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Häusliche Pflege: Wo die Politik anpacken sollte

Häusliche Pflege : Wo die Politik anpacken sollte

Düsseldorf (RP). Wer seine Eltern oder den Partner zuhause pflegt, soll ab 2008 besser unterstützt werden. So haben es Union und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart: "Wir wollen die häusliche Pflege stärken."

Hintergrund: Viele empfinden es als ungerecht, dass es für die häusliche Pflege weniger Geld gibt, als wenn die Menschen im Pflegeheim sind. Auch ökonomisch macht das wenig Sinn. Ausgerechnet die für die Versicherung preiswerteste Art der Pflege wird "bestraft".

Zudem sind die Leistungen seit Einführung der Pflegeversicherung 1995 nicht erhöht worden. Noch ist offen, wie viel Geld es zusätzlich gibt. Politikberater wie die Rürup-Kommission fordern zudem, dass die Leistungen für Heime (stationäre Pflege) gesenkt werden. Bis Jahresende wollen sich Union und SPD einigen.

Wie viel die Pflegeversicherung derzeit zahlt, hängt davon ab, wie viel Hilfe die Betroffenen benötigen. Der Medizinische Dienst der Kassen stuft sie ein.

Pflegestufe I ("erhebliche Pflegebedürftigkeit"): Hierzu zählen Menschen, die mindestens 90 Minuten pro Tag Pflege benötigen. In diesem Fall zahlen die Pflegeversicherungen 205 Euro im Monat für die häusliche Pflege etwa durch einen Angehörigen. Zum Vergleich: Kommt ein Pflegedienst ins Haus, darf er bis zu 384 Euro abrechnen. Ist der Pflegebedürftige im Heim, bekommt dieses sogar 1023 Euro - und zwar nur für die Pflege. Die Kosten für Unterbringung, Ernährung und Komfort muss der Pflegebedürftige zusätzlich tragen.

Pflegestufe II ("schwere Pflegebedürftigkeit"): Anspruch auf 410 Euro haben Menschen, die mindestens drei Stunden Pflege pro Tag benötigen. Für ambulante Pflege gibt es bis zu 921 Euro, das Pflegeheim bekommt 1279 Euro.

Pflegestufe III ("schwerste Pflegebedürftigkeit"): Wer mindestens fünf Stunden Pflege am Tag braucht, erhält 665 Euro. Einem Pflegeheim zahlt die Kasse 1432 Euro.