jungen und ihre zwölfjährige Schwester sterben mussten, darauf haben die Ermittler noch keine Antwort. Die Lebensgefährtin des Vaters sitzt seit Samstag in Untersuchungshaft. Die 29-Jährige wird verdächtigt, den Brand im Haus gelegt und die Kinder ermordet zu machen, die nicht ihre eigenen waren. Die Mutter der Geschwister war bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen, als der jüngste Sohn erst ein Jahr alt war. Seitdem seien die Kinder oft sich selbst überlassen gewesen, heißt es in den Tagen nach der Tragödie in einem Medienbericht.

Eigentlich hatten die drei Geschwister mit ihrem Vater im Obergeschoss des Mietshauses in der Dortmunder Nordstadt gewohnt - bis dort im Februar dieses Jahres ein Feuer ausgebrochen war.

Zündelnde Kinder sollten den Brand gelegt haben, so das Ergebnis der Ermittlungen von damals. Doch auch darüber herrschten in der Nachbarschaft Zweifel, sagt Necati Ates. Die Tochter habe bestritten, dass sie und ihre Brüder die Flammen verursacht hatten, vor denen sich die Kinder damals retten konnten.

Diesmal hatten sie nicht so viel Glück. Vor dem Eckhaus, in dem die Geschwister bis zum Freitag lebten, liegen auf leicht welken Rosen kleine Botschaften und Stofftiere - Teddys, ein Plüschferkel, eine Ente mit gestreiften Beinen. Daneben ein Spielzeugauto. Ab und zu schlurft ein Nachbar zu dem trostlosen Ort vor, recken Menschen neugierig die Köpfe aus vorbeifahrenden Autos - während Mordermittler auf der anderen Seite der Stadt nach der entscheidenden Spur suchen, um dem schrecklichen Verbrechen auf den Grund zu kommen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Drei Kinder sterben bei Wohnungsbrand in Dortmund

(lnw)
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