Lindenstraßen-Schauspieler bei Salafisten in Köln Willi Herren rechtfertigt Besuch bei Prediger Pierre Vogel

Köln · Der Schauspieler Willi Herren ("Lindenstraße") hat auf die massive Kritik an seinem gemeinsamen Auftritt mit dem radikalen Salafisten-Prediger Pierre Vogel am Samstag reagiert. Der Schauspieler erklärte, dass er sich selbst ein Bild von den Idealen der Islamisten machen wollte, und distanzierte sich von den Forderungen der Salafisten.

 Schauspieler Willi Herren stattete den Salafisten in Köln einen Besuch ab.

Schauspieler Willi Herren stattete den Salafisten in Köln einen Besuch ab.

Foto: dpa, Marius Becker

Der Schauspieler Willi Herren ("Lindenstraße") hat auf die massive Kritik an seinem gemeinsamen Auftritt mit dem radikalen Salafisten-Prediger Pierre Vogel am Samstag reagiert. Der Schauspieler erklärte, dass er sich selbst ein Bild von den Idealen der Islamisten machen wollte, und distanzierte sich von den Forderungen der Salafisten.

Rückblick: Rund einen Monat nach den Ausschreitungen gewalttätiger Salafisten in Bonn, bei denen 29 Polizisten verletzt wurden, darunter zwei durch Messerstiche, blieb es am Samstag in Köln ruhig: Lediglich 300 statt angekündigter 1000 Teilnehmer versammelten sich im rechtsrheinischen Deutz vor der Bühne des islamistischen Hass-Predigers Pierre Vogel.

Willi Herren, Darsteller des "Lindenstraße"-Bösewichts Olli Klatt, erklärte dabei Arm in Arm mit Vogel: "Ich finde das ganz toll, das hat mit Hass überhaupt nichts zu tun." Auch er sei religiös, so Herren, einmal im Monat gehe er mit seiner Tochter in den Kölner Dom und stelle dort ein Kerzchen auf. Pierre Vogel sei ein "herzensguter Mensch", so Herren weiter.

Sein Besuch sei auf keinen Fall ein "Pro-Salafisten-Besuch" gewesen. Er habe erst vor Ort erfahren, dass die "Ideale" der Salafisten mit seiner Welt nicht "konform" seien.

Herrens überraschender Auftritt in Köln ist besonders peinlich für den WDR: Der mehrfach vorbestrafte Schauspieler und Stimmungssänger ("Ballermann Award 2011") dreht seit März wieder für die ARD-Dauerserie "Lindenstraße". Laut der Produktionsgesellschaft von Hans W. Geißendörfer erfolgt die Rückkehr "aus dramaturgischen Gründen".

Über Inhalt und Umfang von Herrens Mitwirken gab Geißendörfers Firma bei Drehbeginn keine Auskunft. Die Folgen seien frühestens "im Sommer" im Fernsehen zu sehen. Zuletzt trat Herren Ende 2007 in der "Lindenstraße" auf. In der Rolle wie im richtigen Leben zog es ihn anschließend nach Mallorca an den Ballermann.

(RP/csi)