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Wetter in Deutschland​: Warum das Sturmtief „Emmelinde“ heißt

Wetter in Deutschland : Warum das Sturmtief „Emmelinde“ heißt

Aktuell wirbelt ein schweres Unwetter über Deutschland. Bekannt ist es unter dem Namen „Emmelinde“. In diesem Jahr hießen Stürme auch schon „Ylenia“ oder „Zeynep“. Doch woher haben unsere Hochs und Tiefs eigentlich ihre Namen?

Warum heißt das aktuelle Sturmtief - zumindest in Deutschland - „Ermelinde“? Seit 2002 können Privatleute Vornamen für Tiefs und Hochs „buchen“. Bei der Wetter-Patenschaft des Instituts für Meteorologie der Freien Universität Berlin kostet ein Hoch 360 Euro und ein Tief 240 Euro. Die Paten unterstützen damit die studentische Wetterbeobachtung.

2022 tragen die Tiefs weibliche Namen - das jetzige geht auf eine Person mit dem Namen Emmelinde Wacker zurück. Auf der FU-Website ist zudem das Landhaus Wacker in Wenden verlinkt und als Wetterpate eingetragen. Der Name „Emmelinde“ wurde am 18. Mai als Name des aktuellen Sturmtiefs vergeben.

Manche Menschen nutzten diese Möglichkeit der Patenschaft, um seltene Vornamen bekannter zu machen. So heißen Hochs und Tiefs in diesem Jahr zum Beispiel „Ylenia“ oder „Zeynep“.

Die deutsche Namengebung begann vor Jahrzehnten. Im Jahr 1954 hatte die damalige Studentin und spätere «ZDF-Wetterfee» Karla Wege am Institut angeregt, Luftdruckgebilden in Mitteleuropa Vornamen zu geben - weibliche für Tiefs, männliche für Hochs.

So blieb es fast ein halbes Jahrhundert, bis 1998 feministische Kritik laut wurde. Tiefdruckgebiete mit meist schlechtem Wetter weiblich und oft sonnige Hochs männlich zu benennen - das sei eine «unsachliche Zweckentfremdung menschlicher Vornamen». Als Reaktion schufen die Meteorologen einen jährlichen Wechsel. Nun erhalten nur in geraden Jahren wie 2020 Tiefs weibliche und Hochs männliche Namen - in ungeraden ist es umgekehrt.

(dni/dpa)